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2014 | Buch

Pädiatrische Differenzialdiagnostik

herausgegeben von: Prof. Dr. Josef Rosenecker

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

Wie erlange ich diagnostische Gewissheit? Mit einem geübten Blick kann der Kinderarzt einzelne Krankheitsmerkmale rasch erkennen. Schwierig wird die Diagnose, wenn ein Syndrom mehrere charakteristische Symptome aufweist – mit entscheidenden Konsequenzen für die Therapiewahl.

Spüren Sie die klinischen Symptome zielsicher auf und sichern Sie Ihre Diagnose ab: „Pädiatrische Differenzialdiagnostik“ bietet praktische Hilfe zur Abklärung von über 70 häufigen Krankheitssymptomen im Kindes- und Jugendalter.

Nach Funktionssystemen gegliedert, ist jeder Symptomkomplex auf wenigen Seiten übersichtlich und prägnant dargestellt. Das einheitliche Grundgerüst sorgt für eine leichte Orientierung im Buch: Definition, Anamnese, Ätiologie und differenzialdiagnostische Abklärung - Schritt für Schritt und unter Berücksichtigung der Altersstufen. Über 150 Flussdiagramme stellen das Ursachenspektrum übersichtlich dar und bringen das systematische Vorgehen eingängig auf den Punkt. Die Entscheidungsbäume sind auf einen Blick erfassbar und liefern schnell abrufbare Informationen.

Konzentriert auf die typischsten Beschwerdebilder, beginnt das Nachschlagewerk mit unspezifischen Symptomen wie Fieber und Abgeschlagenheit. Die weiteren Abschnitte umfassen alle wichtigen Organsysteme und Symptomgruppen einschließlich Genitalien, neurologische Symptome, Bewegungsapparat, Sinnesorgane und psychische Auffälligkeiten.

Keine alternative Diagnose mehr übersehen: die Merkhilfe für An

fänger wie Erfahrene in der Pädiatrie.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Unspezifische Symptome

Frontmatter
1. Fieber
Zusammenfassung
Fieber ist gerade im Kindesalter ein häufiges Symptom und bezeichnet eine Erhöhung der Körpertemperatur auf ≥38,5 °C als Folge einer Sollwertverstellung im Hypothalamus.
C. Papan, S. Stojanov
2. Schmerzen
Zusammenfassung
Die folgenden Ausführungen sind ein Versuch, den Prozess der diagnostischen Entschlüsselung kindlicher Schmerzzustände zu analysieren und zum Nutzen der klinischen Arbeit zu organisieren.
J.-U. Walther
3. Abgeschlagenheit und chronisches Müdigkeitssyndrom
Zusammenfassung
Müdigkeit ist ein häufiges Symptom, das mit einer Prävalenz von bis zu 30 % im ambulanten Bereich angegeben wird.
U. Wintergerst
4. Lymphknotenschwellung
Zusammenfassung
Lymphknoten gehören neben dem Knochenmark, dem Thymus, den Peyer-Plaques im Darm sowie dem bronchial assoziierten lymphatischen Gewebe zur immunologischen Abwehr und sind durch Lymphgefäße mit den sie versorgenden Körperregionen verbunden.
U. Wintergerst

Haut und äußeres Erscheinungsbild

Frontmatter
5. Exantheme
Zusammenfassung
Exantheme sind erworbene Erkrankungen der Haut, die einem zeitlich befristeten charakteristischen Ablauf mit Beginn, Höhepunkt und Abheilung folgen.
D. Abeck
6. Hautjucken
Zusammenfassung
Juckreiz ist ein häufiges Symptom, welches multifaktoriell bedingt oder durch eine einzige zugrunde liegende Krankheit hervorgerufen werden kann.
F. Nagel, E. von Mutius
7. Petechien
Zusammenfassung
Petechien sind kleine stecknadelkopfgroße Hauteinblutungen, die nicht mit dem Glasspatel wegdrückbar sind.
M. Olivieri, K. Kurnik
8. Kleinwuchs
Zusammenfassung
Kleinwuchs ist ein klinisches Zeichen und per se keine Diagnose. Befindet sich die Länge bzw. Größe eines Kindes unter der 3.
R. Pfäffle, W. Kiess
9. Hochwuchs
Zusammenfassung
Kinder werden deutlich seltener wegen eines Hochwuchses beim Arzt vorgestellt als wegen eines Kleinwuchses. Liegt die Länge bzw. Größe eines Kindes über der 97.
R. Pfäffle, W. Kiess
10. Gewichtszunahme/Adipositas
Zusammenfassung
Adipositas ist als ausgeprägtes Übergewicht definiert, das sich durch einen übermäßigen Anstieg der Körperfettmasse auszeichnet.
R. Ensenauer

