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01.11.2010 | Übersicht | Sonderheft 1/2010

Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie 1/2010

Die antiandrogene Therapie aus urologischer Sicht

Zeitschrift:
Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie > Sonderheft 1/2010
Autoren:
Dr. Joanna Beate Korda, Prof. Dr. Frank Sommer

Zusammenfassung

Testosteron, das für den Mann wichtigste Sexualsteroid sowie seine Metaboliten Dihydrotestosteron (DHT) und Estradiol (E2) steuern zentral und peripher eine Vielzahl von sexualspezifischen sowie unspezifischen Abläufen. Die fördernde Wirkung von freiem Testosteron auf die Frequenz der sexuellen Gedanken und die Häufigkeit von sexuellen Handlungen macht man sich in der Behandlung von Paraphilien zunutze und senkt den Androgenspiegel medikamentös unter das Kastrationsniveau von 50 ng/dl (1,735 nmol/l). Unerwünschte Wirkungen dieser antiandrogenen Therapie sind in der Regel reversibel und umfassen psychische Symptome wie Reizbarkeit, depressive Verstimmung und Gedächtnisschwäche ebenso wie eine Vielzahl körperlicher Symptome wie z. B. negative metabolische und kardiovaskuläre Veränderungen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie eine Reduktion der Knochenmineralsubstanz. Wichtigste unerwünschte Wirkungen im urologischen Bereich sind die erektile Dysfunktion und die Beeinträchtigung der Spermiogenese bis hin zur Infertilität. Da der Testosteronwert invers mit dem Risiko und der Aggressivität eines Prostatakarzinoms zu korrelieren scheint, ist die regelmäßige urologische Vorsorge von großer Wichtigkeit. Patienten, die sich einer antiandrogenen Therapie unterziehen, sollten regelmäßig überwacht werden, um Komplikationen zu verhindern oder rechtzeitig zu diagnostizieren und behandeln zu können.

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