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2015 | Buch

Sexualmedizin in der Gynäkologie

herausgegeben von: Prof. Dr. med. Hans-Joachim Ahrendt, Dr. med. Cornelia Friedrich

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

Schnelle Orientierung und kompetente Hilfestellung bei Sexualstörungen in Klinik und Praxis

Gynäkologen sind meist die ersten Ansprechpartner der Patientinnen bei Sexualproblemen. Von ihnen wird eine große sexualmedizinische Kompetenz erwartet. Der Stärkung dieser Kompetenz dient das vorliegende Buch. Es fasst alle wichtigen Fakten zum diesem Thema zusammen und gibt praxisnahe Empfehlungen.

Die aktive GesprächseröffnungStrukturierte Gesprächsführung und BeratungsmöglichkeitenDirekt verwendbare Fragebögen und Gesprächsalgorithmen Konkrete Vorschläge zur möglichen (medikamentösen) Therapie

Die Autoren vermitteln dem Leser darüber hinaus grundlegendes Wissen zu

Physiologie und Endokrinologie der weiblichen SexualitätEffekte von Hormonen und den Lebensphasen auf das SexuallebenEinfluss gynäkologischer und anderer Erkrankungen auf das Sexualleben

Aussagekräftige Kasuistiken helfen, das Gelesene in die Praxis zu übertragen. Zwei Kapitel zu Transsexualität und zu sexuellen Störungen beim Mann runden das Thema ab.

„Sexualmedizin in der Gynäkologie“ – erweitern Sie Ihre sexualmedizinische Kompetenz

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Einleitung
Zusammenfassung
Frauenärzte sind oftmals erster Ansprechpartner bei sexuellen Problemen. Die Sexualmedizin findet jedoch in Deutschland sowohl während des Studiums der Humanmedizin als auch in der Weiterbildung zum Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe kaum Berücksichtigung. Dem gegenüber stehen der hohe Bedarf an kompetenter sexualmedizinischer Beratung und Therapie seitens der Patientinnen und auch der Wunsch der Frauenärzte nach umfangreichen Kenntnissen in Sexualmedizin.
Viele Patientinnen beklagen ihre sexuellen Probleme erst dann, wenn sie bereits chronisch sind und die Therapie dann meist schwieriger und langwieriger ist. Sexuelle Störungen betreffen immer das Paar, also beide Partner. Bei der Beratung von Patientinnen mit Sexual- oder Partnerschaftsproblemen ist es wichtig, diese immer im biopsychosozialen Kontext zu sehen. Außerdem sollten die 3 Dimensionen der Sexualität – Lustdimension, Fortpflanzungsdimension und Beziehungsdimension – eruiert werden und in die Beratung einfließen.
H.-J. Ahrendt, C. Friedrich

