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01.03.2011 | Originalarbeit | Ausgabe 1/2011

Forum der Psychoanalyse 1/2011

„Du sollst dir kein Bildnis machen“

Gedanken zum psychoanalytischen Setting

Zeitschrift:
Forum der Psychoanalyse > Ausgabe 1/2011
Autor:
Dr. med. Dipl.-Psych. Klaus Loebell
Wichtige Hinweise
„Könnt ich Magie von meinem Pfad entfernen,/Die Zaubersprüche ganz und gar verlernen,/Stün’d ich, Natur, vor dir, ein Mann allein,/Da wär’s der Mühe wert, ein Mensch zu sein.“
Goethe, Faust
„Besser als die Psychoanalyse gefällt mir in diesem Fall die Erkenntnis, dass dieser Vaterkomplex, von dem sich mancher geistig nährt, nicht den unschuldigen Vater, sondern das Judentum des Vaters betrifft. Weg vom Judentum, meist mit unklarer Zustimmung der Väter, wollten die meisten, die deutsch zu schreiben anfingen, sie wollten es, aber mit den Hinterbeinchen klebten sie noch am Judentum des Vaters und mit den Vorderbeinchen fanden sie keinen neuen Boden. Die Verzweiflung darüber war ihre Inspiration.“
Kafka, zit. nach Robert (1975, S. 12)

Zusammenfassung

„Der Fortschritt in der Geistigkeit“, ein kurzer Abschnitt aus Freuds letztem großen Werk „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“ von 1939, kann als eine Art Testament gelesen werden. Er enthält eine implizite Reflexion über den Kern der Psychoanalyse und ihres das Sehen ausschaltenden Verfahrens. Die dort reflektierte Gottesvorstellung, die Etablierung des jüdischen Monotheismus, also die Etablierung eines namenlosen, bildlosen, abstrakten Gottes und der von ihm auferlegten ethischen Anforderungen, weist alle Merkmale einer kulturellen Umwälzung auf, in der mit allen bis dahin bestehenden Traditionen gebrochen wurde. In ihr scheint verborgen, was für Freud das geheimnisvoll Besondere der jüdischen Tradition ausmachte. Durch das Bilderverbot hat der mosaische Monotheismus eine Höherentwicklung der Geistigkeit erzwungen und den Blick nach innen gelenkt. Im psychoanalytischen Setting scheint im Sinne des „kulturellen Gedächtnisses“ das Bilderverbot wieder auf. Die dem Patienten zugemutete Versagung und der beiden Parteien auferlegte Triebverzicht korrespondieren mit dem „Fortschritt in der Geistigkeit“, in dem Freuds Mann Moses seinen Kulminationspunkt findet.

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