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01.09.2015 | Eisenmangelanämie | Schwerpunkt | Ausgabe 9/2015

Der Internist 9/2015

Eisenmangelanämie und Anämie der chronischen Erkrankungen

Zeitschrift:
Der Internist > Ausgabe 9/2015
Autoren:
Prof. Dr. G. Metzgeroth, J. Hastka

Zusammenfassung

Die hypochrom-mikrozytären Anämien zeichnen sich durch einen Mangel an Hämoglobin in den Erythrozyten aus. Die häufigste Ursache der ungenügenden Hämoglobinsynthese ist eine Störung des Eisenstoffwechsels. Im Vordergrund steht die Eisenmangelanämie, die mit etwa 80 % weltweit die häufigste Anämieform ist. Eine besonders hohe Prävalenz weist sie in den Entwicklungsländern auf, aber auch in den westlichen Industrieländern ist sie die häufigste Anämieursache. Besondere Risikogruppen für eine Eisenmangelanämie sind Säuglinge, Kleinkinder, prämenopausale Frauen, Schwangere und ältere Menschen. Die wichtigste Differenzialdiagnose zur Eisenmangelanämie ist die Anämie der chronischen Erkrankungen [“anemia of chronic disorders“ (ACD)]. Diese ist durch eine Eisenverwertungsstörung, d. h. einen funktionellen Eisenmangel bedingt. Das Eisen wird als unspezifische Abwehrmaßnahme blockiert und so dem entzündlichen Prozess, aber auch der Erythropoese vorenthalten. Die ACD ist keine Rarität, sie spielt eine große Rolle bei hospitalisierten Patienten und bei älteren Menschen. Die Unterscheidung einer ACD von einer Eisenmangelanämie ist aus klinischer Sicht wegen der unterschiedlichen weiteren Vorgehensweise wichtig. So muss die Ursache jedes Eisenmangels abgeklärt werden, wohingegen die Ätiologie der ACD häufig offenkundig ist. Die Standardtherapie der Eisenmangelanämie ist die perorale Eisensubstitution, während die i.v.-Gabe Problempatienten vorbehalten ist. Die beste Therapie der ACD besteht in der Beseitigung der zugrunde liegenden chronischen Erkrankung. Persistiert die ACD, kommen Bluttransfusionen, Erythropoetin und die i.v.-Gabe von Eisen zum Einsatz.

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