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17.03.2020 | Demenz | Leitthema | Ausgabe 5/2020

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 5/2020

Medikamentöse Prävention von kognitiver Verschlechterung und Demenz

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 5/2020
Autor:
Professor Dr. med. Frank Jessen

Zusammenfassung

Hintergrund

Demenzen gehören zu den am meisten gefürchteten Erkrankungen und bedrohen aufgrund der demografischen Entwicklung unsere Sozialsysteme. Eine Heilung für die Alzheimerkrankheit und andere Demenzformen ist nicht in Sicht. Daher kommt der Prävention von kognitiver Verschlechterung und Demenzen eine zentrale Bedeutung zu.

Ziel der Arbeit

Darstellung der Evidenz für pharmakologische Prävention von kognitiver Verschlechterung im Alter und von Demenzen.

Material und Methoden

Literaturübersicht und Zusammenfassung aktueller Studien zu Antidementiva, Antiamyloidsubstanzen in Entwicklung, nichtsteroidalen Antiphlogistika, Statinen, Antihypertensiva, Hormonersatztherapie, Lithium, Ginkgo biloba oder Fortasyn Connect.

Ergebnisse

Es gibt punktuelle, aber keine konsistenten Hinweise für präventive Effekte der referierten Substanzen.

Schlussfolgerung

Es kann aktuell keine Empfehlung für eine spezifische pharmakologische Prävention von kognitiver Störung oder Demenz gegeben werden, obwohl es für einzelne Substanzen Hinweise auf eine potenzielle Wirkung bei bestimmten Personengruppen gibt. Zu bedenken ist, dass aussagekräftige Präventionsstudien in dieser Indikation hohe Fallzahlen und lange Beobachtungszeiten erfordern, die für die Durchführung und Finanzierung solcher Studien große Herausforderungen bedeuten. Die Befundlage verdeutlicht auch die Relevanz nichtpharmakologischer Präventionsstrategien.

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