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05.07.2019 | Originalien | Ausgabe 5/2020

Der Nervenarzt 5/2020

Die forensische Präventionsambulanz Ansbach

Evaluation des Modellprojekts zur Behandlung psychiatrischer Risikopatienten

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 5/2020
Autoren:
PD Dr. Joachim Nitschke, Zara Sünkel, Andreas Mokros
Wichtige Hinweise

Zusatzmaterial online

Die Onlineversion dieses Beitrags (https://​doi.​org/​10.​1007/​s00115-019-0752-0) enthält weitere Erläuterungen zur Datenerhebung und -auswertung. Beitrag und Zusatzmaterial stehen Ihnen auf www.​springermedizin.​de zur Verfügung. Bitte geben Sie dort den Beitragstitel in die Suche ein, das Zusatzmaterial finden Sie beim Beitrag unter „Ergänzende Inhalte“.

Zusammenfassung

Hintergrund

Patienten mit schweren psychiatrischen Erkrankungen, die ein erhöhtes Gewaltrisiko aufweisen, werden mitunter über längere Zeit unzureichend versorgt, bis eine Straftat zu einer Unterbringung in der forensischen Psychiatrie führt.

Zielsetzung und Fragestellung

Das Konzept der Präventionsambulanz wurde in dieser Zeitschrift unlängst vorgestellt. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde evaluiert, ob sich die Behandlung in der Präventionsambulanz gewaltpräventiv und therapeutisch positiv auswirkt.

Methode

Das Studiendesign entsprach einem quasi-experimentellen Längsschnittdesign. Die Kontrollgruppe bestand aus vergleichbaren Patienten eines benachbarten Versorgungsgebiets. Die Messungen erfolgten bei Aufnahme (t0) und in der Regel 6 bzw. 12 Monate später (t1 bzw. t2). Als Indikatoren für Behandlungserfolg wurden dynamische Risikofaktoren (konkret: Subskalen C und R des History Clinical Risk-20 [HCR-20], Version 2) sowie das globale Funktionsniveau (GAF) anhand klinischer Fremdbeurteilung erhoben. Für 70 Probanden in der Experimental- und 51 Probanden in der Kontrollgruppe wurden gemischte Effektmodelle mit Gruppenzugehörigkeit als festem Effekt berechnet.

Ergebnisse

Der Interaktionseffekt aus Gruppenzugehörigkeit und Zeit wurde für den R‑ und den GAF-Wert, jedoch nicht für den C‑Wert, statistisch signifikant, wobei für mehrfaches Testen kontrolliert wurde.

Schlussfolgerungen

Die Hypothesen bezüglich der Behandlungseffektivität können für Risikomarker und allgemeines Funktionsniveau aufrechterhalten werden; hinsichtlich klinischer Parameter bestand eine Tendenz in der erwarteten Richtung. Die Daten weisen somit auf die positive Wirkung der Präventionsambulanz für die behandelten Patienten hin.

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