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01.11.2010 | Übersicht | Sonderheft 1/2010

Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie 1/2010

Die antiandrogene Behandlung von Sexualstraftätern vor dem Hintergrund der aktuellen Wirksamkeitsforschung und der kriminologischen Realität

Zeitschrift:
Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie > Sonderheft 1/2010
Autor:
Prof. Dr. Reinhard Eher

Zusammenfassung

Die antiandrogene Behandlung von Sexualstraftätern erfährt derzeit eine Renaissance. Zentral wirksame Antihormone stehen nunmehr vermehrt zur Verfügung. Wenngleich die libidosenkende Wirkung bekannt ist und die Mittel offenbar auch in der Lage sind, die Dranghaftigkeit sowie Heftigkeit devianter Fantasien und Impulse zu verringern, fehlt bislang der Nachweis einer spezifischen rückfallsenkenden Wirkung bei Sexualstraftätern. Dies liegt v. a. am Fehlen von Studien, in denen äquivalente Kontrollgruppen untersucht wurden. Die Tatsache, dass die Rückfallbasisraten konstant sinken, erschwert neben grundsätzlichen methodischen Grenzen der forensischen Forschung die spezifische Nachweisbarkeit von möglicherweise sinnvollen Interventionen. Der bislang fehlende Wirkungsnachweis, z. T. schwerwiegende Nebenwirkungen und eine schwierige Indikationsstellung sollten den Einsatz derartiger Medikamente in der forensischen Sexologie und Psychiatrie weiterhin auf den besonders schwer zu behandelnden Einzelfall beschränken.

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