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2014 | Buch

Klinische Endokrinologie für Frauenärzte

herausgegeben von: Freimut A. Leidenberger, Thomas Strowitzki, Olaf Ortmann

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

Durch eine grundlegende und intensive Bearbeitung für die 5. Auflage wurde der „Klassiker“ noch einmal besser an die Bedürfnisse des Lesers angepasst, ohne jedoch auf bewährte Inhalte und Elemente zu verzichten.

NEU

- Neustrukturierung und -zusammenstellung der Themen und Kapitel

- Kapitel zu Normalfunktion und gestörter Funktion stehen direkt beieinander, so entfällt mühsames Blättern bei Nachlesen

- Multiple-Choice-Fragenkatalog

- Online verfügbar: Qualitativ hochwertige und aktuelle Literaturverzeichnisse

BEWÄHRT

- Berücksichtigung nationaler und internationaler Leitlinien

- Mit Testfragen zur Selbstkontrolle

- Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels

VERLÄSSLICH

- Aktuelles Wissen, leicht verständlich

- Praxisrelevante Darstellung aller wichtigen Aspekte des Fachs

- Berücksichtigung innovativer Ansätze

„Klinische Endokrinologie für Frauenärzte“ - Das Standardwerk mit einer Fülle an täglich anwendbarem Wissen!

