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11.12.2015 | Originalien | Ausgabe 3/2016

Psychotherapeut 3/2016

Effektivität der Frühintervention in Traumaambulanzen

Ergebnisse des Modellprojekts zur Evaluation von Ambulanzen nach dem Opferentschädigungsgesetz

Zeitschrift:
Psychotherapeut > Ausgabe 3/2016
Autoren:
Dipl.-Psych. Miriam Rassenhofer, Annika Laßhof, Sebastian Felix, Gereon Heuft, Renate Schepker, Ferdinand Keller, Jörg M. Fegert
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Cierpka, Heidelberg
B. Strauß, Jena
Förderer: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Förder-Nummer: Vb2-54030-9/2).
Im Folgenden ist nur von Traumaambulanzen die Rede, wenn eine Modelltraumaambulanz folgende Bedingungen erfüllt: Es besteht ein Vertrag mit der Versorgungsbehörde über die Refinanzierung der Kosten bei Opfern von Gewalttaten im Sinne des Opferentschädigungsgesetzes, auf Antragstellung der Betroffenen. Die Traumaambulanz ist 24 h erreichbar und verfügt jederzeit über erfahrene Traumatherapeuten.

Zusammenfassung

Hintergrund

Derzeit ist der Umgang mit potenziell traumatisierten Opfern nach Gewalttaten in den deutschen Bundesländern heterogen. So werden in der Praxis der Anerkennung von Schädigungsfolgen nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) materielle Unterstützung und therapeutische Angebote wie beispielsweise Frühinterventionen unterschiedlich umgesetzt. Über das OEG finanzierte Traumaambulanzen wurden in den letzten Jahren in einigen Bundesländern eingeführt. Vorreiter war Nordrhein-Westfalen; hier wurde die Arbeit der Traumaambulanzen bereits 2007 positiv evaluiert.

Material und Methode

In einem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Modellprojekt wurde die Effektivität der in Modelltraumaambulanzen angebotenen Frühinterventionen in einem parallelisierten, kontrollierten Design (N = 82 Probanden) zu 2 Erhebungszeitpunkten (vor und nach Intervention) gegenüber Regionen ohne Traumaambulanzen evaluiert.

Ergebnisse

Im Prä-post-Vergleich vor und nach Intervention zeigten sich eine hochsignifikante, klinisch bedeutsame Reduktion der Traumabelastung nach einer Frühinterventionen in den teilnehmenden Ambulanzen und eine signifikante, jedoch klinisch nichtausreichende Besserung der depressiven Symptomatik. In der Kontrollgruppe ohne Frühintervention ergab sich keine klinisch bedeutsame Symptomreduktion.

Schlussfolgerung

Durch Frühinterventionen kann die erhebliche Belastung nach potenziell traumatischen Erfahrungen reduziert werden. Frühinterventionen können die Chronifizierung der posttraumatischen Stresssymptomatik verhindern und sind somit hilfreich sowie sinnvoll. Darüber hinaus sind teilweise jedoch weitere Unterstützungsmaßnahmen für Betroffene angezeigt.

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