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Ausblick auf den Krebskongress Passgenauer therapieren in der gynäkologischen Onkologie

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"Mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten können wir sehr gezielt vorgehen, indem Tumorzellen passgenauer zerstört und gesunde Zellen geschont werden", so Prof. Annette Hasenburg. Sie gibt einen Ausblick auf gynäkoonkologische Themen des DKK 2026 und auf Ihre Highlights. Die minimalinvasive Chirurgie werde zudem immer wichtiger. Manchmal sei dennoch eine Eskalation die beste Option.

Die Gynäkologie ist auf dem DKK stark vertreten. „Von innovativen Therapieansätzen beim Brust-, Ovarial- und Zervixkarzinom über neue Möglichkeiten der molekularen Diagnostik, Bildgebung und KI bis hin zu Fragen der Prävention, Planetary health und Nachsorge – dies alles sind Themen, zu denen wir uns auf dem Kongress austauschen und weiterbilden“, so Professorin Annette Hasenburg, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft.

„Diskutiert werden aktuelle Studien zu personalisierten Therapien, Fortschritte in der Immunonkologie sowie Entwicklungen wie Liquid Biopsy und Risikoprädiktion. Für junge Menschen haben wir darüber hinaus auch Themen wie Weiterbildung und Karrierewege in der gynäkologischen Onkologie ins Programm aufgenommen.“

Sie betont: „Damit bieten wir nicht nur einen Überblick über wissenschaftliche Innovationen, sondern auch praxisnahe Impulse für die Versorgung im klinischen Alltag. Schauen Sie ins Programm! Es lohnt sich, die Vielfalt der Plenar- und Fachsitzungen für sich zu entdecken. Ich freue mich darauf, Sie im Februar beim DKK zu sehen.“ 

Prof. Dr. Annette Hasenburg, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft.


Frau Professor Hasenburg, welche Fortschritte in der personalisierten Therapie gynäkologischer Tumoren halten Sie derzeit für besonders vielversprechend? 

Hasenburg: Es gibt aktuell so viele Neuerungen, so dass ich nur die für mich wichtigsten Highlights aufführe. Die Immuntherapie ist ein echter Gamechanger und mit dem Einsatz von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) eröffnen sich vielfältige Therapiemöglichkeiten. Mit ADCs können wir sehr gezielt vorgehen, indem Tumorzellen passgenauer zerstört und gesunde Zellen geschont werden. 

Um individueller therapieren zu können, spielt die molekulare Klassifikation von Tumoren eine wichtige Rolle. Hier gibt es viel Bewegung, insbesondere beim Endometriumkarzinom. Wir können unsere Therapie anhand der molekularen Klassifikation zielgerichteter eskalieren oder deeskalieren und unter Umständen auf eine adjuvante Chemo- und Strahlentherapie und sogar auf eine Sentinel-Lymphadenektomie verzichten.  

Neue Möglichkeiten eröffnet die Liquid Biopsy, mit der wir z.B. zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) detektieren können, um eine Prognose besser einordnen und ein Rezidiv früher erkennen zu können. Personalisierte Impfstrategien sind ein weiterer Stern am Himmel. 

Minimalinvasive Operationstechniken sind Ihr klinischer Schwerpunkt. Welche Rolle werden sie in der Zukunft der gynäkologischen Onkologie spielen? 

Hasenburg: Minimalinvasive Operationstechniken spielen bereits eine wichtige Rolle, werden aber künftig sicher noch mehr zum Einsatz kommen. Allerdings müssen sie verstärkt risikoadaptiert angewendet werden. Deeskalation steht oft im Vordergrund, aber manchmal müssen wir auch eskalieren: Wir wissen zum Beispiel beim Zervixkarzinom, dass Patientinnen mit einem minimal-invasiven Eingriff in der LACC Studie ein schlechteres Gesamtüberleben hatten als diejenigen, die per Laparotomie operiert wurden. Die Ursachen müssen noch erforscht werden. Es hat sich jedoch auch gezeigt, dass nicht nur die minimal invasive Technik an sich, sondern auch die operative Strategie und die Erfahrung des Teams entscheidend für das onkologische Outcome sind. Bildgestützte und navigierte Verfahren werden die Grenzen der minimal invasiven Onkologie weiter verschieben. Darüber hinaus ist es wichtig, die operativen Eingriffe immer in ein multimodales Therapiekonzept zu integrieren.

Der Kongress legt großen Wert auf die Einbindung junger Ärzt*innen und Forscher*innen. Was möchten Sie jungen Menschen für den Karriereweg in der gynäkologischen Onkologie mitgeben? 

Hasenburg: Die Arbeit in der gynäkologischen Onkologie empfinde ich persönlich als sehr sinnstiftend. Sie ist ein spannendes Tätigkeitsfeld mit aktuell exponentiellen Fortschritten. Wer Lust auf Weiterentwicklung hat findet hier die Möglichkeit, die Zukunft der Onkologie und die Versorgung von Patientinnen aktiv mitzugestalten.   

Hervorzuheben ist die Interdisziplinarität unseres Faches und der damit einhergehende Weitblick und die Vernetzung. Junge Talente sollten daher „interdisziplinär“ denken und Freude am Austausch mit anderen Fachrichtungen und Berufsgruppen haben.  

