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01.06.2015 | Originalarbeit | Ausgabe 2/2015

Ethik in der Medizin 2/2015

Der Leidensbegriff im medizinischen Kontext: Ein Problemaufriss am Beispiel der tiefen palliativen Sedierung am Lebensende

Zeitschrift:
Ethik in der Medizin > Ausgabe 2/2015
Autor:
Dr. Claudia Bozzaro
Wichtige Hinweise
Die vorliegende Arbeit erhielt den Nachwuchspreis 2014 der Akademie für Ethik in der Medizin e. V.

Zusammenfassung

Das Lindern von Leiden ist eine zentrale Aufgabe der Medizin. Seit einigen Jahren ist eine verstärkte Inanspruchnahme des Leidensbegriffs im medizinischen Kontext zu beobachten. Eine Reflexion und Klärung dessen, was mit dem Begriff „Leiden“ und Begriffen wie „unerträgliches Leiden“ gemeint ist, bleibt aber weitgehend aus. Diese Tatsache wirft eine Reihe von theoretischen und praktischen Problemen auf, die im vorliegenden Beitrag identifiziert und diskutiert werden. Dazu werden zunächst die Schwierigkeiten bei der Anwendung des Leidensbegriffs in der medizinischen Praxis am Beispiel der Indikationsstellung für eine tiefe und kontinuierliche palliative Sedierung dargestellt. Anschließend wird das Problem auf theoretischer Ebene angegangen. Es wird sich zeigen, dass im medizinischen Kontext mit einem Konzept des Leidens operiert wird, das a) eine starke normative Valenz hat, b) bei dem primär der subjektive Charakter des Leidens im Vordergrund steht und das c) inhaltlich nicht ausreichend differenziert ist. Anschließend werden zwei Konzepte des Leidens vorgestellt und im Hinblick auf ihre Operationalisierbarkeit im medizinischen Kontext befragt. Auf dem Hintergrund anthropologischer Vorannahmen, werden schließlich in einem letzten Abschnitt Perspektiven zum Umgang mit dem Leidensbegriff in der Medizin entwickelt.

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