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Die Augenheilkunde
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Publiziert am: 16.07.2024 Bitte beachten Sie v.a. beim therapeutischen Vorgehen das Erscheinungsdatum des Beitrags.

Lidfehlstellung im Kindesalter

Verfasst von: Michael P. Schittkowski
Auch bei Liderkrankungen ist zur genauen Einordnung vor einer Diagnosestellung eine sorgfältige augenärztliche Untersuchung unter Bestimmung verschiedener nachfolgend geschilderter Parameter angezeigt, da eine reine (schnelle) Blickdiagnose eventuell fehlgeleitet ist. Liegt eine Lidfehlstellung vor, sollte zunächst die Stellung der Lidkanten beurteilt und die Lidspaltenbreite, Lidspaltenhöhe und Levatorfunktion gemessen werden. Der Lidschluss (Orbikularisfunktion) und das Bell-Phänomen sind vor der Operation einer Ptosis zu untersuchen. Dabei hilft eine orientierende orthoptische Untersuchung, eine begleitende Augenfehlstellung und/oder Bewegungsstörung aufzudecken.

Einleitung

Auch bei Liderkrankungen ist zur genauen Einordnung vor einer Diagnosestellung eine sorgfältige augenärztliche Untersuchung unter Bestimmung verschiedener nachfolgend geschilderter Parameter angezeigt, da eine reine (schnelle) Blickdiagnose eventuell fehlgeleitet ist. Liegt eine Lidfehlstellung vor, sollte zunächst die Stellung der Lidkanten beurteilt und die Lidspaltenbreite, Lidspaltenhöhe und Levatorfunktion gemessen werden. Der Lidschluss (Orbikularisfunktion) und das Bell-Phänomen sind vor der Operation einer Ptosis zu untersuchen. Dabei hilft eine orientierende orthoptische Untersuchung, eine begleitende Augenfehlstellung und/oder Bewegungsstörung aufzudecken.
Kongenitale Lidanomalien wie Ablepharon, Mikroblepharon, Ankyloblepharon oder Euryblepharon sind Raritäten. Etwas häufiger sind Lidkolobome, die zur Wiederherstellung der Lidfunktion zur Gewährleistung des Lidschlusses eine okuloplastische Operation benötigen. Epiblepharon oder Epikanthus hingegen bilden sich in den meisten Fällen selbst zurück, nur selten wird eine operative Korrektur notwendig.
Bei einem Blepharophimose-Syndrom hat sich ein schrittweises Vorgehen mit initialer Epikanthus-Korrektur gefolgt von einer Frontalissuspension bewährt. Eine operative Korrektur des Telekanthus ist nur in einigen Fällen erforderlich.
Eine kongenitale Ptosis sollte bei Amblyopiegefahr und/oder Kopfzwangshaltung frühzeitig im Kleinkindes- oder Vorschulalter operativ versorgt werden. Je nach vorhandener Levatorfunktion ist eine direkte Intervention am Lidhebermuskel oder ein Suspensionsverfahren geeignet.
Entropium oder Ektropium sowie (Ober-)Lidretraktion bei endokriner Orbitopathie sind im Kindesalter sehr selten anzutreffen.

Klinische Untersuchung der Lider

Für die Quantifizierung von Störungen der Stellung und/oder Funktion des Augenlides sind folgende Maße gebräuchlich:

Lidspaltenbreite (horizontal)

Die Lidspaltenbreite umfasst das horizontale Maß vom inneren zum äußeren Lidwinkel in mm.

Lidspaltenweite (vertikal, synonym: Lidspaltenhöhe)

Im Geradeausblick wird in der Pupillarebene der Abstand in mm zwischen Ober- und Unterlidkante gemessen. Der Wert liegt in der Regel zwischen 7 und 10 mm. Das Oberlid überdeckt physiologischerweise den oberen Hornhautrand um ca. 1 mm. Das Unterlid reicht bis an den unteren Hornhautrand bzw. überlappt ihn maximal um 0,5–1 mm. Die Bestimmung der Lidspaltenweite im Aufblick und Abblick ergänzt die Messung in Primärposition.

Levatorfunktion

Das wichtigste Maß in Bezug auf die Lidöffnung ist die Levatorfunktion: Bei Abblick des Patienten wird die Augenbraue mit einem Finger fixiert, um die Wirkung des M. frontalis auszuschalten. Es wird von dort ausgehend das Ausmaß der maximalen Oberlidexkursion beim Blick nach oben bestimmt:
  • normal: ≥ 10 mm,
  • moderat: 5–9 mm,
  • schlecht: ≤ 4 mm.