Atemwege und Lunge

Frontmatter
11. Husten
Zusammenfassung
Husten ist ein physiologischer Schutzreflex gegen inhalative Noxen und dient der Reinigung der Atemwege. Hustenrezeptoren, die im Epithel der Atemwege lokalisiert sind, werden durch Reizstoffe aktiviert und führen über einen komplexen physiologischen Reflexbogen zu einem kurzzeitigen Verschluss der Glottis und einer schnellen Kontraktion der Atemmuskulatur, wodurch ein Luftstoß erzeugt wird.
J. Rosenecker, M. Kabesch
12. Stridor
Zusammenfassung
Stridor ist ein mit bloßem Ohr hörbares, rauhes, pfeifendes oder hochfrequentes Atemgeräusch, das durch turbulenten Atemluftstrom an einer Stenose der großen Atemwege entsteht.
K. Reiter
13. Dyspnoe
Zusammenfassung
Dyspnoe oder Atemnot ist das subjektive Empfinden pathologisch erhöhter Atemarbeit. Kennzeichnende objektive Untersuchungsbefunde sind deutlich eingeschränkter Allgemeinzustand und Tachypnoe, Tachykardie, Orthopnoe, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur oder Einziehungen.
K. Reiter
14. Zyanose
Zusammenfassung
Die Zyanose beschreibt eine blaue Verfärbung der Haut und der Schleimhäute. Hervorgerufen wird diese durch einen Mangel an Blutsauerstoff im betreffenden Gewebe.
C. Thilmany
15. Störungen der Atemregulation
Zusammenfassung
Das Atemzentrum, welches Ein- und Ausatmung reguliert, befindet sich in der Medulla oblongata (Hirnstamm). Die Neurone des Atemzentrums gehören zum autonomen Nervensystem (ANS); sie verfügen über zentrale Chemorezeptoren, welche über die H+-Ionenkonzentration auf Änderungen des CO2-Partialdrucks reagieren.
J.G. Schöber

Herz und Kreislauf

Frontmatter
16. Thoraxschmerzen
Zusammenfassung
Thoraxschmerzen sind ein weit verbreitetes Symptom im Kindes- und Jugendalter, dessen Häufigkeit in der pädiatrischen Praxis mit knapp 1 % angegeben wird. Ein Altersgipfel besteht hierbei in der Adoleszenz (12–14 Jahre).
A. Kleinmann
17. Hypertonie
Zusammenfassung
Unter Hypertonie versteht man:
R. Dalla Pozza
18. Palpitationen
Zusammenfassung
Bei Palpitationen handelt es sich um von den Patienten als unangenehm empfundene, verstärkt wahrgenommene oder arrhythmische Herzschläge.
R. Dalla Pozza
19. Synkope
Zusammenfassung
Synkope ist definiert als plötzlicher und kurzdauernder Bewusstseinsverlust, der ohne therapeutische Maßnahmen reversibel ist. Die Dauer der Bewusstlosigkeit umfasst ca. 30–60 s bis maximal 5 min.
R. Dalla Pozza
20. Hypotonie – Fehlender Puls – Schock
Zusammenfassung
Hypotonie und daraus resultierender Schock beschreibt Blutdruckwerte unterhalb der altersentsprechenden Normwerte in Verbindung mit Kreislaufsymptomatik.
R. Dalla Pozza
21. Arrhythmien
Zusammenfassung
Bei Tachykardien handelt es sich um Herzrhythmusstörungen mit regelmäßiger Herzaktion, aber Herzfrequenzen über den altersentsprechenden Normwerten (Tab. 21.1).
R. Dalla Pozza