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Einführung: Wirkungen und Stoffwechsel der praxisrelevanten Hormongruppen
Zusammenfassung
Um Signale im Körper generieren, weiterleiten und empfangen zu können, stehen 3 Systeme zur Verfügung: das Nervensystem, das Immunsystem und das endokrine System. Während die ortsständigen Organe des endokrinen Systems über Hormone und den Blutweg kommunizieren, nutzen die Zellen und Organe des Immunsystems Zytokine oder Chemokine z. T. auch über den Blutweg, das Nervensystem jedoch Neurotransmitter an den Synapsen. Zwischen Nerven und den entsprechenden Effektororganen funktioniert die Signalübertragung dadurch besonders schnell.
T. Gudermann, J. Engel
2. Entwicklung der Fortpflanzungsorgane und der endokrinen Systeme
Zusammenfassung
Die Entwicklung und Funktion der Fortpflanzungsorgane wird in 3 wesentliche Phasen eingeteilt: Während der Embryonalzeit findet die primäre Geschlechtsentwicklung statt, postnatal wird eine Reifung gesehen, gefolgt von der kindlichen Ruhephase, woraufhin mit der Pubertätsentwicklung dann die adulte reproduktive Phase eingeleitet wird.
C. L. Roth, O. Hiort, H. Jung, T. Strowitzki
3. Abweichungen der Geschlechtsentwicklung und der Pubertät
Zusammenfassung
Gelegentlich hat sich der Frauenarzt mit klinischen Fragestellungen zu befassen, die in die Phase der Kindheit, der Pubertät und der Adoleszenz fallen. Diese betreffen: Angeborene Störungen, Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung und der -reifung, erworbene körperliche Fehlentwicklungen in Kindheit und Pubertät und Zyklusstörungen und Androgenisierungserscheinungen in diesen Entwicklungsphasen. Besonderheiten oder Störungen der Geschlechtsentwicklung (Differences oder Disorders of Sex Development = DSD) sind dabei als seltene angeborene Abweichungen des chromosomalen, gonadalen und phänotypischen Geschlechts definiert. Die Fragestellungen, mit denen der Frauenarzt befasst ist, sind in den einzelnen Lebensphasen unterschiedlich.
O. Hiort, C. L. Roth, H. Jung
4. Einfluss von Umwelt und Lebensstil auf die endokrine und reproduktive Funktion
Zusammenfassung
Der menschliche Organismus lebt in einer Umwelt, von der er existenziell abhängig ist: Zahlreiche Informationen, die der Organismus aus der Umgebung aufnimmt, beeinflussen dessen endokrinen, metabolischen und reproduktiven Funktionen. Zu diesen Aspekten gehören u. a. das Licht und die Dunkelheit (Tag-Nacht-Rhythmus), an die der Organismus mit seinem Schlaf-Wach-Rhythmus gebunden ist und jahreszeitliche Schwankungen. Daneben wirken viele andere biophysikalische Größen, z. B. Leben in großer Höhe, Temperatur, Luftfeuchtigkeit sowie Ausmaß, Kontinuität und Art des Nahrungsangebots. Auch Noxen, mit denen der Mensch in seiner Umwelt und an seinem Arbeitsplatz konfrontiert wird, können die Gesundheit und das Endokrinium beeinträchtigen. Es werden die wichtigsten Umweltnoxen und ihre Effekte auf die Reproduktion dargestellt. Zur Umwelt gehören schließlich auch das soziale Umfeld und durch dieses mitgeprägte individuelle Verhaltensweisen (Lebens- und Genussgewohnheiten, z. B. Sport, Ess- und Trinkverhalten). Das soziale Umfeld und die im Austausch mit diesem adaptierten Verhaltens- und Lebensgewohnheiten beeinflussen auf vielfältige Weise den Stoffwechsel, das Endokrinium und das Fortpflanzungspotenzial.
J. M. Weiss
5. Hormonale Kontrazeption
Zusammenfassung
Die erste „Pille“ wurde 1960 in den USA (Enovid: 150 µg Mestranol und 9,85 mg Norethynodrel) und 1961 in Deutschland (Anovlar: 50 µg Ethinylestradiol und 4 mg Norethisteron) zugelassen. Schnell zeigten sich vaskuläre Risiken, sodass neue Präparate mit geringeren unerwünschten Wirkungen entwickelt wurden. Die zahlreichen in Deutschland zugelassenen hormonalen Kontrazeptiva („klassische Pille“, Minipille, parenterale Kombinationspräparate, Intrauterinsysteme) unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, Dosierung, Applikationsform sowie ihres Nebenwirkungs- und Partialwirkungsspektrums teilweise erheblich. Alle Präparate stellen einen Kompromiss zwischen Sicherheit, Zuverlässigkeit, Zykluskontrolle und Nebenwirkungsspektrum dar. Vor der Verordnung