Technik
Ähnlich wie bei der Kataraktchirurgie sitzt der Behandelnde temporal. Ein Rechtshänder legt eine linksseitige Parazentese an, appliziert intrakamerales
Lidocain und setzt einen temporalen 1,7 mm langen Hornhautschnitt. Dieser Schnitt befindet sich ca. 2 mm anterior des Limbus, also weiter anterior als bei der Kataraktchirurgie oder der traditionellen Goniotomie. Er verläuft parallel zur Iris und ist an der Innenseite leicht erweitert, um Hornhautfalten zu vermeiden, wenn das Instrument entlang des Ablationsbogens nach links und rechts bewegt wird. Da aktiv gespült und abgesaugt wird, ist kein Viskoelastikum
erforderlich. Von Viskoelastika wird abgeraten, da sie die gonioskopische Sicht in den Kammerwinkel durch unterschiedliche optische Grenzflächen verzerren und zusätzlich zur Karbonisierung und Schwächung der Elektroden führen können. Der Kopf des Betroffenen wird um bis zu 45° vom Behandelnden weggedreht, während das Mikroskop in etwa um den gleichen Betrag zum Behandelnden hin gekippt wird. Für die Gonioskopie wird eine modifizierte Swan-Jacob-Goniolinse (Ocular Instruments, Bellevue, WA) benutzt. Sie ist proximal flach abgeschrägt und erlaubt, das Trabektom im Schnitt sicher dagegen zu lehnen.
Durch Druck auf die posteriore Lippe des Hornhautschnitts kann man kontrolliert Kammerwasser ablassen, um eine temporäre Hypotonie auszulösen, die einen Reflux von venösem Blut in den SC verursacht. Das hilft, das TM auch bei nicht pigmentiertem Kammerwinkel sicher zu identifizieren, und verringert das Risiko, versehentlich das Ziliarkörperband anstelle des TMs zu abladieren.
Das Perforieren des TMs und Eindringen in den SC ist am einfachsten, wenn unter direkter Sicht die Spitze des Instruments nach links und 45° Richtung Hornhaut gedreht ist. Dies gelingt leichter, wenn das Trabektom nicht direkt gegenüber dem Hornhautschnitt, sondern leicht nach links versetzt in den SC eingesetzt wird, da dies den Winkel bei Kontakt mit dem TM verbessert. Danach wird die Spitze des Trabektoms parallel zum Kanal bewegt. Wenn sie richtig eingeführt wird, bewegt sie sich ohne nennenswerten Widerstand. Man sollte es vermeiden, während der Ablation nach außen gegen die Außenwand zu drücken, um das Endothel und die Kollektorkanalöffnungen nicht zu schädigen.
Die ersten 60° können kontinuierlich, ohne Mühe abgetragen werden. Weitere 30° können durch eine progressive Supination des rechten Handgelenks und eine Drehung der Gonioskopielinse gegen den Uhrzeigersinn in Richtung der Ablation erreicht werden. Die Spitze wird dann aus dem SC zurückgezogen und um 180° gedreht. Die Rotation erfolgt dabei nach unten Richtung Iris, um zu vermeiden, dass sie die Hornhaut beschädigt. Die Spitze des Trabektoms wird dann wieder am Anfang der Ablation in die SC eingeführt, zeigt nun aber in die entgegengesetzte Richtung nach rechts. Die Ablation wird in die entgegengesetzte Richtung fortgesetzt. Mit etwas Übung können insgesamt 180° TM durch eine einzige Hornhautinzision abgetragen werden. Letztendlich kann dies den Zugang zu bis zu 240° der Kollektorkanäle ermöglichen, da der Abfluss ca. 30° über die Ablationsendpunkte hinausgeht (Parikh et al.
2016b).
Das typische Tropfschema ist dem nach Phakoemulsifikation gleich und besteht aus intrakameralem Cefuroxim am Ende der OP (oder alternativ einem Fluorchinolon-Antibiotikum der vierten Generation viermal täglich für eine Woche) sowie Kortikosteroidaugentropfen für mindestens 2 Wochen. Die Glaukomtropfen können in der Regel nach der Operation abgesetzt werden.