Verdauung, Leber

Frontmatter
22. Ikterus
Zusammenfassung
Ikterus, vom Griechischen ɩκτεροσ = Gelbsucht, ist ein Symptom, dem verschiedenste Ursachen zugrunde liegen können. Zur besseren Klassifizierung werden prähepatischer, intrahepatischer und posthepatischer Ikterus unterschieden.
T. Lang
23. Bauchschmerzen
Zusammenfassung
Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Symptomen im Kindesalter. Es sind akute von chronischen Bauchschmerzen zu unterscheiden, da bei akuten Bauchschmerzen häufiger organische Ursachen im Vordergrund stehen, bei chronischen hingegen die sog. funktionellen Bauchschmerzen eine gewichtige Rolle spielen.
T. Lang
24. Durchfall
Zusammenfassung
Durchfall ist charakterisiert durch einen akut auftretenden Flüssigkeitsverlust über das Intestinum mit gesteigerter Stuhlfrequenz, geringerer Stuhlkonsistenz und erhöhter Stuhlmenge.
T. Lang

Zur Zeit gratis

25. Obstipation im Kindesalter
Zusammenfassung
Von Obstipation spricht man, wenn harter oder großlumiger Stuhl Beschwerden hervorruft, Defäkationsschmerz vorliegt oder eine Überlaufenkopresis auftritt bei einem vormals kontinenten Kind.
T. Lang
26. Fettstühle
Zusammenfassung
Als Fettstuhl oder Steatorrhö wird eine pathologische Ausscheidung von Fetten mit dem Stuhl bezeichnet. Der Stuhl ist häufig glänzend, lehmartig und penetrant riechend.
T. Lang
27. Gedeihstörung
Zusammenfassung
Die Gedeihstörung ist definiert als eine Verzögerung der Gewichtsentwicklung eines Kindes unter die 3. Perzentile oder eine Abweichung des Gewichts um mehr als 2 Hauptperzentilen vom zu erwartenden Gewichtsverlauf (Durchwandern von Perzentilen).
T. Lang
28. Erbrechen
Zusammenfassung
Erbrechen ist das propulsive Ausstoßen von Mageninhalt. Davon abzugrenzen ist das Regurgitieren, das einen nichtaktiven Rückfluss von Mageninhalt nach draußen bezeichnet.
T. Lang
29. Blutauflagerungen
Zusammenfassung
Blutauflagerungen auf dem Stuhl werden als Hämatochezie bezeichnet. Sie rühren in den meisten Fällen von einer Blutungsquelle im unteren Gastrointestinaltrakt her.
T. Lang
30. Bluterbrechen
Zusammenfassung
Blutiges Erbrechen weist auf eine Blutung proximal des Treitz-Bandes hin. Die Ursache kann beginnend im Mund-Rachen-Raum, der Nase, im Ösophagus, im Magen und im oberen Duodenum liegen.
T. Lang
31. Meteorismus
Zusammenfassung
Als Meteorismus wird die pathologische Ansammlung von Luft im Gastrointestinaltrakt, im speziellen in Dünn- und Dickdarm bezeichnet. Häufig ist Meteorismus mit Durchfällen vergesellschaftet.
T. Lang
32. Aszites
Zusammenfassung
Aszites bezeichnet jegliche Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle. Aszites stellt immer ein ernst zu nehmendes Symptom dar, die Diagnostik sollte rasch und gezielt erfolgen.
T. Lang

Niere, harnableitendes System (und Elektrolytverschiebungen)

