Das Paradigma der sozialen Determinanten der Gesundheit [
2] führt eine Diskussion fort, die Soziologen schon seit geraumer Zeit bemühen. In den 1980er Jahren hat Bourdieu [
1] sehr eindrucksvoll gezeigt, dass das Aufwachsen in Lebensbedingungen bestimmter sozialer Klassen automatisch und unbewusst Denk-, Wahrnehmungs- und Bewertungsschemata im Alltagsverhalten entstehen lässt. Dieser „Habitus“ äußert sich auch in klassenspezifischen gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen wie Sport oder Ernährung – ein Befund, der seither von Sozialepidemiologen vielfach repliziert wurde. Zu einer ähnlichen Zeit hat die Weltgesundheitsorganisation entsprechend postuliert, dass zur Gesundheitsförderung nicht nur gehört, persönliche Kompetenzen zu entwickeln, sondern auch, gesundheitsförderliche Lebenswelten zu schaffen [
3]. …