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13.02.2019 | Demenz | Originalien | Ausgabe 3/2019

Der Schmerz 3/2019

Herausfordernde Verhaltensweisen und Schmerz bei Demenz

Erfahrungen von Pflegenden in einem Akutkrankenhaus

Zeitschrift:
Der Schmerz > Ausgabe 3/2019
Autoren:
Melanie Bienas, Irmela Gnass, Benjamin Mayer, Lukas Radbruch, Albert Lukas

Zusammenfassung

Hintergrund

Immer mehr Patienten mit Demenz werden im Akutkrankenhaus behandelt. Dabei werden von Mitarbeitern herausfordernde Verhaltensweisen als erhebliche Belastung empfunden. Nicht erkannter Schmerz gilt als eine wesentliche Ursache für ein scheinbar nicht erklärbares Verhalten. Zur Erfassung bisheriger Erfahrungen im Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Demenz wurden Interviews durchgeführt. Ziel ist, eine ursachenorientierte Behandlung zu ermöglichen.

Methoden

Anonyme Befragung von Pflegenden in Form eines semistrukturierten Fragebogens bestehend aus geschlossenen und offenen Fragen zum Thema herausfordernde Verhaltensweisen bei Demenz: Art, Häufigkeit, empfundene Belastung, therapeutische Maßnahmen einschließlich Schmerzerkennung.

Ergebnisse

46 Pflegende aus drei Stationsbereichen (Innere, Geriatrie, Chirurgie) wurden befragt. 1. Pflegende fühlen sich durch herausforderndes Verhalten stark belastet. 2. Ein strukturiertes Erfassen möglicher Ursachen als Teil eines etablierten Behandlungskonzepts wird nicht benannt. 3. Gesprächsangebote mit dem Ziel, den Grund des herausfordernden Verhaltens zu erfahren, sind zwar ein erster und richtiger Schritt, geraten bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz allerdings an ihre Grenzen. 4. Der Schmerz ist als mögliche Ursache den meisten Pflegenden bekannt, wird häufig aber mit ungeeigneten Instrumenten erfasst. 5. Lagerung und Mobilisation sind die am häufigsten genannten Behandlungsversuche.

Schlussfolgerung

Pflegende sind in besonderem Maße von herausfordernden Verhaltensweisen bei Patienten belastet. Einer möglichen Ursachenklärung kommt dabei eine enorme Bedeutung zu, um spezifischer reagieren zu können.

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