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Über dieses Buch

Unfälle passieren ... Was kommt danach?

Die Unfallbegutachtung ist ein großes Gebiet mit vielen Fallstricken und Schlupflöchern. Was muss ich als Gutacher beachten? Und welche rechtlichen und medizinischen Informationen sind zur Gutachtenerstellung unerlässlich?

Im Unfallmann finden Sie die Antworten. Zu Beginn die grundlegende Frage "was macht ein ärztlicher Gutachter?". Dann die wesentlichen Informationen über Versicherungen und Recht. Im dritten Teil die medizinischen Zusammenhänge zwischen Körperschaden und Unfall. Spezielle Kausalitätsprobleme, wie z.B. das sog. Schleudertrauma, werden zum Schluss behandelt.

Wie gewohnt werden Ihnen die notwendigen Hilfen und Informationen zur erfolgreichen Gutachtenerstellung an die Hand gegeben. Die neue, übersichtliche Gliederung erleichtert Ihnen die Arbeit.

Die in den letzten Jahren geänderte Gesetzgebung wie auch die neuen fachspezifischen Informationen machen diese 13. Auflage zu einem "Muss" in der Unfallbegutachtung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Teil I

Frontmatter

1. Einführung

Aus dem Namen »Der Unfallmann« folgt der Schwerpunkt dieses Buchs. Es befasst sich im Wesentlichen mit der ärztlichen Begutachtung nach Unfällen bzw. Versicherungsfällen, worunter nach der Systematik des SGB VII (§ 7 SGB VII) z.B. Unfälle und Berufskrankheiten fallen.
E. Ludolph

2. Der ärztliche Gutachter

Der ärztliche Gutachter ist eine im Vergleich zum Therapeuten junge Institution. Während die ärztliche Heilkunst – als Teil der Kulturenvielfalt unterschiedlich ausgeprägt – so alt wie die Menschheit ist, hat das ärztliche Gutachten in unserem Kulturkreis erst seit dem 16. Jahrhundert eine eigenständige Bedeutung. Zwar wurden schon vor mehreren tausend Jahren im alten Babylon von Gerichten zu Tötungsdelikten Mediziner als Sachverständige herangezogen. In Indien entstand um 300 v. Chr. ein Lehrtext, der die Anzeichen eines gewaltsamen Todes beschreibt – z.B. bei Ersticken, Ertrinken oder Erhängen. Leichenschauen gab es u.a. im alten Rom: 23 Stichwunden in der Brust zählte der Arzt Antistius, als er 44 v. Chr. den Körper des im Senat ermordeten Gaius Julius Caesar untersuchte. Die zweite Wunde soll die tödliche gewesen sein.
E. Ludolph

3. Gutachtenauftrag, Terminvorbereitung, Gutachtenaufbau

Ein Gutachten ist in aller Regel nur so gut wie der Gutachtenauftrag.
E. Ludolph

4. Kausalität

Die Prüfung des Zusammenhangs zwischen einer Ursache und einem Erfolg, also die Kausalität zwischen einem Unfall und einem ersten Verletzungserfolg,einem Erst-Körperschaden (körperliche Schädigung), einem Erst-Gesundheitsschaden,einer Erst-Gesundheitsschädigung, unterscheidet sich in unserer Rechtsordnung je nach betroffenem Rechtsgebiet (◘ Abb. 4.1).
E. Ludolph

5. Unfallkausalität, Unfallbegriff, Trauma

Der Versicherte befand sich am 13.12.2005 mit seinem Pkw auf dem Heimweg nach Beendigung seiner Arbeit. Er streifte einen ihm entgegenkommenden Pkw mit dem Außenspiegel. Er fuhr zunächst weiter, hielt jedoch nach 100–150 m an und wartete ca. 10 min. Dann wendete er seinen Pkw, fuhr zurück und hielt hinter dem an der Kollisionsstelle noch wartenden Pkw des Unfallgegners. Er wollte mit diesem das Regulierungsgespräch aufnehmen und trat zwischen die beiden unfallbeteiligten Pkw. Ein weiterer Pkw fuhr auf den Pkw des Versicherten auf. Dieser wurde zwischen den beiden unfallbeteiligten Fahrzeugen eingequetscht und schwer verletzt (BSG, Urteil vom 17.02.2009,B 2 U 26/07 R).
E. Ludolph

6. Beweisanforderungen und Beweisführungslast

Die Anwendung von Rechtssätzen setzt voraus, dass deren Voraussetzungen bewiesen werden können. Den unterschiedlichen Kausalitätstheorien und damit den unterschiedlichen Rechtsgebieten – Strafrecht, Zivilrecht, Sozialrecht, öffentliches Recht – sind unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessenlagen unterschiedliche Beweisanforderungen zugeordnet.
E. Ludolph

7. Gutachtliche Untersuchung

Die gutachtliche Untersuchung gliedert sich in folgende Punkte:
  • Angaben zur Person (Alter, Körperlänge, Körpergewicht, Händigkeit)
  • Inspektion
  • Palpation
  • Funktionsprüfung (aktiv und geführt)
  • Bildtechnische Untersuchung
E. Ludolph