eines hormonalen Kontrazeptivums ist es sehr wichtig, eine sorgfältige Anamnese zu erheben, um mögliche Kontraindikationen zu erkennen, z. B. eine familiäre Thrombophilie. Ferner sollte eine allgemeine körperliche und gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden. Die Beratung über geeignete Methoden der Empfängnisverhütung ist eine anspruchsvolle, gelegentlich unterschätzte Aufgabe in der frauenärztlichen Praxis. Die hohe kontrazeptive Sicherheit hormonaler Kontrazeptiva ist nur dann gewährleistet ist, wenn sie fehlerfrei angewandt werden. Daher muss es, insbesondere bei Jugendlichen, das Ziel des ersten Beratungsgesprächs zur Empfängnisverhütung sein, ein gutes Vertrauensverhältnis zu der ratsuchenden Frau aufzubauen, damit sie ermutigt wird, evtl. Unklarheiten anzusprechen.
I. Wiegratz
6. Regulation der Ovarfunktion, Gametentransport
Zusammenfassung
Dieses Kapitel soll die Grundprinzipien der Ovarfunktion aufzeigen, um die Pathophysiologie des Ovars und neuere Therapieansätze verständlich zu machen. Zunächst werden die endokrinen Funktionen des zentralen Nervensystems und der Hypophyse dargestellt, danach die Regulation der Ovarfunktion auf ovarieller Ebene. Anschließend folgt eine kurze Zusammenfassung im Sinn des kleinsten gemeinsamen Nenners, auf den man eine pathophysiologisch und klinisch sinnvolle Darstellung der Ovarfunktion bringen kann. Zuletzt sollen die wichtigsten noch offenen Fragen diskutiert werden. Die normale Ovarfunktion der Frau im geschlechtsreifen Alter wird herkömmlicherweise in die Follikelreifungsphase, die Ovulationsphase und die Corpus-luteum-Phase eingeteilt. Die Hauptprodukte der Ovarien in diesen Phasen (z. B. Estradiol und Progesteron) wirken sich auf sehr viele Organe aus, u. a. – wie in diesem Kapitel zu zeigen ist – auf die hypothalamisch-hypophysäre Funktionseinheit und auf das Endometrium. Während der Follikelreifungsphase durchläuft das Endometrium eine östrogenabhängige Proliferation und in der Corpus-luteum-Phase eine progesteronabhängige Transformation.
M. Ludwig, T. Strowitzki
7. Die Ovarfunktion – Grundlagen: Prolaktin, Androgenhaushalt und Insulinstoffwechsel, Schilddrüse
Zusammenfassung
In der gynäkologischen Sprechstunde wird die Hyperprolaktinämie als häufigste endokrine Störung im Zusammenhang mit Zyklusstörungen diagnostiziert. Prolaktin nimmt eine zentrale Bedeutung in der Reproduktionsendokrinologie ein. Eine gestörte Prolaktinsekretion kann außer der Funktionsstörung des Ovars auch mit Funktionsstörungen anderer endokriner Organe wie der Schilddrüse und der Nebennierenrinde verbunden sein. Auf der anderen Seite kann die gestörte Prolaktinsekretion selbst Symptom und Begleiterscheinung anderer Endokrinopathien, Stoffwechselstörungen oder allgemeinen Erkrankungen sein. Daher stellt die Bestimmung des Prolaktinspiegels eine der zentralen differentialdiagnostischen Maßnahmen in der Abklärung von Hormon- und Fertilitätsstörungen dar.
M. Bals-Pratsch, C. M. Bamberger, J. M. Weiss
8. Primäre prämature Ovarialinsuffizienz
Zusammenfassung
Eine Störung der Ovarfunktion, deren Ursache im Ovar selbst liegt, nennt man primäre Ovarinsuffizienz (POI). Im klassischen Sinne gilt nur die Ovarialinsuffizienz mit konsekutiver Amenorrhö von mindestens 4 Monaten als POI; es können jedoch sehr verschiedene Formen von Zyklusstörungen bei dieser Störung auftreten. An Symptomen können zu den Zyklusstörungen vasomotorische Beschwerden, vaginale Trockenheit und Libidomangel hinzukommen. Die prämature Ovarialinsuffizienz kann primär oder sekundär bedingt sein und ist abzugrenzen von der physiologischen Ovarialinsuffizienz im Übergang zur Menopause.
M. Ludwig
9. Praktisches Vorgehen bei gestörter Ovarfunktion und assoziierter Phänomene
Zusammenfassung
Die Beurteilung der Ovarfunktion ist eine der häufigsten Fragestellungen in der frauenärztlichen Praxis, speziell in der Sterilitätssprechstunde. Sie ist von der jeweiligen Lebensphase abhängig und bedeutet nicht grundsätzlich ovulatorisch. Beispiele normaler anovulatorischer Ovarfunktion sind: Anovulatorische Zyklen in Pubertät und Adoleszenz, Schwangerschaft und Stillzeit, Perimenopause und Postmenopause. Das Lebensalter, das kontrazeptive und das reproduktive Verhalten bestimmen also mit, ob eine Frau ovulatorisch ist oder nicht. Von physiologisch anovulatorischen Funktionszuständen muss die gestörte Ovarfunktion im fortpflanzungsfähigen Alter bei Frauen ohne hormonale Kontrazeption und ohne aktuellen Kinderwunsch unterschieden werden.
