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18.02.2019 | Übersichten: Umweltmedizin | Ausgabe 5/2019

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie 5/2019

Der Chemieunfall von Seveso

Zeitschrift:
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie > Ausgabe 5/2019
Autoren:
P. Kramer, M. Braun, Dr. med. Dr. rer. nat. M. H. K. Bendels

Zusammenfassung

Am 10. Juli 1976 ereignete sich im norditalienischen Meda in der Fabrik „Icmesa“ der Firma Hoffmann-La Roche die bislang größte Chemie-Katastrophe Europas. Hierbei entlud sich aufgrund menschlichen Versagens eine unbekannte Menge des hochgiftigen 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin (TCDD, umgangssprachlich Dioxin) in Form einer Gaswolke explosionsartig in die Umwelt und richtete in der umliegenden Umgebung hohen Schaden an. Die Verseuchung des Bodens zwang einige landwirtschaftliche Betriebe zu schließen. Ackerbau und Viehzucht waren im betroffenen Gebiet für viele Jahre nicht mehr möglich. Die Vegetation verdorrte innerhalb weniger Tage und Tiere wurden tot aufgefunden. Teile der betroffenen Bevölkerung zeigten entzündliche, verhornende Hautläsionen, die später als Chlorakne diagnostiziert wurden. In Langzeitstudien wurden bis 1996 die Mortalitäten an malignen und nichtmalignen Erkrankungen beobachtet. Das Unglück von Seveso steht nicht nur für die gesundheitliche Katastrophe vieler Menschen, sondern auch für die Vertuschungen und das zu späte Handeln der Verantwortlichen. Erst viele Jahre später entschädigte das Unternehmen die durch die Katastrophe betroffenen Menschen und Gemeinden. Dieser Artikel gibt Einblicke in die Ursachen, Abläufe und Folgen rund um die Katastrophe und versucht, die gesundheitlichen Aspekte der Dioxinverseuchung zu charakterisieren.

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