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08.10.2018 | Originalien | Ausgabe 12/2018

HNO 12/2018

Diagnosen von Schilddrüsenerkrankungen in HNO-Praxen und Hausarztpraxen in Deutschland 2008–2016

Zeitschrift:
HNO > Ausgabe 12/2018
Autoren:
D. U. Seidel, L. Schüller, Prof. Dr. rer. K. Kostev, A. M. Sesterhenn

Zusammenfassung

Zielsetzung

Das Ziel dieser Studie war die Untersuchung von Diagnosen von Schilddrüsenerkrankungen aus deutschen HNO-Praxen im Vergleich zu Hausarztpraxen mithilfe von Daten aus einer repräsentativen deutschlandweiten Praxisdatenbank.

Methode

Die Datenbank wurde retrospektiv nach Diagnosen von Schilddrüsenerkrankungen aus HNO-Praxen und Hausarztpraxen zwischen Januar 2008 und Dezember 2016 durchsucht. Erhoben wurden die häufigsten dreistelligen Krankheitsklassen (Kategorien) aus der Gruppe „Krankheiten der Schilddrüse“ (E00–E07) sowie die Kategorien „Gutartige Neubildung der Schilddrüse“ (D34) und „Bösartige Neubildung der Schilddrüse“ (C73). Ausgewertet wurden die Zeiträume 2008–2010, 2011–2013 sowie 2014–2016.

Ergebnisse

Die Datenbank enthielt 71 HNO-Praxen und 506 Hausarztpraxen mit kontinuierlicher Mitarbeit von 2008–2016. Die relative Häufigkeit (Patienten pro Praxis) von Diagnosen aus der Gruppe „Erkrankungen der Schilddrüse“ war in Hausarztpraxen 4,4-mal höher als in HNO-Praxen. Die relative Häufigkeit von gutartigen Neubildungen der Schilddrüse war in Hausarztpraxen 5‑mal höher als in HNO-Praxen. Die relative Häufigkeit von bösartigen Neubildungen der Schilddrüse war in Hausarztpraxen und HNO-Praxen in etwa gleich hoch. Die häufigsten Diagnosen stammten sowohl in HNO-Praxen als auch in Hausarztpraxen aus den Kategorien „Sonstige nichttoxische Struma“ (E04) und „Sonstige Hypothyreose“ (E03). Weniger häufig waren Diagnosen aus den Kategorien „Hyperthyreose“ (E05) und „Thyreoiditis“ (E06). Die geringste Häufigkeit wiesen Diagnosen von Neubildungen der Schilddrüse auf, wobei in Hausarztpraxen Diagnosen von gutartigen Neubildungen, in HNO-Praxen hingegen Diagnosen von bösartigen Neubildungen der Schilddrüse überwogen. Im Verlauf des Studienzeitraums nahm die Diagnosehäufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen in HNO-Praxen ab, wohingegen sie in Hausarztpraxen zunahm.

Schlussfolgerung

Trotz des in den letzten Jahren in Deutschland deutlich zunehmenden Interesses an der Etablierung der Schilddrüsenchirurgie in HNO-Kliniken zeigt sich ein kontinuierlicher Rückgang von Schilddrüsendiagnosen in deutschen HNO-Praxen bei gleichzeitiger deutlicher Zunahme in Hausarztpraxen. Ursächlich hierfür könnten kassenärztliche Vergütungsunterschiede zwischen hausärztlicher und fachärztlicher Tätigkeit sein.

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