Durch die Gas-Endotamponade kann es nach DSAEK oder DMEK zu einem Pupillarblock mit Druckanstieg bis hin zur Induktion eines Urrets-Zavalia-Syndroms kommen (Schrittenlocher et al.
2018; Lentzsch et al.
2022). Es empfiehlt sich daher, vor posteriorer lamellärer Keratoplastik wie oben beschrieben eine prophylaktische Iridotomie anzulegen. Transplantatdehiszenzen zeigen sich vergleichsweise häufiger nach DMEK als nach DSAEK (Stuart et al.
2018; Maier et al.
2023). Bei kleinen und peripher gelegenen Dehiszenzen kann die weitere Entwicklung zunächst beobachtet werden. Ergibt sich innerhalb der ersten Wochen nach Operation keine Besserung des Befunds, zeigen sich eine Beteiligung der parazentralen oder zentralen Hornhaut oder eine progrediente Aufrollungstendenz am Transplantatrand, sollte ein Rebubbling durchgeführt werden. Die Ausbildung eines zystoiden
Makulaödems nach DMEK kann durch intensivierte postoperative topische Steroidtherapie behandelt werden (Hoerster et al.
2016). Primäre oder sekundäre Transplantatversagen erfordern eine Re-Keratoplastik. Abstoßungsreaktionen nach posteriorer lamellärer Keratoplastik sind selten und treten nach DSAEK innerhalb der ersten beiden Jahre in einer Häufigkeit von etwa 5–17% auf (Hos et al.
2019; Hos et al.
2017; Allan et al.
2007; Li et al.
2012; Price et al.
2009; Sepsakos et al.
2016). Im Gegensatz dazu betrug in einer von uns durchgeführten Studie die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßungsreaktion nach DMEK lediglich 0,9 % nach 1 Jahr und 2,3 % nach 4 Jahren und ist somit deutlich geringer als nach DSAEK (Hos et al.
2019; Hos et al.
2017). Das Risiko für eine Abstoßung kann durch prolongierte Applikation von niedrig dosierten topischen Steroiden weiter gesenkt werden (Hos et al.
2019; Hos et al.
2017). Aufgrund der langfristigen Steroidtherapie sollte bei einem Druckanstieg nach DSAEK oder DMEK immer an eine Steroidrespons gedacht werden und ggf. auf Fluorometholon oder Loteprednoletabonat umgestellt werden (Price et al.
2015; Price et al.
2014). Darüber hinaus kann es nach DSAEK oder DMEK zu einer Kalzifikation der Intraokularlinse kommen, welche am ehesten durch das intrakamerale Gas in Kombination mit meist hydrophilen Linsen entsteht. Je nach Ausprägung der
Trübung kann dies einen Tausch der Linse erforderlich machen (Bachmann und Cursiefen
2017; Schrittenlocher et al.
2017).