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01.09.2009 | Leitthema | Ausgabe 9/2009

Der Ophthalmologe 9/2009

Eigenerhebung der Leseleistung mit dem ACTO-Selbsttest bei AMD-Patienten nach intravitrealen Injektionen

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 9/2009
Autoren:
A. Cordes, A. Strobel, C.H. Meyer, F. Ender, Prof. Dr. N. Schrage
Wichtige Hinweise
Der ACTO-Selbsttest ist im Internet abrufbar unter http://www.acto.de

Zusammenfassung

Einleitung

Nach VEGF-Injektionen sind monatliche Kontrollen durch den betreuenden Augenarzt erforderlich, um einen erneuten Visusabfall zeitnah zu erkennen. Dieses Zeitintervall ist für viele ältere AMD-Patienten nicht einhaltbar. Vielfach stoßen die Praxen an ihre logistischen Grenzen; die Vergütung der zusätzlichen ärztlichen Leistung ist unzureichend. Vor diesem Hintergrund entstand der ACTO-Selbsttest. Bei dieser Screeningmethode kann der Patient seine Leseleistung selbst überprüfen, um Veränderungen der Sehkraft – außerhalb der Routinekontrollen beim Augenarzt – aufzudecken.

Material und Methode

Der papiergestützte ACTO-Selbsttest besteht aus einer in Dezimalschritten abgestuften Sehtesttafel und einem Amsler-Gitternetz mit 6 „Ja-Nein“-Fragen sowie einer Anleitung. Der Patient führt den Selbsttest an beiden Augen getrennt durch und überträgt die Ergebnisse in eine Tabelle. Das „Aktion Augenlicht“ Service Center begleitet die Untersuchungen telefonisch, motiviert den Patienten und vereinbart bei stabilem Testergebnis neue Kontrolltermine. Fällt das Ergebnis schlechter aus oder besteht der Verdacht auf eine Visusminderung, erfolgt umgehend eine Terminvereinbarung beim betreuenden Augenarzt.

Ergebnisse

Zwischen den Lesestufen des ACTO-Selbsttests und der dezimalen Sehschärfe in die Ferne besteht eine gute Korrelation (r2=0,9). Insgesamt wurden 1444 Patienten telefonisch begleitet, 745 von ihnen nahmen an dem regelmäßigen Kontrollprogramm teil. Insgesamt kam es zu 3003 Kontakten. In 137 Fällen wurde der Augenarzt über ein verschlechtertes Ergebnis beim ACTO-Selbsttest informiert und eine umgehende augenärztliche Überprüfung vereinbart. 699 Patienten wurden als sog. „dropouts“ nicht weiter verfolgt. Die Gründe dafür waren in 39% der Fälle ein Visusabfall unterhalb der Grenzen des ACTO-Selbsttests, bei 29% eine gleichzeitige monatliche augenärztliche Kontrolle und bei 32% eine – trotz anfänglicher schriftlicher Einwilligung – nicht mehr gewünschte Betreuung. Im Verlauf der Erhaltungsphase kam es bei rund 18% der AMD-Patienten zu einer Verschlechterung der ACTO-Selbsttest-Ergebnisse.

Schlussfolgerung

Durch den monatlich durchgeführten ACTO-Selbsttest kann, in Kombination mit der telefonischen Unterstützung, eine erneute Leseminderung zeitnah erkannt und augenärztlich als echte Visusminderung bestätigt werden. Der Selbsttest ersetzt dabei nicht die qualifizierte Funduskopie des Augenarztes. Allerdings erhöhen die monatlich durchgeführten Selbsttests – bei gleichzeitig wenigeren Arztkontakten – die Sicherheit bei der Erkennung eines Rezidivs. Gleichzeitig kann dadurch die frühzeitige augenärztliche Intervention bei Visusveränderungen verbessert werden.

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