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Ausblick auf den Krebskongress Therapieoptionen beim NSCLC managen

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Prof. Bernd Schmidt, Vorsitzender der pneumologisch-onkologischen AG in der DKG, gibt eine klare Empfehlung, welche Session sich auf dem Krebskongress lohnt: Die Sitzung zum fortgeschrittenen NSCLC. Hier gibt es viele neue Therapieoptionen. Auch das Lungenkrebsscreening wird rege diskutiert werden. Er freut sich auf den Start des Screenings, aber sieht auch einige Herausforderungen auf das Gesundheitssystem zukommen.

Von der Molekularen Genetik bis hin zu multimodalen Therapiekonzepten und Leitlinienupdates– das wissenschaftliche Programm des DKK hat für Expert*innen aus der onkologischen Pneumologie viel zu bieten. „Die Auswahl an Sitzungen zeigt, wie viel in unserem Feld passiert. Ich empfehle den Besuch der Highlight-Sitzung zum fortgeschrittenen Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom, in der auf die unterschiedlichen Therapieoptionen, aber auch auf die Integration der Palliativmedizin eingegangen wird“, sagt Professor Bernd Schmidt, Vorsitzender der Pneumologisch-onkologische Arbeitsgemeinschaft (POA) in der Deutschen Krebsgesellschaft.

„Persönlich leite ich die Schnittstellen-Sitzung ‚Vor der Diagnose Lungenkrebs‘, in der es um die Früherkennung und Prävention geht. Und natürlich wird es spannend, Themen wie KI in der Gesundheitsversorgung, Nachhaltigkeit in der Onkologie und immer personalisiertere Therapiemethoden zu diskutieren. Ich freue mich darauf, Sie beim Kongress zu begrüßen.“ 

Professor Bernd Schmidt, Vorsitzender der Pneumologisch-onkologische Arbeitsgemeinschaft (POA) in der Deutschen Krebsgesellschaft.


Herr Professor Schmidt, beim DKK diskutieren Sie die Früherkennung von Lungenkrebs. Welche Ansätze halten Sie aktuell für am vielversprechendsten? 

Schmidt: Die Datenlage zur Lungenkrebs-Früherkennung ist wirklich gut und wir freuen uns sehr, dass das endlich Wirklichkeit wird! 

Dabei ist allen klar, dass die größte Herausforderung in der Rekrutierung liegen wird. Hier brauchen wir eine breite Informationskampagne sowohl für die niedergelassenen Kolleg*innen als auch für die Laien-Öffentlichkeit. Eine wichtiges Herausforderung sollten wir dabei nicht unterschlagen: Wir werden viel mehr als nur Lungenrundherde finden. Wir erwarten Gefäßveränderungen, Koronarkalk, Befunde im angeschnittenen Oberbauch und mehr. Das muss gut kommuniziert werden, damit müssen die Patient*innen und wir umgehen und das wird auf das Gesundheitssystem zukommen. 

Mittel- und langfristig wollen wir aus der Maßnahme auch Erkenntnisse für die Versorgungsforschung ableiten und das Konzept darauf basierend weiterentwickeln. An der Stelle ist unser fachpolitisches Engagement gefordert, um die Ergebnisse der Lungenkrebs-Früherkennung in Register- bzw. Datenbankstrukturen zu fassen.  

In der Therapie des fortgeschrittenen NSCLC gibt es eine wachsende Zahl von Optionen. Wie lässt sich hier der optimale Einsatz kombinierter Strategien bestimmen? 

Schmidt: Wir werden mehr Studien brauchen, die kombinierte Therapien und Therapiefolgen abbilden und vergleichen. Am Ende läuft es auf mehr Daten heraus. Unser Traum wäre es, wenn wir die Versorgungsrealität und das entsprechende Outcome so differenziert in Krebsregister-Strukturen abbilden könnten, dass am Ende relevante Versorgungs-Daten analysiert werden und daraus die besten Strategien abgeleitet werden können. 

Künstliche Intelligenz wird auch in der Pneumologie immer relevanter. Welche praktischen Anwendungen sehen Sie für Diagnostik und Therapiewahl beim Lungenkrebs?

Schmidt: In der Diagnostik wird der Umgang mit „Rundherden“ bereits jetzt zunehmend durch automatisierte KI-basierte Systeme unterstützt; ganz sicher werden diese Systeme in der Zukunft auch mit anderen Daten angereichert, die den individuellen Patienten und seine Risikokonstellation charakterisieren. 

Mit mehr Therapieoptionen und -kombinationen und immer individuelleren Behandlungen muss ich ehrlich sagen: Die Wahl der besten Therapie fordert und überfordert uns bereits heute. Künstliche Intelligenz könnte uns bei der Auswahl des individuell besten Therapiepfades sicher helfen. Als wichtige Daten, auf deren Basis Entscheidungen zu treffen sind, wären neben den klassischen Tumorinformationen auch die Komorbiditäten, die persönlichen Lebensumstände und -wünsche, sowie die verfügbaren Versorgungsoptionen denkbar. An den Entscheidungsknoten unserer Algorithmen könnten die relevanten Argumente und Daten hinterlegt werden und uns bei der ärztlichen Entscheidungsfindung unterstützen. 

