Zum Inhalt
Der Nervenarzt

Tödliches Lachgas

Erschienen in:

Auszug

Der Missbrauch von Lachgas (Dinitromonoxid, N2O) unter dem irreführenden Begriff „Freizeitgebrauch“ („recreational use“) ist ein seit Jahren zunehmendes gesundheitspolitisches und medizinisches Problem [5]. Vor allem junge Menschen konsumieren Lachgas, da es überall zu einem relativ günstigen Preis legal verfügbar ist und es den Ruf eines ungefährlichen Rauschmittels in der Partyszene hat. In den neurologischen Fokus ist der chronische Missbrauch von Lachgas durch die Entwicklung von Myelopathien und Neuropathien im Rahmen einer funikulären Myelose durch Vitamin-B12-Mangel gerückt [3, 6]. Berichte über Intoxikationen stammen meist aus der Notfallmedizin und beinhalten den typischen bzw. komplikationsbehafteten Verlauf einer Narkotikaüberdosierung [4, 7], oder es wird über schwere Unfälle im Rahmen einer akuten Intoxikation berichtet. Von psychiatrischer Seite sind die Themen Lachgasintoxikation bzw. chronischer Missbrauch bislang wenig beachtet worden, wahrscheinlich weil die Behandlung primär in anderen Fachdisziplinen erfolgte. Erst neuerdings wird auch von psychiatrischer Seite ein Abhängigkeitspotenzial diskutiert [2]. Hier berichten wir den Fall einer tödlichen Lachgasintoxikation im Rahmen vorbestehender psychischer Erkrankungen. …
Titel
Tödliches Lachgas
Verfasst von
Prof. Dr. Ulrich Palm
Suzana Mesaric
Maria Epple
Markus Backmund
Publikationsdatum
17.11.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Der Nervenarzt / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 0028-2804
Elektronische ISSN: 1433-0407
DOI
https://doi.org/10.1007/s00115-024-01780-9
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu in den Fachgebieten Neurologie und Psychiatrie

Rezidiviertes Grad-3-Astrozytom: Kann ein Antiparasitenmittel die Prognose verbessern?

Daten der Phase-III-Studie STELLAR sprechen für eine klinisch relevante Aktivität der Therapiekombination aus Eflornithin und Lomustin bei Personen mit rezidivierten Grad-3-Astrozytomen. Besonderheiten im Studiendesgin machen die Interpretation indes nicht ganz leicht.

Mit KI gegen Mukositis und Polyneuropathie

KI-Analysen von elektronischen Patientenakten können helfen, vielversprechende Signale für potenzielle Wirkstoffe gegen Chemotherapienebenwirkungen zu erhärten. Dafür sprechen zumindest Ergebnisse einer Studie aus Japan.

GHB als Partydroge im Aufwind

Billig und stimulierend, solange man nicht zu viel davon nimmt: Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB) hat sich einen schlechten Ruf als K.o.-Tropfen erworben. Verwendet wird die Substanz jedoch meist als Partydroge. In der Szene hat sie schon gut ein Drittel probiert.

Mephedron und „Monkey Dust“ erobern das Nachtleben

Seit der Pandemie machen sich zunehmend synthetische Cathinone in der Partyszene breit. Die Amphetamine werden geraucht oder geschnupft, beim Feiern oder zum Sex konsumiert und sorgen in Kliniken für immer mehr drogeninduzierte Psychosen.

Bildnachweise
Sieben Kartuschen Lachgas zu je 2 kg N2O wurden beim Patienten gefunden./© Palm U et al. / all rights reserved Springer Medizin Verlag GmbH, MRT: Pilozytisches Astrozytom bei 10-jährigem Mädchen/© Springer Medizin, Box mit Tabletten/© ekachai050050 / stock.adobe.com (Symbolbild), Rauchende Teenies trinken Alkohol/© Joshua Resnick / Fotolia (Symbolbild mit Fotomodellen), Techno Club/© master1305 / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)