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26.10.2016 | Originalien | Ausgabe 12/2017

Der Unfallchirurg 12/2017

Der Kostenschätzer im TraumaRegister DGU®

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 12/2017
Autoren:
Prof. Dr. R. Lefering, L. Mahlke, D. Franz
Wichtige Hinweise

Redaktion

W. Mutschler, München
H. Polzer, München
B. Ockert, München

Zusammenfassung

Hintergrund und Ziel

Angaben zu Behandlungskosten sind eine wichtige Ergänzung zu registerbasierten Auswertungen von Schwerverletzten. Das TraumaRegister DGU® nutzte bisher ein modulares System, um die Akutbehandlungskosten schwer verletzter Unfallopfer abzuschätzen. Durch ein DGU-gefördertes Projekt zur Verbesserung der Abbildung Schwerverletzter im G‑DRG System ergab sich nun die Möglichkeit, diesen Kostenschätzer zu verbessern und zu aktualisieren.

Methode

Auf Initiative der DGU wurden Behandlungskosten von Schwerverletzten aus 10 Krankenhäusern mit Details zur Verletzungsschwere aus dem TraumaRegister DGU® verbunden. Das pseudonymisierte Matching erfolgte über ein das Krankenhaus identifizierendes Kennzeichen (krankenhausinternes Kennzeichen), Aufnahmedatum, Alter, Geschlecht und Liegedauer. Für die multivariate Regressionsanalyse der Behandlungskosten wurden nur Patienten mit einem Injury Severity Score ≥9 Punkten und einer Liegedauer von mindestens 3 Tagen betrachtet. Alle Verletzungen wurden mithilfe der Abbreviated Injury Scale (AIS) codiert.
Von 1002 Patienten aus den Jahren 2007 und 2008 lagen sowohl klinische als auch Kostendaten vor. Die Kostendaten der teilnehmenden Kliniken wurden fallbezogen nach der Kalkulationsvorgabe des deutschen DRG-Instituts InEK (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus) erhoben. Alle Kliniken hatten mit diesen Abrechnungs- und Kostendaten in den Jahren 2007 und 2008 erfolgreich an der InEK-Kostenkalkulation teilgenommen. Demnach sind die DRG-relevanten Kostendaten berücksichtigt. Hierzu gehören sämtliche Betriebskosten der teilnehmenden Kliniken für Personal und Sachmittel. Nicht enthalten sind Investitionskosten und ein Teil der nicht-DRG-relevanten Vorhaltekosten.

Ergebnisse

Die Patienten waren im Mittel 44 Jahre alt, 73 % waren männlich, und der mittlere Injury Severity Score lag bei 27 Punkten. Folgende Merkmale waren signifikant mit den Gesamtkosten der Akutbehandlung assoziiert: Liegedauer auf der Intensivstation (1152 €/Tag); Dauer der Intubation (568 €/Tag); Liegedauer auf der Normalstation (531 €/Tag); Anzahl transfundierter Blutprodukte (EK, FFP) bis zur Aufnahme auf die Intensivstation (258 €/Einheit); eine schwere abdominelle Verletzung (AIS ≥3; 2849 €); eine instabile Beckenfraktur mit relevantem Blutverlust (AIS 5, 7505 €); und eine Verletzung der Extremitäten (AIS 3–4; 2418 €). Die so geschätzten Behandlungskosten lagen im Mittel bei 22.138 € pro Fall, was um weniger als 3 % von den realen Fallkosten (21.546 €/Fall) abweicht.

Schlussfolgerung

Damit steht ein aktualisierter, auf wenigen Schlüsseldaten basierender Kostenschätzer für die Phase der Akuttherapie im TraumaRegister DGU® zur Verfügung.

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