Obwohl die Trabektomoperation bei Steroid-induziertem
Glaukom sehr wirksam ist (Dang et al.
2016b), sind einige Patienten trotz Abtragung des TMs steroidempfindlich. Daher sollten standardmäßig angewandte Steroidaugentropfen (z. B. Prednisolon
) nur relativ kurz eingesetzt und subkonjunktivale Depotsteroide (z. B. Triamcinolon) vermieden werden. Einige Chirurgen bevorzugen Loteprednol oder nicht steroidale antiphlogistische Augentropfen. Das Ausmaß der Entzündung nach einer Trabektomoperation ist im Vergleich zu einer alleinigen Kataraktoperation relativ gering, sodass die Behandlung schnell reduziert werden kann. Es wird oft über Pilocarpin 1–2 % viermal täglich berichtet, aber eine Studie, die die Wirksamkeit in 187 Patienten analysierte, ergab, dass Pilocarpin das Ergebnis nicht beeinflusste (Esfandiari et al. 2018a).
Ergebnisse
Ursprünglich wurde das Trabektom nur für den Einsatz bei Augen mit Offenwinkelglaukom entwickelt, um das TM leicht und atraumatisch zu entfernen (Francis et al.
2006). Spätere Studien zeigten seine Sicherheit und Wirksamkeit bei einer Vielzahl von
Glaukomen, einschließlich Pseudoexfoliation (Jordan et al.
2013), uveitischem (Jordan et al.
2013), pigment- (Akil et al.
2016) sowie steroidinduziertem (Dang et al.
2016b) und Winkelblockglaukom (Bussel et al.
2015). Das Trabektom kann auch bei Augen eingesetzt werden, bei denen Tube Shunts oder die traditionelle
Trabekulektomie versagt haben (Bussel et al.
2015a; Mosaed et al.
2015). Überraschenderweise sind die Ergebnisse bei Augen mit engem Kammerwinkel ähnlich wie bei offenem Kammerwinkel und in diesen Gruppen unabhängig von einer Kataraktoperation in der gleichen Sitzung. Das heißt, dass phake Augen mit engem Kammerwinkel, die phak bleiben, gleiche Ergebnisse zeigen, wie Augen mit weitem Kammerwinkel, die phak bleiben, bei denen die tiefere Vorderkammer des pseudophaken Auges also keine messbaren Vorteile zu haben scheint (Bussel et al.
2015).
Ein fortgeschrittenes
Glaukom stellt keine absolute Kontraindikation dar, da bei schwereren Glaukomen im Durchschnitt eine stärkere Senkung des
IODs auftritt (Dang et al.
2016a; Loewen et al.
2016; Roy et al.
2017). Dies könnte daran liegen, dass bei schwerem Glaukom der Abflusswiderstand, der durch ein schwer erkranktes TM verursacht wird, höher ist, als z. B. bei
okulärer Hypertension oder frühem Glaukom.
Der erreichbare postoperative Druck wird durch den weiter stromabwärts gelegenen Widerstand bestimmt, also der Summe des Widerstandes der Kollektorkanäle, des intraskleralen Plexus und der Episkleralvenen. Der genaue Ort des Widerstandes ist unbekannt. Im gesunden Auge kann man zeigen, dass eine pharmakologische Dilatation der Kollektorkanäle zu einer Drucksenkung führt (Waxman et al.
2018b; Chen et al.
2020). Obwohl die theoretische Untergrenze für den postoperativen
IOD bei einem Episkleralvenendruck (EVP) von etwa 8 mmHg liegt und nach TM-Ablation erreicht werden müsste, beträgt der durchschnittliche postoperative IOD etwa 16 mmHg, während gleichzeitig der Medikamentenverbrauch um ein Medikament gesenkt wird (Kaplowitz et al.
2016). Diese IOD-Senkung entspricht ca. 30 %.
