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Erschienen in:

01.12.2011 | Leitthema

Hat die Psychoonkologie im Akutkrankenhaus eine Zukunft?

verfasst von: Dr. M. Determann, G. Ratsak, F. Reibe, D. Henne-Bruns

Erschienen in: Die Onkologie | Ausgabe 12/2011

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Zusammenfassung

Die Psychoonkologie gilt heute als etabliertes Fachgebiet. Krebspatienten kann Betreuung auf hohem qualitativem Niveau angeboten werden. Doch unter dem heutigen Diktat der Ökonomie wird die Psychoonkologie im Akutkrankenhaus häufig nur als kostenproduzierendes Stiefkind betrachtet. Verschiedene Organisations- und Finanzierungsmodelle wurden entwickelt, wie das eines in die Akutklinik integrierten Mitarbeiters, Liaison- und Konsiliardienste, Tumorzentren, Organkrebszentren und Onkologische Zentren, Comprehensive Cancer Center, Medizinische Versorgungszentren und die stationäre Palliativmedizin. Im vorliegenden Beitrag werden der Sinn und klinische Nutzen dieser Organisationsformen sowie ethisch-moralische Grenzen der primär ökonomischen Orientierung diskutiert. Um die Zukunft der Psychoonkologie im Akutkrankenhaus zu sichern, wird eine strukturelle Vernetzung mit der Psychiatrie angeregt.
Fußnoten
1
Zur Evidenzbasierung psychoonkologischer Maßnahmen vgl. den Beitrag von Faller et al. in diesem Heft
 
2
Das Zertifizierungssystem zur Überprüfung von Organkrebszentren und Onkologischen Zentren wird betreut von dem Institut OnkoZert im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (http://www.onkozert.de/).
 
3
Z. B. die Weiterbildung Psychosoziale Onkologie – WPO e. V. (http://www.wpo-ev.de/)
 
4
Vgl. Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus, InEK, G-DRG-System 2011: http://www.g-drg.de.
 
5
Siehe Fußnote 2.
 
6
Hier ist mit „Tumorzentrum“ nicht die in Deutschland klassische Verwendung des Begriffs gemeint, sondern der Begriff „Tumorzentrum“ bezeichnet hier generell Versorgungszentren für Patienten mit Tumorerkrankungen.
 
7
Einheitlicher Bewertungsmaßstab für ärztliche Leistungen. Kassenärztliche Bundesvereinigung Berlin (KBV), Stand 3/2011, erstellt am 08.06.2011 (V. 7.1), http://www.kbv.de/ebm2011/EBMGesamt.htm
 
8
Der OPS-Kode für die Palliativmedizinische Komplexbehandlung lautet in der OPS-Version 2011 8–982.0–3 (vgl. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (dimdi), http://www.dimdi.de.
 
9
Siehe Fußnote 4.
 
10
Zu Burnout bei Ärzten vgl. z. B. die Diskussion über aktuelle „Ergebnisse einer Burnout-Studie“ aus Österreich in der Österreichischen Ärztezeitung ÖÄZ 8, 25.04.2011
 
11
Zu Lebensqualität in der Onkologie vgl. den Beitrag von Küchler und Berend in diesem Heft
 
Literatur
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Metadaten
Titel
Hat die Psychoonkologie im Akutkrankenhaus eine Zukunft?
verfasst von
Dr. M. Determann
G. Ratsak
F. Reibe
D. Henne-Bruns
Publikationsdatum
01.12.2011
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Die Onkologie / Ausgabe 12/2011
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234
DOI
https://doi.org/10.1007/s00761-011-2145-2

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