T. Strowitzki
10. Reproduktive Funktionen und Endokrinium im Netzwerk des Zentralnervensystems und der großen Stoffwechselorgane
Zusammenfassung
Das Kapitel beschreibt das funktionelle Netzwerk, in welches das Endokrinium mit seinen reproduktiven Funktionen zwischen Zentralnervensystem und großen Stoffwechselorganen eingebettet ist. Die Homöostase des Organismus und seine Fortpflanzungsfunktionen sind hierin geregelt, können dementsprechend aber auch durch Störungen einer dieser Komponenten außer Kraft gesetzt werden. Spätestens bei der Abklärung von Störungen der Ovarfunktion und von Einschränkungen der Fertilität wird verständlich, dass diese in der Regel Allgemeinerkrankungen und Funktionsstörungen des Organismus sowie Lebens- und Verhaltensweisen widerspiegeln, die die Fortpflanzung behindern können. Dies wird insbesondere dann deutlich, wenn man die Ovarfunktion im Spannungsfeld zwischen Überleben des Individuums, Fortpflanzung und Evolution betrachtet oder individuelles Überleben und Fortpflanzung unter dem Gesichtspunkt der Energieaufnahme und des Energieverbrauchs sieht.
A. Schäffler
11. Endokrinium und reproduktive Funktionen bei Allgemeinerkrankungen und bei Funktionsstörungen der großen Stoffwechselorgane
Zusammenfassung
Die normale Ovarfunktion ist bekanntlich das Ergebnis einer abgestimmten Zusammenarbeit zwischen Hypothalamus, Hypophyse und Ovar, einem Funktionskreis, der dem Umfeld anderer Körperfunktionen ausgesetzt ist. Dieses funktionelle Konzept setzt voraus, dass die übrigen Körperfunktionen soweit intakt sind, dass sie diesen Regelkreis nicht beeinträchtigen. Die Erfahrung, dass Allgemeinerkrankungen, insbesondere Störungen der großen Stoffwechselorgane sowie Funktionsstörungen anderer endokriner Organe, die Ovarfunktion und die Fähigkeit sich fortzupflanzen beeinträchtigen, ist nicht neu. Weniger verbreitet sind die Kenntnisse um den pathogenetischen Zusammenhang zwischen Grunderkrankung und Störungen der Ovarfunktion und anderer endokriner Systeme. Der Arzt kann aus der Kenntnis von Grunderkrankungen häufig wichtige therapeutische oder präventive Schlussfolgerungen für die Ovarfunktion ableiten. Deshalb sollen in diesem Kapitel die pathogenetischen Mechanismen skizziert werden, die bei den wichtigsten Stoffwechselveränderungen und Allgemeinerkrankungen zu einer Ovarfunktionsstörung und zur Dysfunktion anderer endokriner Organe führen oder dazu prädisponieren. Von zentraler Bedeutung für das Verständnis dieser pathogenetischen Mechanismen ist die Funktion des Hypothalamus. In ihm ist der Pulsgenerator lokalisiert, der die pulsatile GnRH- und damit die hypophysäre Gonadotropinsekretion gewährleistet. Wie wir in mehreren vorausgehenden Kapiteln gesehen haben, ist die normale pulsatile GnRH-Sekretion die Grundvoraussetzung der ovulatorischen Ovarfunktion. Im Hypothalamus laufen alle aus dem Körper und aus dem Umfeld eines Individuums kommenden, in den Sinnesorganen aufgenommenen und im Großhirn verarbeiteten Informationen zusammen, werden individuell gewichtet und in neuroendokrine Signale (GnRH-Pulse) transformiert. Die in diesem Kapitel im Zusammenhang mit Allgemeinerkrankungen beschriebenen Ovarfunktionsstörungen sind also meist zentraler, d. h. hypothalamisch-hypophysärer Genese und durch niedrig-normale bis erniedrigte Blutgonadotropinspiegel gekennzeichnet.
F. A. Leidenberger, T. Strowitzki
12. Endokrinologie der Schwangerschaft
Zusammenfassung
Eine Besonderheit der Endokrinologie der Schwangerschaft ist die Tatsache, dass sie sich mit 2 Individuen befasst, die sich schon in der Übergangsphase von der Befruchtung zur Nidation gegenseitig beeinflussen, metabolische Substrate und zahlreiche Informationssignale austauschen und sich nach der Plazentation hierfür eines nur wenige Monate funktionsfähigen Organs bedienen, der Plazenta. Die dabei ablaufenden Vorgänge und – soweit bekannt – deren Regulation werden im Folgenden beschrieben.
