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05.06.2018 | Originalien | Ausgabe 12/2018

Der Nervenarzt 12/2018

Deutschlandweite Evaluation der ärztlichen Weiterbildung in der klinischen Neurologie

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 12/2018
Autoren:
Dr. A.‑S. Biesalski, C. Franke, D. Sturm, J. Behncke, T. Schreckenbach, S. Knauß, H. Eisenberg, A. Hillienhof, F. Sand, M. Zupanic
Wichtige Hinweise
Zur Vereinfachung und leichteren Lesbarkeit wurde in diesem Artikel nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist immer miteingeschlossen.

Zusammenfassung

Hintergrund

Es existieren keine aktuellen Daten, die die Weiterbildungssituation an deutschen neurologischen Kliniken darstellen. Um die hohe Qualität der neurologischen Patientenversorgung langfristig sichern zu können, ist es von essenzieller Wichtigkeit, die Arbeits- und Weiterbildungsbedingungen an neurologischen Kliniken zu evaluieren.

Ziel der Arbeit

Die deutschlandweite Studie hat zum Ziel, Chancen sowie Hemmnisse der neurologischen Weiterbildung zu erkennen und Anregungen zu Veränderungen der Weiterbildungskurrikula zu geben.

Material und Methoden

Die onlinebasierte Befragung erfolgte von Februar bis Mai 2017. Es nahmen 953 in Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie befindliche Ärzte teil.

Ergebnisse

Über die Hälfte der Befragten gab an, mit der Weiterbildung an ihrer Klinik zufrieden zu sein. Als eines der Kernprobleme, die die klinische Weiterbildung erschweren, wird die Arbeitsverdichtung angesehen. Daneben führen organisatorische Hindernisse innerhalb der Klinik, wie eine schlechte Struktur der Weiterbildung oder unklare Ansprechpartner zu Unzufriedenheit der Befragten. Die Größe oder Art der Klinik sowie das vorherrschende Dienstsystem haben nur einen geringen Einfluss auf die Qualität der Weiterbildung, obgleich sich Unterschiede insbesondere bei der Selbsteinschätzung der Teilnehmer im Zusammenhang mit der Arbeitsstelle (Universität/Lehrkrankenhaus vs. nichtuniversitäre Klinik) zeigten.

Diskussion

Die neurologische Weiterbildung kann bereits durch einfache Maßnahmen, wie der Einführung eines verbindlichen Rotationssystems, eines innerklinischen Mentorings und einer kontinuierlichen „Feedback-Kultur“, verbessert werden. Daneben ist es zusätzlich notwendig, das ärztliche Personal konsequent von administrativen Aufgaben zu entlasten, um Zeit für die neurologische Weiterbildung und das Erlernen von Kompetenzen zu schaffen.

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