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01.09.2009 | Leitthema | Ausgabe 6/2009

Intensivmedizin und Notfallmedizin 6/2009

Einsatz von Nierenersatzverfahren bei akut dekompensierter Herzinsuffizienz

Zeitschrift:
Intensivmedizin und Notfallmedizin > Ausgabe 6/2009
Autor:
Prof. Dr. H.P. Kierdorf

Zusammenfassung

Eine Einschränkung der Nierenfunktion bei Patienten mit akut dekompensierter Herzinsuffizienz (ADHI) ist relativ häufig. Außerdem tritt bei mehr als 70% aller Patienten mit akuter Herzinsuffizienz im Verlauf ein Anstieg der Kreatininkonzentration auf. Wesentliche Ursache der unter dem Terminus kardiorenales Syndrom zusammengefassten Situation sind hämodynamische Veränderungen, Volumenveränderungen, die Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems sowie des sympathischen Nervensystems. Die resultierende Retention von Wasser und Natrium sowie die generelle Vasokonstriktion führen zu einer renalen Minderdurchblutung sowie zu einer sich teilweise rasch entwickelnden Diuretikaresistenz, was den Einsatz extrakorporaler Nierenersatzverfahren sinnvoll machen kann. Gleiches gilt für die Situation der ADHI. In der Intensivmedizin wird in diesen Fällen v. a. die kontinuierliche Nierenersatztherapie mit gutem klinischem Erfolg eingesetzt. Alternativ besteht auch die Möglichkeit einer reinen Ultrafiltration mittels miniaturisierter extrakorporaler Systeme. Die Peritonealdialyse wird bei ADHI eher selten eingesetzt. Alle extrakorporalen Maßnahmen haben aufgrund ihrer Invasivität nicht unerhebliche Risiken. Deshalb sollte die extrakorporale Therapie der ADHI spezifischen Situationen wie der ausgeprägten Diuretikaresistenz oder dem gleichzeitigen Vorliegen eines oligurischen oder anurischen akuten Nierenversagens vorbehalten bleiben.

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