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10.01.2018 | Diagnostik in der Nephrologie | Schwerpunkt: Funktionsdiagnostik in der Inneren Medizin | Ausgabe 1/2018

Der Internist 1/2018

Beurteilung der Nierenfunktion

Kreatinin ist nicht alles

Zeitschrift:
Der Internist > Ausgabe 1/2018
Autoren:
Prof. Dr. U. Huynh-Do, M. Fiedler, B. Vogt
Wichtige Hinweise

Redaktion

J. Mössner, Leipzig
M. Reincke, München

Zusammenfassung

Die chronische Niereninsuffizienz ist ein häufiges Leiden, das nicht nur zu einer stark eingeschränkten Lebensqualität, sondern auch zu einer erhöhten Mortalität führt, vor allem durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allerdings werden die Frühstadien der Nierenschädigung, in denen die Chance zur therapeutischen Intervention besteht, häufig nicht erkannt, weil abhängig von endogenen Faktoren (z. B. Alter, Muskelmasse) das Serumkreatinin fälschlicherweise im „Normalbereich“ liegen kann. Eine genaue Messung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) mit nuklearmedizinischen Verfahren ist aufwendig und meist nur im Rahmen von klinischen Studien indiziert. Die Bestimmung der Kreatininclearance im 24 h-Urin verlangt eine gute Instruktion der Patienten und birgt viele potenzielle Fehlerquellen, weshalb sie nur in wenigen Fällen indiziert ist. Im klinischen Alltag bietet die Schätzung der GFR durch Kalkulationsalgorithmen die beste Näherung. In den letzten Jahren hat sich die Chronic-Kidney-Disease-Epidemiology-Collaboration(CKD-EPI)-Formel als die präziseste Methode etabliert. Sie sollte daher sowohl zum Screening als auch zur Verlaufsbeobachtung eingesetzt werden. Neben den Funktionstests stellt die Urinuntersuchung mit Teststreifen und Mikroskopie eine nichtinvasive und kostengünstige Screeninguntersuchung dar. Aufgrund der semiquantitativen Natur der Untersuchung sind die Resultate aber nur unter Kenntnis der diagnostischen und technischen Limitationen zu interpretieren. Auch darauf wird in diesem Übersichtsbeitrag näher eingegangen.

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