Margin to Reflex Distance

Die „Margin to Reflex Distance I“ (MRD I), die dem Abstand zwischen zentralem Hornhautreflex und der Oberlidkante entspricht, wird vom Ausmaß des durch das Lid verdeckten Anteils des Auges bestimmt. Sie gibt damit den Schweregrad einer Ptosis wieder:
  • leichte Ptosis > 2–3 mm,
  • mäßige Ptosis 1–2 mm,
  • schwere Ptosis < 1 mm.
Die MRD II gibt den Abstand zwischen zentralem Hornhautreflex und Unterlidkante an. Die Summe aus MRD I und MRD II entspricht der vertikalen Lidspaltenhöhe.

Deckfaltenhöhe (Lidfurchenhöhe)

Unter der Deckfaltenhöhe wird der vertikale Abstand zwischen der Lidkante und der Deckfalte verstanden. Je nach Patientenalter kann die Oberliddeckfalte durch einen Hautüberschuss (s. Dermatochalasis) überdeckt sein.

Orbikularisfunktion

Zur Überprüfung der Funktion des M. orbicularis wird der Patient aufgefordert, die Lider zusammenzukneifen. Der Untersucher versucht gleichzeitig, die Lider zu öffnen, was normalerweise nicht gelingt. Eine echte reproduzierbare Quantifizierung ist nicht möglich.

Bell-Phänomen

Die präoperative klinische Untersuchung bei einer Ptosis sollte das Bell-Phänomen, eine unwillkürliche Aufwärtsdrehung des Augapfels bei intendiertem Lidschluss im Sinne eines Schutzreflexes, mit umfassen. Besonders bei Patienten mit einer Fazialisparese oder einer Muskeldystrophie kann dieses reduziert oder nicht vorhanden sein, sodass ein Lidschlussdefizit resultiert. Dieses kann zu einer Exposition der Hornhaut mit Entwicklung einer Keratopathie führen.

Augenbeweglichkeit/axiale Bulbusverlagerung

Bei Vorliegen oder Verdacht auf eine Lidfehlstellung ist zusätzlich eine orientierende Prüfung der Augenstellung und Augenmotilität zweckmäßig, um eine begleitende oder ursächlich zugrunde liegende Schielerkrankung nicht zu übersehen. Vor allem bei einer einseitigen Ptosis sollte eine Vertikaldeviation, z. B. auf der Basis einer assoziierten Heberparese, ausgeschlossen werden.
Eine axiale Verlagerung des Auges, die eine Ptosis (bei Enophthalmus) oder Lidretraktion (bei Exophthalmus) vortäuschen kann, lässt sich, vor allem im Seitenvergleich, durch ein Exophthalmometer ausschließen.

Lidfehlbildungen

Kryptophthalmus (Ablepharon)

Ätiologie

Unterbleibt während der Embryogenese die Differenzierung des Epithels in Bindehaut und Hornhautepithel, bleibt in der Folge die Eröffnung der Lidspalte aus (Duke-Elder 1963). Der Kryptophthalmus kann isoliert oder u. a. im Rahmen eines Fraser-Syndroms auftreten.

Klinisches Bild

Diese Rarität ist klinisch am kontinuierlichen Übergang der Haut von der Stirn zur Wange erkennbar (Abb. 1).
Abb. 1
3 Monate alter Säugling mit einseitig nicht ausgebildeter Lidspalte (Kryptophthalmus); Zilien oder Augenbraue nicht ausgebildet, während der Untersuchung bewegliche Bulbusstruktur bläulich durchschimmernd erkennbar

Therapie

Es ist jeweils eine Einzelfallentscheidung zu treffen. Da die epitheliale Auskleidung von Bindehaut und Hornhaut komplett fehlt, muss diese im Falle eines operativen Versuchs der Eröffnung der Lidspalte beispielsweise durch Mundschleimhaut ersetzt werden, wenn eine Prothesenanpassung angestrebt wird. Alternativ kann eine epithetische Versorgung erwogen werden.

Mikroblepharon

Ätiologie

Die sehr seltene kongenitale vertikale Verkürzung der Lider führt zum Lagophthalmus.

Klinisches Bild

Je nach Schweregrad resultiert korneale Exposition mit unterschiedlichen Folgen für das Epithel.

Therapie

Die konservative benetzende und/oder operativ lidverlängernde Therapie richtet sich am Grad der Exposition der Hornhaut aus.

Ankyloblepharon

Ätiologie/Klinisches Bild

Darunter ist eine partielle, gelegentlich auch nur punkt- bzw. strangförmige Verwachsung von Ober- und Unterlid zu verstehen.

Therapie

Nach in der Regel chirurgisch einfacher Durchtrennung der Adhärenz, ggf. kombiniert mit einer Lidkantenplastik, ergibt sich eine regelhafte Lidfunktion. Spontane Öffnung ist beschrieben.