Frontmatter
33. Nächtliches Einnässen
Zusammenfassung
Wichtig für Diagnostik und Therapie ist die Unterteilung des Symptoms Einnässen in die Termini Enuresis und funktionelle Harninkontinenz:
L. T. Weber
34. Hämaturie
Zusammenfassung
Bei einer Hämaturie kann man zwischen einer Makro- und einer Mikrohämaturie unterscheiden:
L. T. Weber
35. Dysurie
Zusammenfassung
Dysurie bezeichnet eine erschwerte, gewollte Blasenentleerung, die zusätzlich schmerzhaft sein kann. Sie ist ein Leitsymptom der Harnblasenentleerungsstörungen und gehört zu den akuten Symptomen einer Erkrankung der Nieren und ableitenden Harnwege (neben Fieber, Bauch-/Rückenschmerzen, Ödemen, Oligo-/Polyurie, Hämaturie, Proteinurie, Einnässen).
L. T. Weber
36. Polyurie/Oligurie/Anurie
Zusammenfassung
Von einer Anurie spricht man bei einem Urinvolumen (Diurese) von <0,2 ml/kg Körpergewicht(KG)/h bzw. <100 ml/m2 Körperoberfläche (KOF)/24 h. Eine Oligurie liegt vor bei einer Diurese von <0,5 ml/kg KG/h oder <240 ml/m2KOF/24 h.
L. T. Weber
37. Polydipsie
Zusammenfassung
Als Polydipsie bezeichnet man ein gesteigertes Durstempfinden und vermehrte Flüssigkeitsaufnahme.
L. T. Weber
38. Elektrolytverschiebungen
Zusammenfassung
Veränderungen der Elektrolytkonzentrationen im Serum oder Plasma kommen im Kindes- und Jugendalter recht häufig vor, z. B. bei Diarrhö und Erbrechen, und können zu Krampfanfällen oder Herzrhythmusstörungen führen.
L. T. Weber
39. Proteinurie
Zusammenfassung
Normal: Eiweiß im Urin <100 mg/m2 Körperoberfläche/Tag
L. T. Weber
40. Ödeme
Zusammenfassung
Unter Ödemen versteht man eine pathologische Ansammlung von Flüssigkeit im interstitiellen Raum.
L. T. Weber

Weibliches und männliches Genitale

Frontmatter
41. Blutungen, Rötungen und Infektionen des weiblichen Genitales
Zusammenfassung
Eine genitale Blutung ist eine Blutung am äußeren oder aus dem inneren Genitale eines Mädchens. Beim Neugeborenen kann dies als uterine Hormonentzugsblutung physiologisch sein.
S. Anthuber, M. Heinrigs
42. Fehlbildungen des äußeren weiblichen Genitales
Zusammenfassung
Unter einer Fehlbildung versteht man eine vor der Geburt entstandene Fehlgestaltung eines Organs. Fehlbildungen mit geringen klinischen Auswirkungen werden auch als Anomalien bezeichnet.
S. Anthuber
43. Störungen der Pubertätsentwicklung bei Jungen und Mädchen
Zusammenfassung
Der Beginn der Pubertätsentwicklung bei Jungen wie bei Mädchen hat sich in den letzten 100 Jahren zunehmend nach vorne verschoben.
U. Kuhnle-Krahl

Neurologische Symptome

Frontmatter
44. Kopfschmerz
Zusammenfassung
Kopfschmerzen sind charakterisiert durch eine (leichte bis unerträglich schwere) Schmerzempfindung im Bereich des Kopfes. Der Schmerz wird durch eine Reizung schmerzsensibler gehirnnaher Strukturen verursacht.
M. Bonfert, F. Heinen
45. Ataxie
Zusammenfassung
Ataxie ist eine Bewegungsstörung, bei der die Koordination im Sinne der »Zielführung« betroffen ist. Sie kann sich in Dyssynergien, Dysmetrie und Dysdiadochokinese sowie Gangunsicherheit und Fallneigung äußern.
M. Bonfert, F. Heinen
46. Erster zerebraler Anfall
Zusammenfassung
Ein zerebraler Anfall entspricht einer exzessiven und abnorm synchronen Entladung zentraler Neurone. Er ist ein paroxymales Ereignis mit Veränderung von Bewusstsein, Psyche, Motorik, autonomer und sensorischer Funktionen.
M. Bonfert, F. Heinen
47. Myoklonus
Zusammenfassung
Das motorische Symptom Myoklonus gehört zur Gruppe der hyperkinetischen Bewegungsstörungen. Myoklonien sind gekennzeichnet durch eine plötzliche, unwillkürliche Kontraktion eines oder mehrerer Muskeln oder Muskelgruppen der Extremitäten oder des Stammes.
M. Bonfert, F. Heinen
48. Tremor
Zusammenfassung
Das Symptom Tremor gehört zur Gruppe der hyperkinetischen Bewegungsstörungen (hier: ein rhythmisches »Zuviel« an Bewegung).
M. Bonfert, F. Heinen
49. Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit
Zusammenfassung
In der frühen Kindheit wird der Begriff Entwicklungsstörungen oder Entwicklungsverzögerung vielfältig verwendet, um verschiedenste Auffälligkeiten bzw. Abweichungen in bestimmten Funktionsbereichen wie z. B. Sprache, Motorik, soziale Wahrnehmung, Aufmerksamkeit oder Kognition zu beschreiben.
M. Noterdaeme
50. Schlafstörungen
Zusammenfassung
In der kinderärztliche Praxis berichten zwischen 10 und 20 % der Eltern über Schlafproblemen bei ihren Kindern bzw. bei Jugendlichen. Im Vordergrund stehen dabei häufig Ein- und Durchschlafstörungen, aber auch schlafbezogene Atmungsstörungen wie z. B. die obstruktive schlafbezogene Apnoe.
B. Hoch