L. Wildt, P. Licht
13. Klinische Endokrinologie der Schwangerschaft und Stillzeit
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden Fragen zur Endokrinologie der Schwangerschaft und Stillzeit behandelt, nachdem zuvor im Buch die normalen endokrinen Funktionen während der Schwangerschaft als Basis für das Verständnis (patho-)physiologischer Zusammenhänge dargestellt wurden. Besondere Bedeutung kommt der endokrinen Analytik in der Frühschwangerschaft bei der Unterscheidung zwischen einer intra- und extrauterinen Implantation zu. Anhand verschiedener hormoneller Parameter kann in Ergänzung mit der Sonografie eine prognostische Aussage getroffen werden. Dargestellt wird auch, wie zuverlässig diese Parameter sind und welche therapeutischen Konsequenzen sich daraus ergeben. Im weiteren Schwangerschaftsverlauf hat die Hormondiagnostik mit Ausnahme der Bestimmung des maternalen Serum-AFP im Rahmen von Screening-Tests zu (chromosomalen) fetalen Störungen weitestgehend an Bedeutung verloren und wird heutzutage im 3. Trimenon zur Überwachung der fetoplazentaren Einheit praktisch nicht mehr eingesetzt. Ferner werden in diesem Kapitel für die Praxis relevante Erkrankungen endokriner Organe und deren Bedeutung in der Schwangerschaft beschrieben sowie Fragen zur Hormonmedikation während Schwangerschaft und Stillzeit beantwortet.
C. Bamberger, U. Germer, B. Toth
14. Endokrinologische Störungen an Haut und Haaren
Zusammenfassung
Die Haut und ihre Anhangsgebilde sind Zielorgan, aber auch Konversions- und Produktionsorte zahlreicher Hormone. Am besten bekannt und klinisch am relevantesten sind die negativen Wirkungen der Androgene auf Talgdrüsen, Vellushaarfollikel oder Terminalhaarfollikel. Bei entsprechender genetischer Disposition können dabei Störungen wie Akne, Hirsutismus und Alopezie entstehen. Im Gegensatz zu anderen, nicht sicht- oder spürbaren Störungen wie Hypertonus oder Hyperlipidämien, stellen Akne, Hirsutismus und Alopezie für jede betroffene Frau eine enorme seelische Belastung dar. Im Gegensatz zu den Androgenen haben Östrogene überwiegend positive Effekte auf Haut und Haare. Neben den Sexualhormonen üben auch zahlreiche andere Hormone Einflüsse auf die Haut aus. So kann es z. B. bei Mangel an Schilddrüsenhormonen (T3, T4) zu charakteristischen Hautverhärtungen an den Unterschenkeln kommen, dem prätibialen Myxödem. Beim Überschuss von Glukagon durch ein Glukagonom kommt es zu girlandenförmigen Erythemen, teils mit Pusteln – dem Erythema necrolyticum migrans.
H. Wolff
15. Perimenopause, Postmenopause und Senium
Zusammenfassung
Die Übergangsphase zwischen dem fortpflanzungsfähigen Alter der Frau und der Phase der Erschöpfung der generativen Funktion wie auch der Östrogensekretion des Ovars bezeichnet man als Klimakterium. In dieser Lebensphase liegt der Zeitpunkt der letzten funktionellen Blutung, die Menopause – ein biologisch gesehen relativ willkürlicher Zeitpunkt, da hier lediglich eine kritische Schwelle der uterinen Östrogenstimulation unterschritten wird und der erst 1 Jahr nach der letzten funktionellen Blutung bestimmt werden kann. Die Perimenopause ist die jeweils etwa 1 Jahr andauernde Phase unmittelbar vor und nach der Menopause. Das mittlere Alter der Frauen zum Zeitpunkt der Menopause beträgt 51 Jahre, 95% der Frauen haben ihre Menopause zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Die Postmenopause ist der Zeitraum nach der Menopause. Die ersten 5 postmenopausalen Jahre werden auch als frühe Postmenopause bezeichnet. In den vergangenen 100 Jahren ist die Lebenserwartung in den westlichen Industrienationen deutlich angestiegen (in Deutschland beispielsweise um 50%). Dies ist nicht nur auf die gesunkene Säuglingssterblichkeit oder die Mortalität im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter zurückzuführen, sondern hauptsächlich auf die verringerte Alterssterblichkeit. Dies hat dazu geführt, dass Frauen mehrere Jahrzehnte in einer Phase leben, die aus klinisch endokrinologischer Sicht durch das Sistieren der generativen Ovarfunktion und der Östrogensynthese charakterisiert ist. In Deutschland leben zurzeit etwa 17,5 Mio. Frauen, die älter als 50 Jahre sind.