Lidkolobom

Ätiologie

Das Lidkolobom ist eine angeborene umschriebene Spaltbildung des Lides, deren Ursache in einer unterbliebenen Verschmelzung der Lidwülste liegt und damit pathophysiologisch den Hemmungsmissbildungen zugeordnet wird. Kolobome können spontan oder im Rahmen unterschiedlicher Syndrome (z. B. Goldenhar-Syndrom) auftreten.

Klinisches Bild

Die klinisch sichtbare Einkerbung, die zunächst einen Substanzdefekt vermuten lässt, weist keine Wimpern auf. Neben der ästhetischen Beeinträchtigung kann durch die Beeinträchtigung des Lidschlusses eine Benetzungsstörung der Hornhaut resultieren (Abb. 2).
Abb. 2
2,5-jähriger Junge mit Unterlidkolobom im Rahmen einer einseitigen Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, wegen der Hornhautexposition bei Lidschluss (auch anamnestisch beim Schlafen) operative okuloplastische Rekonstruktion geplant

Therapie

Kleine und mittlere Kolobome können in der Regel direkt verschlossen werden. Größere Kolobome benötigen Gewebeersatz durch aufwendigere okuloplastische Techniken.

Euryblepharon

Ätiologie/Klinisches Bild

Die (oft symmetrische) Vergrößerung der horizontalen Lidspaltenbreite ist mit einer Vergrößerung der Lidstrukturen assoziiert (Duke-Elder 1963). Eine Dehiszenz des lateralen Lidwinkels führt zu einem klinischen Bild ähnlich einem Ektropium des Unterlides (Abb. 3).
Abb. 3
7-jähriger Junge mit Unterlidtieferstand links > rechts, Lidspalte nach temporal erweitert (Euryblepharon), Bei der Untersuchung nahezu fehlende Insertion des lateralen Lidwinkels feststellbar, Unterlid nicht ideal dem Bulbus anliegend, chronische Bindehautreizung temporal unten

Therapie

Die Therapie richtet sich an der Wiederherstellung regelrechter Lidstellung und -funktion aus: Eine Kanthopexie ggf. kombiniert mit einer partiellen Lidverkürzung ist indiziert.

Epiblepharon

Ätiologie

Das Epiblepharon ist eine typischerweise beidseitig auftretende kongenitale Lidanomalie, bei welcher der präseptale Teil des M. orbicularis oculi und eine zusätzliche Hautfalte dazu führen können, dass die Wimpern in eine vertikale Ausrichtung bis hin zur Trichiasis verdrängt werden. Ein Epiblepharon ist bei ostasiatischen Kindern häufiger anzutreffen und bis zu einem gewissen Grad ohne konsekutive Trichiasis auch physiologisch. In anderen ethnischen Gruppen ist es sehr selten und besitzt immer Krankheitswert.

Klinisches Bild

In der Regel ist ausschließlich das Unterlid betroffen. Eine Hornhautbeteiligung hängt vom Ausmaß der sekundären Wimpernfehlstellung ab (Abb. 4).
Abb. 4
Epiblepharon, präoperativ (oben) Trichiasis und chronische Hornhautreizung erkennbar, nach chirurgischer Intervention (unten) noch zarte Narbe, regelrechte Unterlidstellung ohne Wimpernfehlstellung

Therapie

Die meisten Fälle von Epiblepharon bilden sich spontan innerhalb der ersten 1–2 Lebensjahre zurück, es kann daher abgewartet werden. Liegt Trichiasis vor, sollte die Behandlung zunächst aus Hornhautpflege und regelmäßiger Kontrolle bestehen. Chronische Entzündung, schwere Hornhautaffektion trotz Salbentherapie oder Fremdkörpergefühl machen eine Korrektur in Form einer operativen Exzision des Epiblepharons zur Normalisierung der Lid- und Wimpernstellung notwendig (Abb. 4).

Epikanthus

Ätiologie/Klinisches Bild

Ein Epikanthus ist eine im Wesentlichen vertikal verlaufende Hautfalte, die am oder über dem medialen Lidwinkel mit der Konkavität nach temporal verläuft und typischerweise einer Fortsetzung der Haut oberhalb der Liddeckfalte entspricht. Bei Kaukasiern ist ein Epikanthus beim Säugling und Kleinkind in einem gewissen Maße physiologisch, er bildet sich in der Regel mit der Aufsteilung des Nasenrückens im Kleinkindalter einhergehend zurück. Bei Angehörigen ost- und südostasiatischer Völker ist ein Epikanthus physiologisch.
Ein Epikanthus ist beim Kleinkind häufig Ursache für eine strabologische Untersuchung, da der Verdacht auf das Vorliegen eines Innenschielens hervorgerufen wird. Ist dieses ausgeschlossen, spricht man vom Pseudostrabismus.
Pathologisch ist ein Epikanthus inversus, eine sichelförmige Lidfalte, die sich eher über dem medialen Unterlid erstreckt. Meist ist dieser Bestandteil des Blepharophimose-Syndroms (s. unten, Abb. 5).
Abb. 5
Blepharophimose-Syndrom mit Epikanthus inversus, Telekanthus, kongenitaler Ptosis, kompensatorischer Brauenhebung

Therapie

Bildet sich der Epikanthus nicht innerhalb der ersten Lebensjahre zurück oder führt er zur Einschränkung der Lidfunktion (meist in Form sekundärer Ptosis) oder ist er Bestandteil eines Blepharophimose-Syndroms, ist eine operative Entlastung in Form einer Doppel-Z-Plastik oder einer V-Y-Plastik angezeigt (Verdin et al. 1993).