Wenn der
IOD bei
Normaldruckglaukom nahe oder unter diesem Druck liegt, sind postoperativ oftmals zusätzliche Tropfen erforderlich, um das gewünschte Druckziel zu erreichen. Eine Trabektomoperation kann in dieser Situation dennoch nützlich sein, da der zusätzliche Abflusswiderstand in Form des TMs auch hier entfernt wird und auch die nächtlichen IOD-Spitzen reduziert werden, die oftmals deutlich größer als 16 mmHg sind (Loewen et al.
2010; Aptel et al.
2016).
Im Falle eines Sekundärglaukoms
, mit einem erhöhten Episkleralvenendruck als Ursache des Glaukoms, ist das Trabektom keine gute Wahl, da der venöse Rückstau zu einer schlechten Druckreduktion oder zu vermehrtem Hyphäma führen kann.
Eine aktive Neovaskularisierung des Kammerwinkels beim
Neovaskularisationsglaukom gilt als absolute Kontraindikation, da typischerweise auch die Außenwand des SCs und die Kollektorkanäle verlegt sind.
Die häufigste postoperative Beobachtung ist ein diffuses Mikrohyphäma
, das bei fast allen Behandelten zu einem gewissen Grad auftritt, und ein normales Hyphäma, das 16 bis 45 % betrifft (Kaplowitz et al. 2016). Ein Hyphäma deutet auf einen offenen Ausflusstrakt hin und sollte daher nicht als Komplikation angesehen werden. Ist der Druck dadurch temporär erhöht, sollten drucksenkende Augentropfen angesetzt werden. Auswaschen ist jedoch auch bei mittelgroßem Hyphäma nicht ratsam, da dies fast immer zu einer Nachblutung führt. Die Inzidenz von spätem Hyphäma, das 2 Monate bis 2 Jahre später auftritt, beträgt 5 % und kann z. B. durch längere Inversion wie bei Handstand oder auch nur Bücken ausgelöst werden (Esfandiari et al. 2019a). Periphere anteriore Synechien (PAS) sind die zweithäufigste postoperative Veränderung, die bei 24 % der Patienten gesehen wird, scheinen aber kein Risikofaktor für ein Scheitern der Drucksenkung zu sein (Minckler et al. 2006). Vorübergehende IOD-Spitzen über 10 mmHg wurden in 4–10 % der Fälle beobachtet (Francis und Winarko 2012; Ting et al. 2012). Im Gegensatz zur Trabekulektomie oder zu Tube Shunts wird die Trabektomoperation nicht mit einem Fortschreiten der Katarakt in Verbindung gebracht (Kaplowitz et al. 2016; Esfandiari et al. 2017a, 2018b). Schwerwiegende Komplikationen, wie bei einer Endophthalmitis und der Netzhautablösung, sind selten und treten mit einer ähnlichen Rate wie bei Kataraktoperationen auf (Kaplowitz et al. 2016).
In den meisten Trabektomstudien wurde der
IOD als wichtigstes Erfolgskriterium verwendet. Diese Erfolgskriterien basierten auf der TVT-Studie (Gedde et al.
2005) und umfassten einen IOD ≤ 21 mmHg, eine Senkung von 20 % gegenüber dem Ausgangswert und Abwesenheit einer erneuten Glaukomoperation. Die einzige randomisierte kontrollierte Studie, in der das Trabektom mit der
Trabekulektomie verglichen wurde, wurde vom Data Safety Monitoring Committee abgebrochen, da der IOD bei beiden ähnlich stark gesenkt und die Empfehlung einer Trabekulektomie daher als problematisch gesehen wurde (Ting et al.
2018). Die Analyse einer
Datenbank zur Überwachung nach Markteinführung („Post Market Surveillance“ [PMS] oder „Post-Market Clinical Follow-up“ [PMCF]), die zur
Zertifizierung von Chirurg:innen verwendet wurde, ergab 7,5 Jahre nach der Operation eine Senkung des IODs um 26 %, eine Senkung der Glaukomtropfen von 2,6 auf 1,6 und eine Erfolgsrate von 60 % (Mosaed
2014). Dies ist bemerkenswert, da die Datenbank die ersten 20 Operationen von Trabektomchirurg:innen enthält, die sich noch in der Lernphase befanden und nach der die Ergebnisse deutlich besser waren (Dang et al.