Bewegungsapparat

Frontmatter
51. Gelenkschmerzen
Zusammenfassung
Gelenkschmerzen können im Rahmen einer Gelenkentzündung auftreten, nach einem Trauma oder als Ausdruck einer akuten oder chronischen Überlastung des Muskel-Band-Apparates.
A. Jansson
52. Muskelschwäche
Zusammenfassung
in diesem Zusammenhang sollen ausschließlich Störungen mit einer schlaffen Lähmung der Muskulatur besprochen werden.
W. Müller-Felber
53. Muskelkrämpfe
Zusammenfassung
Es handelt sich um eine unwillkürliche Kontraktion der Muskulatur, welche in der Regel mit Schmerzen verbunden ist. In der Regel lässt sich eine Verhärtung der Muskulatur tasten.
W. Müller-Felber
54. Lähmung (Parese)
Zusammenfassung
Als Parese wird die vollständige oder teilweise Einschränkung der Willkürmotorik verstanden. Eine vollständige Parese wird auch als Plegie bezeichnet.
W. Müller-Felber
55. Gangstörung
Zusammenfassung
Der Begriff Gangstörung ist eine extrem unscharfe Bezeichnung, welche für alle sichtbaren Auffälligkeiten des Gangbilds verwendet wird.
W. Müller-Felber
56. Meningismus
Zusammenfassung
Beim Vorliegen einer Nackensteifigkeit muss der Meningismus vom Pseudomeningismus unterschieden werden.
W. Müller-Felber
57. Rückenschmerzen
Zusammenfassung
Rückenschmerzen im Kindesalter können im Rahmen von entzündlichen, infektiösen, muskuloskelettalen oder auch malignen Erkrankungen auftreten.
A. Jansson

Blut und Immunsystem

Frontmatter
58. Anämie
Zusammenfassung
Blässe und Müdigkeit sind Symptome einer Anämie, definiert als Hämoglobinkonzentration unterhalb des altersentsprechenden Normbereiches. Hämoglobinwerte (Hb) von <5 g/dl sind auch für daran adaptierte Kinder nicht ungefährlich, da es bei plötzlicher Kreislaufbelastung rasch zu einer Dekompensation mit Herzversagen kommen kann. Man unterscheidet mikrozytäre, normozytäre oder makrozytäre Anämien von hämolytischen Anämien.
I. Schmid
59. Blutungsneigung
Zusammenfassung
Die Blutstillung wird durch ein System aus verschiedenen Komponenten gewährleistet. Neben der Gefäßwand an sich spielen zelluläre Bestandteile (Thrombozyten) und plasmatische Gerinnungsfaktoren eine Rolle. Je nachdem, welches System betroffen ist, kommt es zu kleinen Blutungen (Petechien) oder auch zu größeren Blutungen (Hämatomen, Schleimhautblutungen, Gelenkblutungen…). Gelegentliche Hämatome oder kurzfristiges Nasenbluten stellen im Kindesalter häufige und in der Regel harmlose Symptome dar. Meist sind diese Blutungen traumatisch bedingt, auch wenn nicht immer ein Auslöser eruiert werden kann.
C. Bidlingmaier, K. Kurnik
60. Infektanfälligkeit
Zusammenfassung
Es muss die physiologische Infektanfälligkeit, die in der Regel keine Spezialdiagnostik und Therapie erfordert, von einer pathologischen Infektanfälligkeit basierend auf einem angeborenen oder erworbenen Immundefekt oder auf einem lokalen Abwehrdefekt unterschieden werden. Die Abgrenzung ist schwierig, da keine verlässlichen Daten vorliegen. Es kann z. B. trotz fehlender Infektanfälligkeit ein primärer Immundefekt vorliegen. Ein primärer Immundefekt kann sich aber auch erst im Jugend- oder Erwachsenenalter manifestieren.
I. Schmid
61. Blutbildveränderungen
Zusammenfassung
Veränderung der Blutwerte außerhalb der Normbereiche mit Neutrophilie, Lymphozytose, Neutropenie, Lymphopenie, Eosinophilie, Basophilie, Monozytose, Thrombozytose, Thrombopenie, Polyglobulie, Anämie oder Panzytopenie können charakteristisch für bestimmte Krankheitsbilder sein.
I. Schmid