Teil II

Frontmatter

8. Die Gesetzliche Unfallversicherung

Die Geschichte der Gesetzlichen Unfallversicherung nahm ihren Anfang Ende des 18. Jahrhunderts, als die zunehmende Industrialisierung zu einer Abwanderung der Bevölkerung in die Städte führte und die Menschen aus ihren sozialen Bindungen gelöst wurden. Hinzu kam, dass zu Anfang der Industrialisierung Arbeitsschutz und Prävention völlig vernachlässigt wurden. Die Zahl der Arbeitsunfälle stieg in ungeahnte Höhen. Es gab zwar wenige Fabrikinspektoren, die jedoch den Mängeln nicht annähernd Einhalt bieten konnten. Die Lebensbedingungen der großen Zahl der Unfallopfer waren verheerend. Diese immer größer werdenden sozialen Fragen übten auf das eben etablierte Kaiserreich (1871) einen erheblichen Druck aus, sodass der Staat sich nicht mehr auf den Standpunkt zurückziehen konnte, dass der Ausgleich zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern Privatsache sei.
E. Ludolph

9. Private Unfallversicherung

Die menschliche Existenz ist seit jeher durch die Folgen von Unfällen bedroht. Auch deshalb haben sich schon früh Solidargemeinschaften gebildet, die ihren »Mitgliedern« im Falle von sozialen Notlagen durch Tod und Krankheit, aber eben auch durch Unfälle, zur Seite standen, ohne dass man diese teilweise bis ins Altertum zurückreichenden Bestrebungen als »Versicherungen« im heutigen Sinne bezeichnen könnte.
E. Ludolph

10. Dienstunfallrecht

Zu achten ist auf die Diktion des Dienstunfallrechts: »Körperschaden« im Gegensatz zum Gesundheitsschaden (GUV) und zur Gesundheitsschädigung (PUV).
E. Ludolph

11. Haftpflichtrecht

Ein Fahrradfahrer fährt unter Beachtung der Verkehrsregeln auf dem Radweg. Plötzlich wird von einem rechts in Fahrtrichtung des Fahrradfahrers parkenden Pkw die Fahrertür geöffnet. Der davon völlig überraschte Fahrradfahrer fährt mit erheblicher Geschwindigkeit gegen die Autotür. Er stürzt und verletzt sich schwer.
E. Ludolph

12. Soziales Entschädigungsrecht und Schwerbehindertenrecht

Grundlage des Sozialen Entschädigungsrechts (SER) ist § 5 SGB I.
E. Ludolph

13. Gesetzliche Rentenversicherung (Deutsche Rentenversicherung) – Qualitative und quantitative Leistungsminderung

E. Ludolph

Teil III

Frontmatter

14. Unfallchirurgie

Die so genannten Lob’schen Kriterien (Lob 1960) waren jahrzehntelang die Grundlage der gutachtlichen Beurteilung von Bandscheibenschäden im Bereich der Lendenwirbelsäule und sind auch noch in der neueren Literatur erwähnt (Schönberger et al. 2010) Diese Prüfkriterien wurden erstmals im Handbuch der Unfallbegutachtung 1960 veröffentlicht und unverändert in die 3. Auflage des Handbuchs von 1973 übernommen.
E. Ludolph

15. Innere Medizin – Herz und zentrales Gefäßsystem

Während bei offenen oder perforierenden Verletzungen des Brustkorbs (Schuss-/Stichmechanismen) der ursächliche Zusammenhang mit Verletzungen am Herzen und/oder den zentralen großen Gefäßen unproblematisch ist, können auch bei stumpfen Einwirkungen auf den Brustkorb (Thoraxtraumen Verletzungen dieser Strukturen auftreten, wobei dies auf den ersten Blick mitunter nicht naheliegend ist
H. G. Gieretz

16. Neurologie

Aufgrund ihres Aufbaus sind die peripheren Nerven widerstandsfähig gegenüber mechanischen Einwirkungen. Unfallbedingte Schädigungen der peripheren Nerven entstehen entweder durch Überdehnung, lokalisierten Druck, diffuse Kompression oder durch scharfe Kraft als offene Verletzung. Im Rahmen einer Zerrung des Sprunggelenks sind z.B. sekundäre Traktionsschäden des N. peronaeus beschrieben (Streib 1983, Nitz et al. 1985). Druckschäden können als Engpasssyndrome auftreten.
R. Mielke

17. Psychische Erkrankungen

Psychische Folgeschäden nach traumatischen Ereignissen sind sehr häufig. Ullmann und Wind (2004) schätzen, dass etwa 20–25% aller Unfallverletzten eine psychoreaktive Störung entwickeln.
F. Schneider, S. Weber-Papen

Teil IV

Frontmatter

18. Chirurgisch-orthopädische Berufskrankheiten

Berufskrankheiten sind nach § 9 (1) Satz 1 nur solche Krankheiten, die in der Berufskrankheitenverordnung (BKV) aufgeführt sind, die also in der Anlage zu § 1 der BKV aufgelistet sind. Es sind also so genannte Listenerkrankungen. Nicht jede Krankheit, deren Ursache die individuelle Arbeitsbelastung ist, ist eine Berufskrankheit.
E. Ludolph

Backmatter

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