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01.03.2012 | Originalien | Ausgabe 3/2012

Der Urologe 3/2012

Die Perinealsonographie zur Diagnostik der männlichen Belastungsinkontinenz

Eine Vergleichsstudie zur Anwendbarkeit von urogynäkologischen Standards bei Mann und Frau

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 3/2012
Autoren:
Dr. L. Najjari, J. Hennemann, N. Maass, R.K. Kirschner-Hermanns

Zusammenfassung

Hintergrund

Die diagnostischen Möglichkeiten bei der persistierenden Harninkontinenz nach Prostatektomie sind trotz Inzidenzzahlen von bis zu 40% bislang beschränkt. Die Perinealsonographie, eine in der Urogynäkologie bereits etablierte Methode zur Quantifizierung der urethralen Mobilität, kann jedoch auch im Rahmen der Inkontinenzdiagnostik beim Mann angewandt werden. Zur genaueren Evaluation der Methode wurde in der vorliegenden Studie die Reproduzierbarkeit der perinealsonographischen Untersuchung bei Mann und Frau verglichen.

Material und Methoden

Bei 27 Männern und 27 Frauen im Alter von 65–85 Jahren wurden nach standardisierten Kriterien in den drei Bedingungen Ruhe, Kontraktion und Pressen perinealsonographische Bilder erstellt, die daraufhin von zwei unabhängigen Untersuchern beurteilt wurden: es wurde für alle Bedingungen festgehalten, welche der für die Quantifizierung der urethralen Mobilität relevanten Bezugspunkte Urethra, Meatus urethrae internus und Blasengrund beurteilbar waren. Die Übereinstimmung der Ergebnisse wurde mit Hilfe des Koeffizienten p0 berechnet und die jeweiligen Werte in den Geschlechtergruppen mittels eines t-Tests auf Signifikanz überprüft.

Ergebnisse

Mit einem t-Wert von 1,58 (p=0,154) besteht kein signifkanter Unterschied in der Reproduzierbarkeit bei der Darstellung der drei Bezugspunkte Urethra, Meatus urethrae internus und Blasengrund zwischen den beiden Geschlechtern.

Schlussfolgerungen

Das Verfahren der Perinealsonographie zur Quantifizierung der urethralen Mobilität ist im Rahmen der Inkontinenzdiagnostik beim prostatektomierten Mann ebenso reproduzierbar wie bei der Frau. Auch für den Mann ist die Untersuchung aufgrund ihrer Nicht-Invasivität angenehm und schmerzfrei. Sie kann deswegen auch bei Männern zur weitergehenden Diagnostik und Auswahl eines geeigneten chirurgischen Verfahrens empfohlen werden.

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