Skip to main content
main-content

05.06.2019 | Leitthema Open Access

Der onkologische Patient im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Standard und praktischer Individualisierung in der Onkologie

Ein Plädoyer für eine integrative Onkologie

Zeitschrift:
Der Onkologe
Autoren:
Prof. Dr. H. Matthes, F. Schad

Zusammenfassung

Hintergrund

Die von D. Sackett begründete evidenzbasierte Medizin (EbM) ruht auf 3 Säulen. Durch einseitige Anwendung der externen Evidenz in Leitlinien besteht die Gefahr einer „Tyrannei der Medizin“, besonders in der Onkologie.

Fragestellung

Wie muss eine auf allen 3 Säulen ruhende EbM in der Onkologie aussehen?

Ergebnisse

Die Begriffe „personalisierte“ und „individualisierte Medizin“ in der onkologischen Therapie sind für Patienten und Ärzte gleichermaßen missverständlich und meinen meistens nicht die Berücksichtigung der persönlichen und individuellen Ebene des Patienten. Es wird ein Vorschlag für die Begriffsverwendung „stratifizierter Medizin“ auf biologischer, personaler und individueller Ebene gegeben. Wissenschaftliche Standards, die ausschließlich auf externer Evidenz (Leitlinien) basieren, stehen einer praktischen Individualisierung des Patienten bei der Therapiekonzeptualisierung entgegen. Kriterien einer Beurteilung des therapeutischen Nutzens für den Patienten werden dargelegt. Die mehrschichtige Natur des Menschen erfordert eine entsprechende Komplementarität bei der Therapiekonzeption.

Schlussfolgerung

Integrative Medizin inkludiert die 3 Säulen der EbM, die Komplementarität des Patienten und die verschiedenen Medizinkonzeptionen (Pathogenese – Salutogenese; biopsychosoziales Model; Humanismus etc.) und stellt einen essenziellen Beitrag für eine Patientenorientierung in der Onkologie dar.
Literatur
Über diesen Artikel

Neu im Fachgebiet Onkologie

Mail Icon II Newsletter

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter Update Onkologie und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.

Bildnachweise