Psychopharmakaintoxikationen
Psychopharmaka sind in ihrer pharmakologischen Wirkweise sehr unterschiedlich, sodass im Falle von Überdosierungen jede Substanz bzw. jeder Fall individuell betrachtet werden muss. Dabei ist die Wirkung auf das zentrale Nervensystem entweder eine überschießende zentral dämpfende und/oder zentral stimulierende. In der Praxis finden sich häufig fließende Übergänge und Mischbilder der Vergiftungssyndrome (den Toxidromen). Stellt sich der Verdacht einer Vergiftung, sind Anamnese/Fremdanamnese und klinische Untersuchung wesentlich und es sollte der Ort des Geschehens inspiziert werden. Die Gabe von medizinischer Kohle kann in der frühen Phase sinnvoll sein. Ein intensivmedizinisches Setting ist wegen des möglichen Auftretens von unterschiedlichen Herzrhythmusstörungen für die Behandlung relevant. Spezifische Antidota sind vorhanden, jedoch nur in Einzelfällen notwendig. Die Indikation zur Gabe von Antidota ist mit einer Vergiftungsinformationszentrale abzusprechen.