C. Lattrich, P. Hadji, O. Ortmann
16. Endometriose
Zusammenfassung
Patientinnen mit Endometriose präsentieren sich in der täglichen Praxis mit vielfältigen Symptomen. Die Erkrankung kann asymptomatisch bestehen oder mit starken Beschwerden assoziiert sein, oft stehen die Dysmenorrhö und der chronischer Unterbauchschmerz im Vordergrund. Die genaue Prävalenz ist unbekannt, dürfte aber bis zu 30% betragen. Leider wird die Erkrankung trotz starker Beschwerden von manchen Kolleginnen und Kollegen nicht oder spät erkannt. Dabei wäre häufig ein „dran denken“ ausreichend, um der Diagnose näher zu kommen. Die Definition von Risikofaktoren ist schwierig, einige scheinen aber zu bestehen und werden genannt. Auch die Entstehung von Endometriose ist nicht eindeutig geklärt, verschiedene Theorien existieren, werden weiter entwickelt und ergänzen sich gegenseitig. Die Diagnostik liegt mit einfachen Mitteln und Möglichkeiten eindeutig in den Händen der Gynäkologen, hierzu sind unsere Standarduntersuchungsverfahren meist ausreichend. Im Vordergrund stehen Anamnese, klinische Untersuchung mittels Spekulum, rektovaginale Untersuchung und die Sonografie. Selten werden Zusatzuntersuchungsverfahren nötig sein, sollten aber nicht ganz aus dem diagnostischen Repertoire verbannt werden. Insbesondere die Therapie ist von der Lebenssituation der Patientin abhängig und erfordert speziell bei Kinderwunschpatientinnen die Ausarbeitung eines Gesamtkonzepts unter Berücksichtigung aller Parameter.
S. P. Renner, A. Müller
17. Benigne und maligne Erkrankungen der Brust
Zusammenfassung
Wachstum und Funktion der Brustdrüse sind hormonabhängige Prozesse. Die Inzidenz der gut- und bösartigen Brusterkrankungen ist u. a. vom hormonellen Milieu abhängig. Erkrankungen der Brust sind in der Mehrheit auf die Adoleszenz begrenzt. Die Therapieoptionen bei gut- und bösartigen Brusterkrankungen bestehen aus Hormonen und Pharmaka, die in das Endokrinium sowie die lokalen auto- und parakrinen Prozesse eingreifen. Zu diesen Hormonen gehören Östrogene, Gestagene, androgen wirksame Substanzen, Prolaktinhemmer, Antiöstrogene und Aromatasehemmer. Gutartige Brusterkrankungen sind ausgesprochen heterogen. Physiologische Veränderungen können zu klinischen Symptomen führen. Diese zeigen typische pathologische Charakteristika und können u. a. durch die Bildgebung diagnostiziert werden. Kritisch ist die sichere Abgrenzung gegenüber malignen Veränderungen. Dieses Kapitel gibt eine Übersicht über das gesamte Spektrum gutartiger und bösartiger Brusterkrankungen, wobei besonders auf die Abhängigkeit vom Endokrinium und auf die Hormontherapie unter Einbeziehung der aktuellen Leitlinien eingegangen wird.
S. Buchholz, O. Ortmann
18. Weitere Tumoren und Endokrinium
Zusammenfassung
Hormone sind für Entstehung, Wachstum und Therapie gynäkologischer Malignome von relevanter Bedeutung. Die Wechselwirkungen zwischen Östrogenen und Gestagenen spielen für die Karzinogenese eine wichtige Rolle. Dies gilt auch für einige Androgene, da sie in Östrogene metabolisiert werden können. Für die Praxis ist von besonderer Relevanz, dass auch applizierte Sexualsteroide Tumorerkrankungen begünstigen können. Einige natürliche und synthetische Sexualhormone können neben ihren Hauptwirkungen auch protektive Effekte haben. Diese erwünschten Nebenwirkungen lassen sich für eine langfristig wirksame Prävention nutzen. Das Endometriumkarzinom ist das gynäkologische Malignom, für welches die funktionellen Beziehungen zwischen Endokrinium und Tumorwachstum am besten belegt sind. Beim Ovarialkarzinom sind die Zusammenhänge weniger offensichtlich, wenn auch reproduktive Faktoren als Risikofaktoren von großer Bedeutung sind. Hormonproduzierende Tumoren sind durch Synthese spezifischer Hormone und deren Auswirkung charakterisiert. Diagnostik und Therapie basieren auf dem klinischen Bild der Symptomatik. Im Folgenden werden die Grundlagen und klinischen Aspekte der Beziehungen zwischen Endokrinium und Tumorwachstum dargelegt.
O. Ortmann, S. Buchholz