Sinnesorgane (Auge, Ohr, Geruchs- und Geschmackssinn)

Frontmatter
62. Exophthalmus
Zusammenfassung
Das Auge liegt geschützt in der knöchernen Orbita. Der Begriff des Exophthalmus bezeichnet das Hervortreten des Bulbus aus der Orbita nach anterior. Es kommt in der Folge dessen zu einer Erweiterung der Lidspalte ggf. bis hin zu einem Lidschlussdefekt.
A. Bickmann
63. Nystagmus
Zusammenfassung
Nystagmus ist eine wichtige Augenbewegungsstörung, die bei Kindern in sehr verschiedenen Formen auftreten kann als:
O. Ehrt
64. Miosis
Zusammenfassung
Die Pupille kann in der Größe von 1,5–8 mm variieren, was bezogen auf die Fläche und damit die hindurchtretende Lichtmenge einen Faktor von 25 bedeutet.
A. Bickmann
65. Mydriasis
Zusammenfassung
Mydriasis bezeichnet eine Erweiterung der Pupille mehrheitlich durch Erschlaffung des M. sphincter pupillae bzw. Funktionsdefizit des M. dilatator pupillae (Botenstoff Acetylcholin) und/oder zu einem kleineren Teil aktive Kontraktion des M. dilatator pupillae, sympathikusaktiviert (Botenstoff Noradrenalin).
A. Bickmann
66. Ptosis
Zusammenfassung
Eine Ptosis bezeichnet einen Tieferstand des Oberlides. Bei Kindern handelt es sich meistens um eine angeborene Erkrankung, seltener kann sie erworben sein.
O. Ehrt
67. Ohrenschmerzen
Zusammenfassung
Ohrenschmerzen kommen als Symptom bei Erkrankungen des äußeren Gehörgangs, des Mittelohres, ausstrahlend aus Regionen des Naso- oder Mesopharynx und des Kiefergelenkes oder durch eine Reizung sensibler Nerven vor.
B. Arnold
68. Hörstörungen
Zusammenfassung
Die Prävalenz der angeborenen kindlichen Schwerhörigkeit (>35 dB) liegt bei 2,1 beidseitig und bei 0,6 einseitig schwerhörigen Kindern auf 1000 Neugeborene, somit bei 3 ‰.
B. Arnold

Psychische Auffälligkeiten

Frontmatter
69. Fütter- und Essstörungen im Säuglings- und Kleinkindalter
Zusammenfassung
Der Begriff Fütter- und Essstörung soll zum Ausdruck bringen, dass zumindest in der frühen Kindheit der interaktionelle Kontext eine herausragende Rolle spielt. Aus diesem Grund wird für die ersten 3 Lebensjahre der Begriff Fütterstörung bevorzugt.
N. v. Hofacker
70. Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen
Zusammenfassung
Eine Definition ist ausgesprochen schwierig, da es keine objektiv messbaren Maßstäbe oder Kennziffern gibt, ab welchem Ausmaß die Freude an der Motorik und die quirlige Lebendigkeit eines Kindes als »unnormal« bzw. über der Norm angesehen werden kann.
K. H. Brisch
71. Ängste
Zusammenfassung
Im Laufe der kindlichen Entwicklung müssen Kinder viele Ängste bewältigen. Ängste treten hierbei in allen Entwicklungsphasen auf, so im Säuglingsalter, im Kleinkindalter sowie im Schulalter und der Pubertät.
K.-H. Brisch
Backmatter
Metadaten
Titel
Pädiatrische Differenzialdiagnostik
herausgegeben von
Prof. Dr. Josef Rosenecker
Copyright-Jahr
2014
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-642-29798-4
Print ISBN
978-3-642-29797-7
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-642-29798-4

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