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23.12.2016 | Originalarbeit | Ausgabe 1/2017

Ethik in der Medizin 1/2017

Diskussion ethischer Aspekte zahnärztlicher Altersschätzung bei jungen Flüchtlingen durch Röntgendiagnostik

Zeitschrift:
Ethik in der Medizin > Ausgabe 1/2017
Autoren:
Dipl. Theol. Dr. phil. Mathias Wirth, B.Sc. Dr. med. Dr. med. dent. Christoph L. Menzel, ZÄ Daniela C. M. Lee, Prof. Dr. med. Heinz-Peter Schmiedebach

Zusammenfassung

Eine zunehmende Zahl junger Flüchtlinge mit unklaren Altersangaben rückt das Problem der ärztlichen und zahnärztlichen Altersschätzungen durch Röntgenaufnahmen in den Fokus der öffentlichen Diskussion. Trotz anhaltender Kritik der organisierten deutschen Ärzteschaft an dieser Verfahrensweise und der hiermit verbundenen, nicht-medizinisch indizierten Strahlenexposition, ist es weiterhin gängige Praxis, zur Altersbestimmung Röntgenaufnahmen der Handwurzelknochen, des Schlüsselbeins oder der Zähne vorzunehmen. Dabei hat die amtliche Feststellung des Alters für die Asylsuchenden insofern erhebliche Auswirkungen, als minderjährigen Flüchtlingen besondere Rechte zukommen. Im bisherigen Diskurs über die Verhältnismäßigkeit der radiologischen Altersschätzung junger Asylsuchender wird zwar stets auf die Relevanz der Röntgenanalyse der dritten Molaren hingewiesen, die spezifische Rolle der Zahnärztinnen und Zahnärzte wird medizinethisch jedoch vergleichsweise wenig problematisiert. Tatsächlich hat die „Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ (DGZMK) in den Jahren 2001 und 2008 „wissenschaftliche Stellungnahmen“ publiziert, in denen eine vollumfängliche, radiologische Aufklärung des Alters von jungen Flüchtlingen empfohlen wird – ohne dass eine ethische Problematisierung erfolgte. Vor dem Hintergrund dieser Befunde soll im Rahmen des vorliegenden Beitrags der Frage nachgegangen werden, inwieweit die in Deutschland etablierte zahnärztliche Praxis der Altersschätzung geeignet, erforderlich und ethisch angemessen ist. Methodische Grundlagen der Arbeit sind hierbei (1) eine umfassende Auswertung der verfügbaren Fachliteratur sowie (2) eine kritisch normative Analyse der maßgeblichen Argumentationslinien, wie sie insbesondere von der genannten Fachgesellschaft vertreten wird. Besonders in der ethischen Diskussion dieser Positionspapiere liegt ein Desiderat einer Ethik der Zahnmedizin und bietet Anlass, eine international geführte Debatte zur Altersbestimmung auf den konkreten Rahmen in Deutschland zu applizieren.

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