Sitzungsauswahl Pneumologie

Highlight-Sitzung: Global oncology und Nachhaltigkeit in der Onkologie 
18. Februar, 15:00 – 16:30 Uhr 

Interdisziplinäres Tumorboard: Schwierige Entscheidungen – lokal oder Systemtherapie: Wer, wann und wie? 
18. Februar, 16:45 – 17:45 Uhr 

Schnittstellen-Sitzung: Zukunft der NSCLC-Versorgung in Deutschland – von der Diagnose zur innovativen Therapie 
19. Februar, 08:00 – 09:00 Uhr 

Debatte: Wie werden wir in fünf Jahren KI benutzen? 
19. Februar, 08:00 – 09:00 Uhr 

Fortbildungssitzung: Therapieentscheidungen in frühen Stadien: neue Wege in den frühen Stadien des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms 
19. Februar, 15:00 – 16:30 Uhr 

Plenarsitzung: Status quo Früherkennungsprogramme 
19. Februar, 15:00 – 16:30 Uhr 

Interdisziplinäres Tumorboard: Lungenkarzinom: ohne „interdisziplinär“ geht gar nichts 
19. Februar, 16:45 – 17:45 Uhr 

Plenarsitzung: Advancing the frontiers in thoracic oncology 
20. Februar, 08:00 – 10:00 Uhr 

Fortbildungssitzung: Molekulare Landschaft, molekulare Alterationen beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom 
20. Februar, 10:45 – 12:15 Uhr 

Highlight-Sitzung: Ethik in der palliativen Onkologie 
20. Februar, 10:45 - 12:15 Uhr 

Highlight-Sitzung: Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom (NSCLC) fortgeschritten 
20. Februar, 15:00 – 16:30 Uhr 

Fortbildungssitzung: Therapieentscheidungen in speziellen Situationen 
20. Februar, 18:00 – 19:00 Uhr 

Schnittstellen-Sitzung: Vor der Diagnose Lungenkrebs 
21. Februar, 08:00 – 09:00 Uhr 

Viele weitere Sitzungen finden Sie auf der Kongresswebseite: www.dkk2026.de

Der Deutsche Krebskongress 2026: „zusammen – gezielt – zukunftsfähig“

Über 10.000 Expert*innen aus der Onkologie treffen sich im Februar 2026 beim Deutschen Krebskongress (DKK). Unter dem Motto „zusammen – gezielt – zukunftsfähig“ tauschen sie sich auf dem größten onkologischen Fachkongress im deutschsprachigen Raum aus, bilden sich in rund 300 Sitzungen weiter und gestalten gemeinsam die Zukunft der Krebsmedizin.  

„Ich möchte Sie alle einladen, mit uns auf dem DKK über die Aufgaben in der Krebsmedizin von heute und morgen zu sprechen. Es geht darum, Innovationen in die Versorgung zu bringen, Forschung in Deutschland weiter voranzubringen und unsere Patient*innen interdisizplinär und multimodal auf hohem Niveau zu behandeln“, sagt Professorin Anke Reinacher-Schick, Kongresspräsidentin des DKK 2026 und Direktorin der Klinik für Hämatologie und Onkologie mit Palliativmedizin an der Ruhr-Universität Bochum. „Um diese Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen, brauchen wir in der Onkologie viele junge Menschen. Deswegen bietet der Kongress extra Beteiligungsmöglichkeiten und Inhalte für Young Professionals und Studierende. Nehmen Sie teil und lassen Sie sich für unser vielfältiges Fach begeistern!“ 

Empfehlung der Redaktion
18. - 21. Februar 2026 | Berlin

Kongressdossier zum DKK 2026

Auf dieser Seite werden wir Sie mit tagesaktuellen Berichten vom Deutschen Krebskongress (DKK) auf dem Laufenden halten. Vor dem Start des Kongresses finden Sie hier zudem Ausblicke auf spannende Themen, die vor Ort diskutiert werden. Expertinnen und Experten erzählen, auf welche DKK-Sessions sie sich besonders freuen. Eine Kooperation von Springer Medizin mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe.

Der DKK wird alle zwei Jahre gemeinsam von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Stiftung Deutsche Krebshilfe veranstaltet. Die onkologischen Themen werden in vielfältigen Sitzungsformaten behandelt, wie Plenar- und Highlightsitzungen mit international renommierten Speaker*innen. In Debatten- und interdisziplinären Tumorboardsitzungen stehen wissenschaftliche Kontroversen im Vordergrund. Darüber hinaus gibt es Schnittstellen- und gesundheitspolitische Sitzungen. Neu konzipiert wurden die Fortbildungssitzungen: Das Format Educational Expert richtet sich an Expert*innen, die Fortbildungssitzungen Educational Basic an Berufseinsteiger*innen. 

Dieser Bericht ist Teil der Medienkooperation zwischen Springer Medizin und der Deutschen Krebsgesellschaft / der Deutschen Krebshilfe zum DKK 2026.

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