2017). Andere Studien zeigten eine Senkung des IODs um ca. 35 % auf einen Endwert von etwa 16 mmHg (Kaplowitz et al.
2016; Chow et al.
2017; Esfandiari et al.
2019a). Die Fünfjahresdaten aus einem OP-Zentrum mit erfahrenen Trabektomchirurg:innen ergaben eine höhere Erfolgsrate von 68 % (Esfandiari et al.
2019a).
Der größte Risikofaktor für eine unzureichende Drucksenkung ist ein präoperativer Druck, der so niedrig ist, dass er dem theoretisch erreichbaren Druck bereits nahe ist (Tab.
1) (Kaplowitz et al.
2016; Okeke et al.
2017). Jüngere Behandelte haben ebenfalls ein höheres Risiko für ein Therapieversagen (Jea et al.
2012; Kaplowitz et al.
2016). Ein prädiktiver, präoperativer IOD-Rechner (Neiweem et al.
2016) stimmte mit diesen Ergebnissen überein und zeigte im Umkehrschluss, dass ein höherer Ausgangsdruck, ein höheres Alter, mehr Glaukomtropfen (Neiweem et al.
2016) und das Vorhandensein eines sekundären Offenwinkelglaukoms (insbesondere eines
Pseudoexfoliationsglaukoms (Ahuja et al.
2013; Jordan et al.
2013; Widder et al.
2014; Okeke et al.
2017; Esfandiari et al.
2019a)) eine stärkere Senkung des
IODs begünstigten.
Tab. 1
Prädiktive Parameter für den Behandlungserfolg mittels Trabektom
Grundlinien-IOP | Ein höherer Ausgangsdruck ist mit einer stärkeren Senkung des IODs verbunden (Minckler et al. 2008; Void 2010; Neiweem et al. 2016) (Kaplowitz et al. 2016; Okeke et al. 2017) in allen Studien außer einer (Tojo et al. 2017) | Präoperativer IOD von > 30 mmHg: 48 % IOD-Senkung IOD 23–29 mmHg: 33 % IOD-Senkung ≤ 17 mmHg: 7 % IOD-Senkung (Vold 2010) |
Alter | Geringfügiger Effekt: je älter, desto stärker ist die Drucksenkung (Jea et al. 2012; Kaplowitz et al. 2016) | IOD-Senkung um 0,03 × Alter (Jahre) erhöht (Neiweem et al. 2016) |
Gleichzeitige Phakoemulsifikation | Geringeres Versagensrisiko (Neiweem et al. 2016; Okeke et al. 2017; Tojo et al. 2017) | |
| Eine dickere Hornhaut ist mit erhöhtem Risiko des Versagens verbunden (Tojo et al. 2017; Esfandiari et al. 2019a) | |
Anzahl der Glaukomtropfen | Neutral (Esfandiari et al. 2019a) bis geringfügig: stärkere Senkung des IODs bei mehr Tropfen vor OP (Neiweem et al. 2016) | IOD-Senkung um 0,09 × Anzahl der Augentropfen erhöht (Neiweem et al. 2016) |
| Mit einer stärkeren Senkung des IODs verbunden (Ahuja et al. 2013; Jordan et al. 2013; Widder et al. 2014; Okeke et al. 2017; Esfandiari et al. 2019a) | IOD-Senkung um 0,59 größer bei sekundärem Offenwinkelglaukom |
Achslänge des Auges | Neutral (Esfandiari et al. 2019a) | |
Vorherige SLT | Widersprüchliche Ergebnisse: von einem erhöhten Risiko des Scheiterns (Tojo et al. 2017) bis neutral (Vold und Dustin 2010; Baser et al. 2018) bis vorteilhaft bei pigmentärem Glaukom (Klamann et al. 2014) | |
| Neutral (Bussel et al. 2015a) | Die kumulative 1-Jahres-Erfolgswahrscheinlichkeit betrug 81 % bei AIT und 87 % bei Phaco-AIT nach fehlgeschlagener Trabekulektomie, p > 0,05 |
Eine dickere Hornhaut scheint mit einem höheren Versagensrisiko verbunden zu sein (Waxman et al.