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2. Physiologie der weiblichen Sexualreaktion
Zusammenfassung
Die menschliche Sexualität unterliegt keiner saisonalen Schwankung, vielmehr können Menschen permanent sexuell aktiv sein. Die sexuelle Erregung ist stark von den Sinnesorganen, also visuellen, olfaktorischen und taktilen Eindrücken, beeinflusst. Der weibliche sexuelle Reaktionszyklus besteht aus folgenden Phasen: sexuelle Appetenz, sexuelle Erregung, Orgasmus, Refraktärphase (»Phasen der sexuellen Erregung«). Diese Phasen unterliegen sowohl fördernden und als auch hemmenden Einflüssen durch neuroendokrine, neurochemische und neurophysiologische Vorgänge. Sie sind u. a. abhängig von den Neurotransmittern (Dopamin, Oxytozin, Serotonin, β-Endorphine) und Hormonen und deren Rezeptoren. Die spezifischen Reaktionen der Hormone Östrogen, Progesteron und synthetische Gestagene, Androgene, Prolaktin sind hier beschrieben. Darüber hinaus wird auf die sog. weibliche Ejakulation eingegangen.
H.-J. Ahrendt, C. Friedrich
3. Funktionelle Sexualstörungen der Frau
Zusammenfassung
Zu den sexuellen Funktionsstörungen der Frau gehören Störungen der sexuellen Appetenz (Libidostörungen), der sexuellen Erregung und des Orgasmus. Dabei werden Störungen der sexuellen Appetenz und Schmerzen im Zusammenhang mit der Sexualität (Dyspareunie) am häufigsten von den Patientinnen beklagt.
Die Ursachen für sexuelle Störungen sind vielfältig und nicht immer eindeutig eruierbar. Zur einfachen Diagnostik in der gynäkologischen Sprechstunde und zum Einstieg in das Sexualberatungsgespräch hat sich ein Gesprächsalgorithmus bewährt in mehreren Ebenen: Hauptproblem und Auftragsklärung, Fragen zur Sexualität, Selbsterklärung und soziokulturelles Umfeld. Ein Großteil der von den Patientinnen benannten Probleme ist in der Praxis lösbar, und nur wenige bedürfen einer länger währenden Therapie. Nach Möglichkeit ist immer der Partner mit in das Gespräch einzubeziehen.
C. Friedrich, H.-J. Ahrendt
4. Sexualität in den Lebensphasen
Zusammenfassung
Die Sexualität wird in den verschiedenen Lebensphasen und verschiedenen Lebensbedingungen unterschiedlich gelebt. In diesem Kapitel werden die verschiedenen Lebensabschnitte und deren Auswirkungen auf die Sexualität beschrieben: Teenagerzeit (Mädchensprechstunde, aber auch rechtliche Gesichtspunkte hinsichtlich Arztbesuch, Verschreibung von Verhütungsmitteln etc. finden Erwähnung), Anwendung hormonaler Kontrazeptiva, Schwangerschaft und Postpartalzeit, Infertilität bzw. Subfertilität und Klimakterium. In der Jugend ist die Sexualität von anderen Prioritäten geprägt als während der Zeit als erwachsene und später ältere Frau nach der Postmenopause. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch hat Einfluss auf das Lustempfinden, die sexuelle Appetenz und das Sexualverhalten.
C. Friedrich, H.-J. Ahrendt, C. Halstrick, D. Foth, T. Probst
5. Gynäkologische Erkrankungen und deren Auswirkungen auf die Sexualität
Zusammenfassung
Alle gynäkologischen Erkrankungen und Operationen können mit Einschränkungen der Sexualität verbunden sein: mit Störungen der sexuellen Appetenz, der sexuellen Erregung und des Orgasmus. Oder sie führen zu einer verminderten Lubrikation und bedingen Penetrationsprobleme und eine Dyspareunie. Es werden die wichtigsten gynäkologischen Operationen – subtotale/totale/radikale Hysterektomie, Endometriumablation, Ovarektomie – und malignen Erkrankungen – Zervixkarzinom, Ovarialkarzinom, Vulvakarzinom – und deren Auswirkung auf die Sexualität beschrieben. Ebenso wird auf urogynäkologische Erkrankungen und Operationen eingegangen, insbesondere den Descensus uteri et vaginae sowie die Harninkontinenz.
H.-J. Ahrendt, S.D. Costa, C. Friedrich, I. Berek
6. Mammakarzinom und Sexualität
Zusammenfassung
