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26.06.2019 | Originalien und Übersichten | Ausgabe 8/2019

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 8/2019

Die zukünftige Entwicklung von Demenzerkrankungen in Deutschland – ein Vergleich unterschiedlicher Prognosemodelle

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 8/2019
Autoren:
Valeska Milan, Stefan Fetzer

Zusammenfassung

Demenz ist eines der häufigsten Krankheitsbilder älterer Menschen ab 65 Jahren. Da es aufgrund des demografischen Wandels immer mehr ältere Menschen gibt, die zugleich immer älter werden, wird die Anzahl der derzeit rund 1,7 Mio. Menschen mit Demenz nochmals massiv steigen. Eine genaue Abschätzung dieser Steigerung ist dabei für Entscheidungs- und Kostenträger im Gesundheitswesen von besonderer Bedeutung.
Die vorliegende Arbeit befasst sich deswegen mit den Auswirkungen unterschiedlicher Annahmen auf die zukünftige Krankheitshäufigkeit im Rahmen eines zeitdiskreten Markov-Modells aus bevölkerungsstatistischen und krankheitsspezifischen Komponenten. Für die empirische Umsetzung wurden auf Basis von Routinedaten der AOK Baden-Württemberg alters- und geschlechtsspezifische Prävalenzraten, Inzidenzraten und Mortalitätsdifferenzen für das Krankheitsbild Demenz ermittelt und auf die zu erwartende demografische Veränderung der deutschen Bevölkerung bezogen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Anwendung des Markov-Modells gegenüber der in vielen bisherigen Studien praktizierten Übertragung aktueller alters- und geschlechtsspezifischer Prävalenzraten auf Bevölkerungsprojektionen (Status-Quo-Prinzip) schon bis 2030 zu einer um 20 bis 25 % höheren Anzahl an Menschen mit Demenz führt. Die Ergebnisse lassen deswegen erwarten, dass bereits in mittlerer Frist deutliche Ausgabensteigerungen auf die Kostenträger im Gesundheitswesen zukommen. Unter der Annahme zukünftig konstanter Inzidenzraten und einer steigenden Lebenserwartung von Menschen mit Demenz würde deren Anzahl in Deutschland bis 2060 auf 3,3 Mio. steigen. Durch eine Kompression der Krankheitslast könnte sich dieser Wert allerdings auf 2,6 Mio. reduzieren.

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