Antimetabolite
| Antimetabolite hemmen als falsche Bausteine die Synthese von DNA und RNA. Je nach primärer Wirkung kann zwischen drei Gruppen unterschieden werden. | 1. Folsäureantagonisten
-Pemetrexed 2. Purinanaloga
-6-Mercaptopurin und 6-Thioguanin -Fludarabin, Cladribin, Pentostatin -Azathioprin 3. Pyrimidinanaloga
-5-Fluoruracil ( Prodrugs: Capecitabine, Tegafur) -Cytarabin -Gemcitabin -Azacitidin -Decitabin |
Ribonukleotidreduktase-Inhibitor
| Durch Hemmung der Ribonukleotidreduktase wird die Überführung von Ribonukleosiddiphosphate in Desoxribonukleotide verhindert und damit die DNA-Synthese gestört. | Hydroxyharnstoff |
Platinverbindungen
| Platinverbindungen bewirken eine Intrastrangquervernetzung der DNA. | Cisplatin, Carboplatin, Oxaliplatin |
Alkylierende Substanzen
| Die antiproliferative Wirkung beruht auf Alkylierung der DNA, zum Teil auch durch Quervernetzung innerhalb eines DNA-Stranges | 1. Stickstoff-Lost-Verbindungen
-Cyclophosphamid, Ifosfamid, Trofosfamid -Chlorambucil, Melphalan, Bendamustin 2. Thiotepa
3. Alkylsulfonate
-Busulfan, Treosulfan 4. Nitrosoharnstoffverbindungen
-Lomustin, Carmustin 5. Hydrazinderivate
Procarbazin, Dacarbazin, Temozolomid |
Interkalierende Substanzen
| Durch Interkalation (Einlagerung) der Moleküle in die DNA/RNA wird deren Synthese gestört. Meist kommt es auch durch Hemmung der Topoisomerase zu Strangbrüchen. | 1. Anthrazykline
-Doxorubicin, Daunorubicin -Epirubicin, Idarubicin 2. Amsacrin
3. Mitoxantron
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| Die verwendeten Substanzen werden von unterschiedlichen Streptomyces-Arten produziert. Auch die beiden Anthrazykline Doxorubicin und Daunorubicin wurden ursprünglich aus Streptomyces-Kulturen isoliert. Die Wirkung beruht auf DNA-Interkalation (Actinomycin D), DNA-Alkylierung (Mitomycin C) bzw. DNA-Interkalation mit anschließender Fragmentierung durch Radikalbildung (Bleomycin) | Actinomycin D, Mitomycin C, Bleomycin |
Topoisomerase-Inhibitoren
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Topoisomerasen führen zur transienten Einzelstrangbrüchen (Topoisomerase I) bzw. Doppelstrangbrüchen (Toposimoerase II) der DNA und überführen damit die eng gepackte (superhelikale) DNA in entspannte DNA. Somit wird die Voraussetzung für die Replikation geschaffen. Toposiomerase-Inhibitoren verhindern diesen Vorgang und stabilisieren zum Teil auch die Bindung der Topoisomerasen an DNA-Spaltstellen, die folglich nicht mehr geschlossen werden können. | 1. Topoisomerase-II-Inhibitoren -Etoposid, Teniposid 2. Topoisomerase-I-Inhibitoren -Irinotecan, Topotecan |
Mikrotubuli-Inhibitoren
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Mikrotubuli bestehen aus dem Zytoskelettprotein Tubulin und sind von zentraler Bedeutung für die Ausbildung des Spindelapparates während der Mitose. Es besteht ein dynamisches Gleichgewicht zwischen Polymerisation und Depolymerisation. Vinca-Alkaloide hemmen die Polymerisation, Taxane die Depolymerisation. Es kommt zu einer Arretierung in der Metaphase der Mitose. | 1. Vinca-Alkaloide -Vincristin, Vinblastin, Vinorelbin, Vindesin 2. Taxane -Paclitaxel, Docetaxel |