2018a,
b). Ihre biomechanischen Eigenschaften spiegeln sich in anderen Bereichen des Auges wider, wie in der Lamina cribrosa (Kotecha et al.
2006), und korrelieren scheinbar mit noch unbekannten Faktoren im proximalen Ausflusstrakt, was sich hier als Nachteil bei der Drucksenkung bemerkbar macht. Eine hohe Achslänge beeinflusst das Ergebnis von Trabektom-OPs nicht (Esfandiari et al.
2019a) obwohl eine hohe Achslänge ein Risikofaktor für Komplikationen bei filtrierenden OPs ist (Lavia et al.
2017). Die Tatsache, dass das Trabektom bei hoher Achslänge genauso gut wie bei durchschnittlichen Augen funktioniert, ist erfreulich, da es eine benötigte Option für myope und hochmyope Patienten darstellt. Ein Nachteil ist jedoch, dass es in myopen Augen aufgrund der hohen Mobilität des Irislinsendiaphragmas und der dünnen Sklera zu Druckschwankungen unmittelbar nach der OP kommen kann, was den Rückfluss von episkleralem Blut in den abladierten Kanal und die Vorderkammer begünstigt, zum Teil mit ausgeprägtem
Hyphäma. Dies ist weniger der Fall bei der Excimer-Laser-Trabekulostomie (ELIOS-ELT).
Augen mit offenem Kammerwinkel (Neiweem et al.
2016; Parikh et al.
2016a) erfahren eine fast identische Drucksenkung wie Augen mit sehr engem Winkel (Bussel et al.
2015b), überraschenderweise unabhängig davon, ob mit oder ohne Katarakt-OP kombiniert wurde, was der allgemeinen Annahme widerspricht, dass ein enger Kammerwinkel bei Trabektom-OP kontraindiziert sei oder durch die Entfernung der Linse „mehr Platz“ geschaffen werden müsse.
Es wurde spekuliert, dass die Descemetisierung des Winkels (Stewart et al.
2010) oder ein distaler Abflusswiderstand (McDonnell et al.
2018; Waxman et al.
2018b) die Ursache für das Scheitern nach einem Trabektomeingriff ist, aber diese Theorie ist nicht bewiesen. Die Trabektomoperation kann mit anderen Glaukomverfahren kombiniert werden, zum Beispiel mit epibulbären Drainageimplantaten, wie dem Ahmed (Esfandiari et al.
2018c) (New World Medical, Rancho Cucamonga, Kalifornien, Vereinigte Staaten) oder Baerveldt (Esfandiari et al.
2020b) (Abbott Medical, Lake Bluff, Illinois, Vereinigte Staaten), um den
IOD, die Anzahl der Tropfen und das Risiko für das Auftreten einer hypertensiven Phase zu senken und um die Notwendigkeit einer
Tube-Ligatur bei Baerveldt-Implantat zu senken (Esfandiari et al. 2020b). Propensity-Score-gematchte Vergleiche von Trabektom mit Ahmed- (Esfandiari et al. 2018d) und Baerveldt-Implantat (Kostanyan et al. 2017) mit sehr ähnliche Patientengruppen ergaben, dass Trabektompbehandelte weniger Komplikationen und einen niedrigeren IOD aufwiesen sowie weniger Medikamente benötigten als Ahmed- bzw. Baerveldt-Behandelte. Eine Studie, in der ein Trabektom mit einem TM-Bypass-Stent (TMB) bei relativ niedrigem Ausgangsdruck verglichen wurde (Esfandiari et al. 2019b), ergab, dass der durchschnittliche IOD nach einem Stent nach 6 Monaten sogar anstieg, hingegen bei Trabektombehandelten eine Senkung des IODs zu verzeichnen war. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass TMB-Stents zur Fibrose (Capitena Young et al. 2018) und zu einer Biofilmablagerung im Lumen führen können (Shah et al. 2018). Ein IOD-Anstieg nach 6 Monaten wurde auch bei TMB-Stents der zweiten Generation (iStent inject) im Vergleich zu gematchten Trabektombehandelten gesehen.