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01.02.2015 | Geschichte der Gynäkologie und Geburtshilfe | Ausgabe 2/2015

Der Gynäkologe 2/2015

Die norwegischen Entbindungs- und Kinderheime der nationalsozialistischen Lebensborn-Organisation, 1940–1945

Zeitschrift:
Der Gynäkologe > Ausgabe 2/2015
Autor:
Dipl.-Psych. A. Jüttemann
Bereits im Winter 1940 zeichnete sich ab, dass es aufgrund der Vielzahl von Verbindungen, die Angehörige der deutschen Wehrmacht und der „Schutzstaffel“ (SS) mit Norwegerinnen eingingen, einen Zuwachs an Geburten mit deutsch-norwegischem Hintergrund geben würde. Im Frühjahr 1941 kamen in Norwegen die ersten Kinder zur Welt, die aus einer Liaison zwischen einem deutschen Soldaten und einer norwegischen Frau entstanden waren. Mit der Betreuung der Neugeborenen sollte die SS bzw. die ihr unterstellte Organisation „Lebensborn“ betraut werden. Der Gedanke war, eine Pro-Deutsche-Gesinnung bei den Kindern zu implementieren und auch die „rassisch zurückgebliebenen süddeutschen Regionen“ mit norwegischen Kindern „aufzunorden“. Schon im Oktober 1941 wurden die ersten 14 norwegischen Mütter und ihre Kinder durch den Lebensborn betreut; Ende 1942 waren bereits über 2000 Kinder erfasst. Die Nationalsozialisten, in deren Rassenideologie die nordgermanischen Völker als „erbbiologisch besonders wertvoll“ galten, begrüßten Beziehungen zwischen Norwegerinnen und Deutschen. Zuerst wollte man die Norwegerinnen und ihre Kinder nach Deutschland holen und bot ihnen Reise- und Unterhaltserleichterungen an. Für die Unterbringung von Müttern, die von einem deutschen Soldaten ein Kind erwarteten, war u. a. das Lebensbornheim „Kurmark“ im brandenburgischen Klosterheide vorgesehen. Dort sollten die Mutter vor allem Deutsch lernen und darauf vorbereitet werden, die Herkunftsfamilie des deutschen Vaters ihrer Kinder kennenzulernen. Den Lebensunterhalt für Frauen und Kinder hätte die Organisation Lebensborn übernommen. Bis Sommer 1943 wurden sogar 80 Kinder ohne ihre norwegischen Mütter nach Deutschland gebracht, um sie dort zur Adoption freizugeben [ 1]. ...

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