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01.09.2015 | Schwerpunkt | Ausgabe 3/2015

Herzschrittmachertherapie + Elektrophysiologie 3/2015

Differenzialdiagnostik der Breitkomplex-Tachykardie

Zeitschrift:
Herzschrittmachertherapie + Elektrophysiologie > Ausgabe 3/2015
Autoren:
Prof. Dr. Thomas Deneke, Andreas Mügge, Sebastian Kerber, Karin Nentwich, Franziska Fochler, Patrick Müller, Peter Grewe, Philipp Halbfass

Zusammenfassung

Einleitung

Die elektrokardiographische Differenzialdiagnostik von Tachykardien mit breitem QRS-Komplex (Breitkomplex-Tachykardien, BKT) stellt eine Herausforderung an den befundenden Arzt dar, ist aber für die weitere Differenzialtherapie und Risikoabschätzung entscheidend. Komplexe Algorithmen erhöhen im Einzelfall zwar die Spezifität der Diagnose, müssen aber oft einem pragmatischen Vorgehen zur schnellen EKG-Differenzialdiagnostik weichen.

Methoden und Ergebnisse

Finden sich unregelmäßige R-R-Abstände und ist der Patient trotz (unregelmäßiger) BKT hämodynamisch stabil, handelt es sich fast ausschließlich um Vorhofflimmern, entweder mit Schenkelblockierung oder bei antegrad leitender akzessorischer Leitungsbahn. Polymorphe ventrikuläre Tachykardien (VT) als Mechanismus der unregelmäßigen BKT sind sehr selten und – wenn anhaltend – nicht hämodynamisch toleriert. Bei Vorliegen einer regelmäßigen BKT muss differenzialdiagnostisch an eine VT, eine supraventrikuläre Tachykardie (SVT) mit Schenkelblockierung (funktionell oder vorbestehend) oder eine SVT mit ventrikulärer Überleitung über eine akzessorische Leitungsbahn (WPW-Syndrom) gedacht werden. Das Vorliegen einer strukturellen Herzerkrankung, insbesondere ein Z. n. Herzinfarkt, spricht für eine VT. Zur genaueren EKG-Analyse ist die Anfertigung eines 12-Kanal-EKGs bei hämodynamischer Stabilität essenziell.

Schlussfolgerung

Die Dokumentation einer AV-Dissoziation oder eine negative Konkordanz der Brustwand-QRS ist beweisend für eine VT. Ist der QRS-Komplex in V1 überwiegend positiv (V1-positive, rechtsschenkelblockartige BKT), sprechen u. a. eine positive Konkordanz der QRS-Komplexe in den Brustwandableitungen, eine QRS-Breite > 140 ms, ein überdrehter Linkstyp während VT, ein mono- oder biphasischer QRS-Komplex in V1, eine tiefe S-Zacke in V6 für eine VT. Bei V1-negativer BKT (linksschenkelblockartig) spricht eine QRS-Breite > 160 ms, ein nach rechts gerichteter Lagetyp, eine > 40 ms breite R-Zacke in V1/V2, ein zögerlicher S-Downstroke in V1/V2 und jede Q-Zacke in V6 für das Vorliegen einer VT.

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