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Erschienen in:

01.03.2016 | Kolorektales Karzinom | Leitthema

Nutzung von Krebsregisterdaten zur Messung der Qualität in der klinischen Onkologie und für Versorgungsforschung

verfasst von: PD Dr. M. Klinkhammer-Schalke, M. Gerken, H. Barlag, A. Teufel

Erschienen in: Die Onkologie | Ausgabe 3/2016

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Zusammenfassung

Hintergrund

Zunehmend wird gefordert, dass Behandlungsdaten außerhalb von klinischen Studien zur Verfügung stehen, um bevölkerungsbezogene Aussagen zum Outcome spezifischer diagnostischer und therapiebezogener Maßnahmen zu erlangen. Der onkologische Behandlungsalltag unterscheidet sich wesentlich von den Fragestellungen randomisierter, kontrollierter, klinischer Studien. In der Behandlungsroutine werden Patienten aller Altersgruppen, mit teilweise erheblichen Komorbiditäten multidisziplinär betreut. Die Ergebnisse aus klinischen Studien sind daher oft nur eingeschränkt in den Behandlungsalltag übertragbar.

Ziel

Durch Einführung des Krebsfrüherkennungs- und registergesetzes (KFRG § 65 c SGB V) 2013 wird die Lücke zwischen klinischen Studienergebnissen und flächendeckender Behandlungsrealität geschlossen werden und durch Versorgungsforschung, die „letzte Meile“ (H. Pfaff), Prozess- und Ergebnisqualität in ihren vielfachen Facetten abzubilden sein.

Material und Methoden

Systematische, einheitliche Dokumentation und Analyse des Behandlungsalltags sind die notwendigen Instrumente, um die Qualität onkologischer Behandlung zu erheben, zusammenzuführen und nach klar definierten Fragestellungen auszuwerten. Zu diesem Zweck wurden zum einen Daten der bestehenden klinischen Krebsregister in Deutschland zu den häufigen Tumorentitäten bundesweit zusammengeführt und anhand vorhandener Qualitätsindikatoren der Leitlinien die Behandlungsqualität dargestellt. Dies wird am Beispiel der Verteilung und des Überlebens nach Anzahl der untersuchten Lymphknoten im Stadium II für Patienten mit Kolonkarzinomen bundesweit aufgezeigt. Ebenso wird anhand eines bevölkerungsbezogenen regionalen Krebsregisters das Outcome einer adjuvanten Chemotherapie bei Patienten mit Kolonkarzinom Stadium II dargestellt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung

In der bundesweiten Analyse des Qualitätsindikators zeigte sich, dass bei mehr als 12 entfernten und untersuchten Lymphknoten zeigte sich ein deutlich besseres Überleben als bei Patienten mit weniger als 12 entfernten Lymphknoten. In der regionalen Analyse profitierten Patienten mit einem Kolonkarzinom Stadium II und T4-Tumoren deutlich von einer adjuvanten Chemotherapie.
Dieser Bericht zeigt Möglichkeiten auf, wie Registerdaten für die Messung der Qualität der Behandlung und für Versorgungsforschung genutzt werden können.
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Metadaten
Titel
Nutzung von Krebsregisterdaten zur Messung der Qualität in der klinischen Onkologie und für Versorgungsforschung
verfasst von
PD Dr. M. Klinkhammer-Schalke
M. Gerken
H. Barlag
A. Teufel
Publikationsdatum
01.03.2016
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Die Onkologie / Ausgabe 3/2016
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234
DOI
https://doi.org/10.1007/s00761-015-2940-2

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