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2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

4. Der plötzliche Säuglingstod in historischen Dokumenten, Teil 3

verfasst von: Prof. Dr. med. habil Ekkehart Paditz

Erschienen in: Der plötzliche Säuglingstod

Verlag: Springer Vienna

Zusammenfassung

Die sogenannte „Bauchlagekatastrophe“ zeigt Merkmale einer abklingenden Pandemie, deren Beginn sich mit dem Jahr 1931 verbinden lässt. Harold Abramson aus New York machte bereits 1944 darauf aufmerksam, dass die Bauchlage als Schlafposition von Säuglingen einen wesentlichen Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod darstellt. Da diese Ergebnisse unbeachtet blieben, wurde in Deutschland und in Österreich zwischen 1969 und 1997 aktiv für die Bauchlage geworben. In der ehemaligen DDR lösten 1971 7 mit der Bauchlage assoziierte SIDS-Fälle eine interdisziplinäre Debatte aus, in deren Ergebnis bereits 1972 eine ministerielle Richtlinie erlassen wurde, in der die Präventionsempfehlungen von Abramson weitgehend enthalten sind. Epidemiologische Effekte dieses frühzeitigen Programms für den sicheren Babyschlaf sind nachweisbar. In erkenntnistheoretischer und ethischer Hinsicht wird mit diesen historischen Daten in eindringlicher Weise illustriert, dass der Nutzen und potenzielle Risiken von Interventionen vorab sowie prospektiv mehrdimensional eingeschätzt werden sollten.
Fußnoten
1
Die beiden Rumpfjahre 1968 und 1978, die bei Berger mit angegeben sind, wurden in der hier nachvollzogenen Berechnung nicht einbezogen, da nur mit vollständigen Jahrgängen gerechnet werden sollte. Wir danken Frau Claudine Kaul von der Kommunalen Statistikstelle der Landeshauptstadt Dresden für die Unterstützung der Recherche. Die Lebendgeborenenziffern stammen überwiegend aus den Statistischen Jahrbüchern der DDR. Berger gab an, dass die „überwiegende Zahl der Verstorbenen“ obduziert wurde.
 
2
Diese Zahlen waren mit 46 SIDS-Fällen auf 19.965 Lebendgeburten für den Jahrgang 1973 allerdings nur bedingt statistisch belastbar.
 
3
Die „Säuglingsfibel“ von Hempel erreichte in den Jahren 1970–1979 8 Auflagen mit ca. 218.000 Exemplaren (Paditz 2013).
 
Metadaten
Titel
Der plötzliche Säuglingstod in historischen Dokumenten, Teil 3
verfasst von
Prof. Dr. med. habil Ekkehart Paditz
Copyright-Jahr
2014
Verlag
Springer Vienna
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-7091-1444-5_4

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