19. Grundlagen der Laboranalytik in der gynäkologischen Endokrinologie
Zusammenfassung
Zur Hormonbestimmung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, darunter In-vivo-Bioassays, In-vitro-Bioassays, Rezeptorassays, Radio- bzw- Enzymimmunoassays. Während Bioassays Substanzen aufgrund deren biologischer Aktivität nachweisen, basieren Methoden wie Rezeptorassays und Immunoassays auf der Fähigkeit einer Substanz, an einen Rezeptor oder Antikörper zu binden. Bio- und Rezeptorassays kommen heutzutage ausschließlich in Forschungslaboratorien zur Anwendung, während diagnostische Labors sich überwiegend immunologischer Assays bedienen. Als Immunoassays kommen hier in der Routinediagnostik meist Enzymimmunoassays zum Einsatz. Für die Messung von Hormonen in der Diagnostik sind bestimmte Kriterien der Qualitätskontrolle zu erfüllen, die im vorliegenden Kapitel ebenso beschrieben werden wie Fachbegriffe zur Testgenauigkeit. Anschließend werden die für die endokrinologischen Fragestellungen bei Frauen wichtigsten Hormonbestimmungen erläutert und Besonderheiten jeweils herausgestellt.
C. Knabbe
20. Endokrinpharmakologie
Zusammenfassung
In diesem Kapitel soll die Pharmakologie der für die Therapie in der frauenärztlichen Praxis wichtigsten Hormone und hormonähnlichen synthetischen Substanzen besprochen werden, soweit sie nicht in den klinischen Kapiteln in anderem Zusammenhang angemessen dargestellt ist. Entsprechend ihrer großen praktischen Bedeutung nehmen die Sexualsteroide und ihre synthetischen Abkömmlinge einen breiten Raum ein. Sexualsteroide und ihre Derivate gehören weltweit zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten. Die wichtigsten Indikationsbereiche sind die orale Kontrazeption und die Hormontherapie im Alter. Bei den Sexualsteroiden unterscheidet man nach ihren Hauptwirkungen Östrogene, Androgene und progesteronähnliche Substanzen (Gestagene). Neben den geschlechtsspezifischen Wirkungen auf die Fortpflanzungsorgane und -funktionen von Frau und Mann haben Sexualsteroide auf praktisch alle Organe und Körperfunktionen Auswirkungen und können auch Nebenerscheinungen auslösen, deren richtige Deutung praktisch-klinisches Handeln zur Folge hat. Sexualsteroide haben breiten Eingang in die Diagnostik sowie in Therapie und Prophylaxe gefunden. Da die genannten natürlichen Sexualsteroide in der Regel wenig aktiv sind, wenn sie in ihrer natürlichen Form verabreicht werden (insbesondere bei peroraler Verabreichung), wendet man sie meist chemisch modifiziert an. Viele dieser chemisch modifizierten Hormone haben nicht nur eine stärkere biologische Hauptwirkung und können per os verabreicht werden, sondern sie haben auch zusätzliche Partialwirkungen. Diese Partialwirkungen sind insofern von besonderem Interesse, als sie bei gezielter Auswahl eine differenzierte Therapie zulassen und erwünschte Nebenwirkungen genutzt werden können. Weitere Details über den gezielten Einsatz von synthetischen Steroiden und antagonistisch wirkenden Steroidabkömmlingen sind in diesem Kapitel beschrieben.
T. Gudermann
21. Verzeichnis der in Deutschland kommerziell erhältlichen Hormonpräparate und Präparate mit hormonartiger Wirkung
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden tabellarisch die wichtigsten in Deutschland kommerziell erhältlichen Hormonpräparate und Präparate mit hormonartiger Wirkung aufgeführt. Für die Medikamentengruppen Östrogene, Gestagene, Östrogen-Gestagen-Präparationen, Antiöstrogene und Ovulationsauslöser, Antiandrogene, hypothalamische Releasing-Hormone einschließlich Analoga, Hypophysen- und Plazentahormone, Prolaktinhemmer, Glukokortikoide zur Androgensuppression und für Hemmtests, Mineralokortikoide und Schilddrüsenhormone werden Handelsname, Wirkstoff, Hersteller, Darreichungsform und Dosierungen angegeben.
M. J. Strowitzki
Backmatter
Metadaten
Titel
Klinische Endokrinologie für Frauenärzte
herausgegeben von
Freimut A. Leidenberger
Thomas Strowitzki
Olaf Ortmann
Copyright-Jahr
2014
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-642-38043-3
Print ISBN
978-3-642-38042-6
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-642-38043-3

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