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01.09.2009 | Originalien | Ausgabe 9/2009

Der Ophthalmologe 9/2009

Einfluss der HIV-Pandemie auf die Inzidenz maligner Augentumoren im südlichen Malawi (Blantyre)

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 9/2009
Autoren:
Dr. M.S. Spitzer, T. Chirambo, P. Kayange, P. Szurman, E. Yoeruek, K.U. Bartz-Schmidt, H.N. Batumba

Zusammenfassung

Hintergrund

Die HIV-Pandemie im Südosten Afrikas stellt eine große Herausforderung für die personal- und finanzschwachen Gesundheitssysteme der betroffenen Länder dar. So ist bei ophthalmologischen Patienten in Malawi ein deutlicher Anstieg HIV-assoziierter Tumorerkrankungen festzustellen. In der vorliegenden Studie wurde die Häufigkeit bösartiger Augentumoren (insbesondere Bindehautkarzinome) anhand des Patientenguts der einzigen Augenklinik im Süden Malawis untersucht.

Methoden

Anhand der Operationspläne und Krankenakten der Augenabteilung der medizinischen Fakultät der University of Malawi wurde die jährliche Anzahl der wegen Bindehautneoplasien operierter Patienten für den Zeitraum von 1989–2006 erfasst. Prospektiv wurde 49 konsekutiven Patienten mit malignen Augentumoren ein HIV-Test angeboten.

Ergebnisse

Die Anzahl der malignomverdächtigen Veränderungen der Bindehaut nahm von 32 Fällen im Jahre 1989 auf 467 im Jahr 2006 zu. 80% (39/49) der Patienten mit malignen Augentumoren wiesen ein Bindehautkarzinom oder eine konjunktivale intraepitheliale Neoplasie (CIN) auf. 76% der Patienten mit Bindehautkarzinomen waren HIV-positiv.

Zusammenfassung

Im Süden Malawis ist das Bindehautkarzinom im untersuchten Patientengut inzwischen der mit Abstand häufigste maligne okuläre Tumor. Die Inzidenz scheint im Verlauf von 18 Jahren – parallel zum Anstieg der HIV-Infektionsrate – dramatisch angestiegen zu sein.

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