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01.09.2015 | Originalien | Ausgabe 9/2015

Der Unfallchirurg 9/2015

Einjahresverläufe nach proximalen Femurfrakturen

Poststationäre Analyse von Letalität und Pflegestufen durch Kassendaten

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 9/2015
Autoren:
C.M. Müller-Mai, U.S. Schulze Raestrup, T. Kostuj, G. Dahlhoff, C. Günster, R. Smektala

Zusammenfassung

Hintergrund

Die meisten ergebnisbezogenen Daten über die häufigen und kostenintensiven hüftgelenknahen Frakturen leiten sich aus der externen Qualitätssicherung oder klinischen Studien ab. Die hier vorliegende Arbeit verknüpft Routine- mit Krankenkassendaten, um Langzeitergebnisse von einem Jahr und z. T. darüber hinaus abzubilden, die bisher nicht erfasst wurden. Unser Modell wurde entwickelt, um den Einfluss einer frühen Operation auf Letalität, Dekubitus und Frührevisionen zu untersuchen. Außerdem wurden die Auswirkungen auf die Lebenssituation der Betroffenen anhand von Pflegedaten überprüft.

Material und Methoden

Es wurden 7905 Patienten untersucht. Die deskriptiven die Grundgesamtheit beschreibenden Daten erfassen den stationären Aufenthalt (Häufigkeiten, Operationsverfahren, Frühkomplikationen, Nebendiagnosen, Verweildauer) und den Verlauf danach (Pflegeangaben, Spätkomplikationen). Die berechneten Daten der analytischen Statistik zeigen Zusammenhänge, ob die präoperative Verweildauer die Ergebnisparameter (Letalität, Dekubitus, Spätrevision) verändert. Eine Risikoadjustierung durch die Komorbiditäten mit Hilfe von Nebendiagnosen wurde durchgeführt.

Ergebnisse

Betroffen waren mehr Frauen, das Altersmittel betrug 81,5 Jahre. Größte Entität war die Schenkelhalsfraktur. Die Operation erfolgte bei 77 % am 1. Tag nach Aufnahme. Marknägel und Prothesen dominierten. Die häufigsten Nebendiagnosen waren Diabetes, Demenzen, chronisch ischämische Herzerkrankungen und Herzinsuffizienz. Es fanden sich je 6 % Früh- und Spätkomplikationen; ca. 50 % der Patienten verschlechterten sich postoperativ in der Pflegestufe. Fast 40 % wechselten von ambulanter in stationäre Pflege. Der Operationszeitpunkt beeinflusste alle Ergebnisparameter. Das relative Risiko für die Letalität, Dekubitus und Frührevision erhöhte sich bei Operation nach über 24 h um ca. ein Drittel. Die Sterblichkeit der Operierten nach > 24 h lag um 6 % höher. 3172 Patienten verstarben im Beobachtungszeitraum. Die Letalität erreichte nach 30 Tagen 9,9 % und im 1. Jahr 26,9 %.

Schlussfolgerung

Das hier vorgestellte Verknüpfungsmodell von Krankenhaus- mit Krankenkassendaten zeigt die große Bedeutung der Analyse von Routinedaten über den stationären Verlauf hinaus und ermöglicht Beurteilungen auch über > 1 Jahr. Es bestand ein Einfluss einer präoperativ längeren Wartezeit auf alle Ergebnisparameter. Die Pflegedaten belegen den Verlust an Lebensqualität und die Bedeutung einer postoperativen Rehabilitation nach hüftgelenknahen Frakturen.

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