Was ist gesichert in der Therapie des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms?
- 22.10.2025
- Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom
- Schwerpunkt: Was ist gesichert? Evidenz-basiertes Vorgehen in der Inneren Medizin
- Verfasst von
- Dr. med. Stefan K. Alig
- Univ.-Prof. Dr. med. H. Christian Reinhardt
- Univ.-Prof. Dr. med. Bastian von Tresckow
- Erschienen in
- Die Innere Medizin | Ausgabe 12/2025
Zusammenfassung
Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist das häufigste aggressive Non-Hodgkin-Lymphom. Mit einem medianen Erkrankungsalter von 71 Jahren betrifft es insbesondere ältere Menschen. Risikofaktoren sind nur teilweise bekannt, umfassen aber Immundefizite, Autoimmunerkrankungen, Virusinfektionen und bestimmte Umweltgifte. Die Diagnostik erfolgt primär über Lymphknotenexstirpation, histologische und molekulare Analysen sowie Positronenemissionstomographie-Computertomographie(PET-CT)-basierte Stadienbestimmung. Standard in der Erstlinientherapie ist R-CHOP (Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison), bei jungen Niedrigrisikopatienten deeskaliert auf 4 Zyklen Chemoimmuntherapie (FLYER-Studie). Für Patienten mit International Prognostic Index (IPI) ≥ 2 zeigte die POLARIX-Studie Vorteile von Polatuzumab-Vedotin-R-CHP (R‑CHP Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Prednison) gegenüber R‑CHOP. Ältere Patienten werden in der Regel mit dem dosisreduzierten R‑mini-CHOP oder alternativen Regimen behandelt. Im Rezidiv hat die CAR-T-Zell-Therapie (CAR chimärer Antigenrezeptor) mit Axicabtagen-Ciloleucel (Axi-Cel) oder Lisocabtagen-Maraleucel (Liso-Cel) den bisherigen Standard der Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation bei refraktären oder früh rezidivierten Fällen abgelöst, auch bei nicht transplantationsfähigen Patienten. Antikörperbasierte Therapien, etwa mit Polatuzumab-Bendamustin-Rituximab, Tafasitamab-Lenalidomid, Loncastuximab-Tesirin oder bispezifischen Antikörper (Glofitamab, Epcoritamab, Odronextamab), erweitern die Optionen, teils mit lang anhaltenden Remissionen. Die Kombination aus Glofitamab mit einer Chemotherapie aus Gemcitabin und Oxaliplatin ist eine neue Standardoption im ersten Rezidiv, insbesondere wenn eine CAR-T-Zell-Therapie nicht möglich oder nicht erwünscht ist oder eine effektive Überbrückungstherapie vor CAR-T-Zell-Therapie nötig ist. Zukünftige Entwicklungen zielen auf eine frühere Integration von Immuntherapien, personalisierte Strategien basierend auf genetischen Subgruppen sowie den Einsatz der „liquid biopsy“.
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- Titel
- Was ist gesichert in der Therapie des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms?
- Verfasst von
-
Dr. med. Stefan K. Alig
Univ.-Prof. Dr. med. H. Christian Reinhardt
Univ.-Prof. Dr. med. Bastian von Tresckow
- Publikationsdatum
- 22.10.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom
Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom
CAR-T-Zellen
Rituximab
Rituximab
Bispezifischer Antikörper
Bispezifischer Antikörper
Non-Hodgkin-Lymphome
Lymphome
Innere Medizin - Erschienen in
-
Die Innere Medizin / Ausgabe 12/2025
Print ISSN: 2731-7080
Elektronische ISSN: 2731-7099 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00108-025-01999-x
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