Sexuelle Störungen bei Mammakarzinompatientinnen betreffen unmittelbar durch die Krankheit oder Therapie entstandene körperliche Veränderungen und krankheits- und therapiebedingte psychische Probleme. Die Ausprägung der sexuellen Störungen hängt ab vom Alter der Patientin, der Partnerschaft, von Erkrankungsstadium, Art und Umfang von chirurgischer, Chemo-, Hormon- und Radiotherapie. Im Vordergrund stehen Veränderungen des Körperbildes, hormonelle Veränderungen, Fatigue-Syndrom und die psychischen Veränderungen während der Krankheitsbewältigung. Es lassen sich 3 verschiedene Patientinnentypen identifizieren. Wichtig bei der Beratung ist es, der Patientin zu signalisieren, dass der Frauenarzt offen ist für ein Gespräch über sexuelle Störungen, den Partner von Beginn an einzubeziehen und zusätzliche Gesprächsangebote zu offerieren. Eine unterstützende medikamentöse Behandlung ist möglich und insbesondere bei hormonmangelbedingter Dyspareunie dringend empfohlen.
S.D. Costa, H.-J. Ahrendt, C. Friedrich
7. Transsexualität
Zusammenfassung
Transsexuelle haben die innere Gewissheit, dem Geschlecht anzugehören, das ihnen körperlich nicht gegeben ist. Die hormonellen Befunde und die Humangenetik entsprechen dem körperlichen Erscheinungsbild. Bei der Diagnose Transsexualität – der schwersten Form der Geschlechtsidentitätsstörung – handelt es sich um eine Ausschlussdiagnostik. Differenzialdiagnostisch müssen transfetischer Fetischismus, Intersexualität, psychiatrische Erkrankungen u. a. ausgeschlossen werden.
Unter Einhaltung der Fristen entsprechend dem Transsexuellen-Gesetz gibt es folgenden Handlungsalgorithmus: Änderung des Vornamens, Änderung des Personenstandes, medikamentöse Therapie (Hormontherapie), Operation, dazu eine psychologische Begleitung.
H.-J. Ahrendt, C. Friedrich
8. Sexuelle Funktionsstörungen des Mannes
Zusammenfassung
Bei der Sexualberatung in der gynäkologischen Praxis ist es wichtig, über die sexuellen Störungen des Mannes Kenntnisse zu haben. Auch beim Mann kann jede Phase des sexuellen Reaktionszyklus gestört sein: sexuelle Appetenz, Erregung, Orgasmus und Entspannung. Zu den häufigsten Störungen gehören Störungen der Erektion und des Orgasmus sowie hormonale Störungen wie u. a. der Hypogonadismus. Auch allgemeine Erkrankungen können sich beim Mann negativ auf die Sexualität auswirken. Die Diagnostik erfolgt durch eine ausführliche Anamnese, die körperliche und urologische Untersuchung und ggf. Spezialuntersuchungen. Die Therapie richtet sich nach der Ursache und umfasst immer das ausführliche Beratungsgespräch und bei Bedarf die Medikation mit Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE-5-Inhibitoren) oder Hormonsubstitution.
D.J. Brück, H.-J. Ahrendt, C. Friedrich
9. Sexualmedizin in der frauenärztlichen Sprechstunde
Zusammenfassung
Ein großer Teil der sexualmedizinischen Störungen kann mit gezielter Anamnese und fokussierter Gesprächsführung bereits in der gynäkologischen Sprechstunde oder erweitert in einer gesonderten Sprechstunde behandelt werden. Nur wenige Patientinnen bedürfen einer ausführlichen Sexualtherapie. Die komplette Diagnostik beinhaltet die ausführliche Sexualanamnese, die allgemeine medizinische Anamnese und Untersuchung, die gynäkologische Untersuchung, Laboruntersuchungen, Fragebögen und ggf. Spezialuntersuchungen. Die sexualmedizinische Gesprächsführung erfolgt möglichst mit offenen Fragen, um der Patientin Raum zu geben. Ein Hilfsmittel zum Einstieg in das Gespräch ist die Libidoleiter nach Ahrendt. Eine Unterstützung der Behandlung durch hormonelle, pflanzliche oder andere Medikation bzw. Hilfsmittel kann insbesondere bei der Dyspareunie und bei Störungen der sexuellen Appetenz hilfreich sein, jedoch sollte stets das Gespräch im Vordergrund der Behandlung stehen.
C. Friedrich, H.-J. Ahrendt
Backmatter
Metadaten
Titel
Sexualmedizin in der Gynäkologie
herausgegeben von
Prof. Dr. med. Hans-Joachim Ahrendt
Dr. med. Cornelia Friedrich
Copyright-Jahr
2015
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-642-42060-3
Print ISBN
978-3-642-42059-7
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-642-42060-3

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