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01.06.2014 | Schwerpunkt | Ausgabe 2/2014

Herzschrittmachertherapie + Elektrophysiologie 2/2014

Elektrischer Sturm bei ICD-Patienten

Prävention und Behandlung

Zeitschrift:
Herzschrittmachertherapie + Elektrophysiologie > Ausgabe 2/2014
Autoren:
Priv.-Doz. Dr. Markus Zarse, Harilaos Bogossian, Bernd Lemke

Zusammenfassung

Medizinischer Fortschritt und demographische Entwicklung führen zu einer deutlichen Zunahme von ICD-Trägern. Bis zu einem Drittel der Patienten mit sekundärprophylaktisch implantierten ICDs und bis zur Hälfte derer mit elektrischem Sturm (ES) in der Vorgeschichte werden Opfer eines (weiteren) ES. Gibt der Patient eine multiple ICD-Auslösung an (ICD-Sturm), muss zwischen Phantomauslösung, inadäquatem und adäquatem ICD-Sturm unterschieden werden. Schocks ohne klinisches Korrelat (Phantom) betreffen häufig Patienten mit ICD-Sturm-induziertem posttraumatischem Stresssyndrom. Etwa ein Drittel aller ICD-Auslösungen sind inadäquat. Ursächlich sind supraventrikuläre Tachykardien mit schneller AV-nodaler Überleitung sowie Sondendefekte. Innerhalb von 10 Jahren nach Implantation treten in bis zu 20 % der Fälle Sondendefekte auf, welche zu einem Drittel erst durch inadäquate ICD-Schockabgaben diagnostiziert werden. Seltenere Gründe liegen in der Fehldetektion von Far-field-Elektrogrammen, Oversensing von Zwerchfellpotenzialen oder T-Wellen sowie artifiziellem elektrischem Rauschen.
Adäquate Schocks werden selten durch Proarrhythmogenität der Sondenimplantation oder Programmierungen des ICDs gefördert. Veränderungen der Wartezeit bis zur Therapieabgabe, Änderung der Detektionsfenster, ATP-Stimulation und SVT-Diskriminationsalgorithmen helfen, Schocks zu vermeiden. Bestimmte Stimulationsalgorithmen mögen die Hämodynamik im therapierefraktären Sturm verbessern. Neben der Ablation stellen die konsequente Blockade des sympathischen autonomen Nervensystems sowie die antiarrhtyhmische Therapie weitere Pfeiler der Behandlung des elektrischen Sturms dar. Die beste Prävention eines ES ist die optimierte Herzinsuffizienztherapie, insbesondere die Implantation eines CRT-D-Systems.

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