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04.09.2018 | Originalien

Der deutsche Schneeball-Effekt

Ein zunehmendes Nachsorgeproblem in der bariatrischen Therapie

Zeitschrift:
Der Chirurg
Autoren:
Prof. Dr. G. Marjanovic, G. Seifert, C. Läßle, G. Nenova, J. Höppner, S. Fichtner-Feigl, J. M. Fink

Zusammenfassung

Hintergrund

Die chirurgische Therapie der Adipositas in Deutschland ist ein sich rasch entwickelndes Gebiet, welches streng an die Nationalen Leitlinien gebunden ist.

Ziel der Arbeit

Darstellung der Belastung der Adipositaszentren durch den exponentiellen Anstieg postbariatrischer Patienten

Methodik

In einer retrospektiven Studie haben wir deskriptiv die Entwicklung der ambulanten Patientenzahlen an unserem universitären Adipositaszentrum (gegründet 2007) untersucht. Die Patientenbesuche wurden jährlich ausgewertet und in zwei Gruppen eingeteilt: Erstvorstellung und Wiedervorstellung. Die Anzahl der durchgeführten bariatrischen Operationen sowie deren Akzeptanz/Kostenübernahme durch die Krankenkassen wurden ebenfalls evaluiert.

Ergebnisse

Im Jahr 2007 wurden insgesamt 318 Patienten gesehen: 156 waren Erstvorstellungen, 162 Wiedervorstellungen. Die Ablehnungsrate der Kostenübernahme durch die Krankenkassen betrug 16,8 %. 2016 gab es 1691 Patientenvorstellungen (2016 vs. 2007 + 532 %), hiervon 487 Erstvorstellungen (+312 %) und 1204 Wiedervorstellungen (+743 %). Die Ablehnungsrate seitens der Krankenkassen fiel auf 1,8 %, während sich die Anzahl der Operationen nahezu verzehnfachte.

Schlussfolgerung

Mit der steigenden Akzeptanz der bariatrischen Therapie muss sich eine vergleichsweise kleine Zahl an spezialisierten Zentren mit der exponentiell steigenden Nachsorgefrequenz auseinandersetzen. In Anbetracht des Ausmaßes der Adipositasepidemie stellt insbesondere eine adäquate Nachsorge ein sozioökonomisches Problem dar, welches nur im interdisziplinären Setting unter struktureller Integration in das komplexe Gesundheitssystem gelöst werden kann.

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