Bei allem, was wir tun, dürfen wir nicht vergessen, dass immer die Patientin im Mittelpunkt unserer Arbeit steht. Daher spielt auch die Psychoonkologie mit Fragen rund um die Lebensqualität inklusive Sexualität eine wichtige Rolle. Das macht das Feld der gynäkologischen Onkologie so inspirierend und vielseitig. 

Nachwuchskräften kann ich aus eigener Erfahrung mitgeben, sich Monats-, Jahres- und 10-Jahresziele zu setzen und sich zur Umsetzung regelmäßig mit einer Mentorin und einem Mentor auszutauschen. Und zum Schluss: Bleiben Sie mutig, kreativ und vernetzen Sie sich!

Sitzungsauswahl Brustkrebs und gynäkologische Tumoren

Debatte: Ist die KI in der gynäkologischen Onkologie angekommen? 
18. Februar, 09:45 – 10:45 Uhr 

Highlight-Sitzung: Global oncology und Nachhaltigkeit in der Onkologie 
18. Februar, 15:00 – 16:30 Uhr 

Tumorboard: Primäres Mammakarzinom 
18. Februar, 18:00 – 19:00 Uhr 

Fortbildungssitzung: Vulva- und Vaginalkarzinom: Von der Prävention bis zur Rekonstruktion
19. Februar, 09:15 – 10:30 Uhr 

Highlight-Sitzung: State of the Art Mammakarzinom 
19. Februar, 10:45 – 12:15 Uhr 

Highlight-Sitzung: Strukturelle Herausforderungen für die gynäkologische Onkologie 
19. Februar, 15:00 – 16:30 Uhr 

Fortbildungssitzung: Der Schlüssel zum Erfolg in der gynäkologischen Onkologie 
19. Februar, 18:00 – 19:00 Uhr 

Plenarsitzung: Aktuelle Entwicklungen in der Therapie des Mammakarzinoms 
20. Februar, 10:15 – 12:15 Uhr 

Highlight-Sitzung: Ovarialkarzinom: Eskalation und Deeskalation 
20. Februar, 10:45 – 12:15 Uhr 

Plenarsitzung: Mitwirkung der Patientinnen in deren Krebsbehandlung 
20. Februar, 15:00 – 16:30 Uhr 

Viele weitere Sitzungen finden Sie auf der Kongresswebseite: www.dkk2026.de

Der Deutsche Krebskongress 2026: „zusammen – gezielt – zukunftsfähig“

Über 10.000 Expert*innen aus der Onkologie treffen sich im Februar 2026 beim Deutschen Krebskongress (DKK). Unter dem Motto „zusammen – gezielt – zukunftsfähig“ tauschen sie sich auf dem größten onkologischen Fachkongress im deutschsprachigen Raum aus, bilden sich in rund 300 Sitzungen weiter und gestalten gemeinsam die Zukunft der Krebsmedizin.  

„Ich möchte Sie alle einladen, mit uns auf dem DKK über die Aufgaben in der Krebsmedizin von heute und morgen zu sprechen. Es geht darum, Innovationen in die Versorgung zu bringen, Forschung in Deutschland weiter voranzubringen und unsere Patient*innen interdisizplinär und multimodal auf hohem Niveau zu behandeln“, sagt Professorin Anke Reinacher-Schick, Kongresspräsidentin des DKK 2026 und Direktorin der Klinik für Hämatologie und Onkologie mit Palliativmedizin an der Ruhr-Universität Bochum. „Um diese Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen, brauchen wir in der Onkologie viele junge Menschen. Deswegen bietet der Kongress extra Beteiligungsmöglichkeiten und Inhalte für Young Professionals und Studierende. Nehmen Sie teil und lassen Sie sich für unser vielfältiges Fach begeistern!“ 

Empfehlung der Redaktion
18. - 21. Februar 2026 | Berlin

Kongressdossier zum DKK 2026

Auf dieser Seite werden wir Sie mit tagesaktuellen Berichten vom Deutschen Krebskongress (DKK) auf dem Laufenden halten. Vor dem Start des Kongresses finden Sie hier zudem Ausblicke auf spannende Themen, die vor Ort diskutiert werden. Expertinnen und Experten erzählen, auf welche DKK-Sessions sie sich besonders freuen. Eine Kooperation von Springer Medizin mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe.

Der DKK wird alle zwei Jahre gemeinsam von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Stiftung Deutsche Krebshilfe veranstaltet. Die onkologischen Themen werden in vielfältigen Sitzungsformaten behandelt, wie Plenar- und Highlightsitzungen mit international renommierten Speaker*innen. In Debatten- und interdisziplinären Tumorboardsitzungen stehen wissenschaftliche Kontroversen im Vordergrund. Darüber hinaus gibt es Schnittstellen- und gesundheitspolitische Sitzungen. Neu konzipiert wurden die Fortbildungssitzungen: Das Format Educational Expert richtet sich an Expert*innen, die Fortbildungssitzungen Educational Basic an Berufseinsteiger*innen. 

Dieser Bericht ist Teil der Medienkooperation zwischen Springer Medizin und der Deutschen Krebsgesellschaft / der Deutschen Krebshilfe zum DKK 2026.

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