Blepharophimose-Syndrom

Siehe Abschn. 4.2.1.

Distichiasis

Ätiologie

Die Distichiasis ist durch feine wimpernartige Haare aus den Meibom-Drüsen des Lidrandes gekennzeichnet, die in Richtung des Bulbus im Sinne einer zweiten, fehlgestellten Zilienreihe wachsen.

Klinisches Bild

Klinisch resultiert Trichiasis, hier im Sinne des Reibens der zusätzlichen Zilienreihe, die zunächst zu einer Reizung und ggf. im Verlauf zu einer Schädigung der Hornhaut führen kann. Distichiasis kann sowohl am Ober- als auch am Unterlid und ein- oder beidseitig auftreten.

Therapie

Die Behandlung besteht vorzugsweise in einer Entfernung mittels (Elektro-)Epilation. Rezidive sind nicht selten, da Zilien unterschiedliche Wachstumszyklen aufweisen und so bei einer Epilation nicht alle fehlstehenden Wimpern auf einmal behandelt werden können.

Lidfehlstellungen im Kindesalter

Blepharochalasis-Syndrom

Ätiologie

Im Gegensatz zur Dermatochalasis, deren Entstehung involutive Prozesse zugrunde liegen und die daher nur bei Erwachsenen vorkommt, manifestiert sich ein Blepharochalasis-Syndrom in der Regel bei jungen Erwachsenen und gelegentlich auch schon im Kindesalter (Abb. 6).
Abb. 6
13-jähriger Junge mit „Schlupflidern“, anamnestisch seit Geburt zunehmend, Oberlider seien „mal mehr, mal weniger geschwollen“, Blepharochalasis-Syndrom
Inflammatorische Prozesse, deren Ursache weiter unklar ist, führen zu einem Angioödem.

Klinisches Bild

Typisch ist ein aktives Stadium mit wiederkehrenden Episoden von Oberlidschwellung und leichter Hautrötung, gefolgt von einem inaktiven Stadium ohne Entzündungszeichen, in dem sich der Überschuss an verdickter Haut dann nicht mehr komplett zurückbildet.

Therapie

Der zunehmende Überschuss an verdickter Haut im Lidbereich führt zur Behinderung der Lidöffnung, der Beeinträchtigung der Zilienfunktion und zur Einschränkung des Gesichtsfeldes. Eine Oberlidblepharoplastik ist bei den Betroffenen medizinisch indiziert.
Aufgrund der entzündlichen Komponente ist postoperativ mit einer längeren Schwellung zu rechnen. Rezidive sind nicht selten.

Ptosis im Kindesalter

Kongenitale Ptosis

Ätiologie
Die kongenitale Ptosis ist durch ein mehr oder minder starkes Herabhängen des Oberlides („Hängelid“) gekennzeichnet. Die Lidspaltenhöhe bzw. die MRD I sind dementsprechend reduziert. Die Erkrankung kann ein- oder beidseitig manifest sein. Bei beidseitiger Beteiligung ist eine asymmetrische Befundausprägung möglich.
Ursache ist eine genetisch bedingte variabel ausgeprägte Atrophie des quer gestreiften Levatoranteils in Form einer fettigen Degeneration der Levatoraponeurose. Der fehlende muskuläre Anteil ist durch funktionell minderwertiges Bindegewebe ersetzt.
Klinisches Bild
Als Ausdruck der reduzierten Levatorfunktion ist die Lidhebefunktion eingeschränkt (Abb. 7). Aus den fibrotischen Veränderungen resultierend tritt als pathognomonisches Zeichen ein Zurückbleiben des Oberlids beim Abblick auf. Dieses „Lid Lag“ ist ein sehr wichtiges differenzialdiagnostisches Zeichen und hilft bei der Abgrenzung der erworbenen Ptosis, die bei schwerer Ausprägung auch mit reduzierter Levatorfunktion einhergehen kann, aber kein Lid Lag aufweist.
Abb. 7
2 Monate altes Kind. Oben: auch mit (während der Untersuchung sichtbarer) Frontalisanspannung nur minimalste Lidspaltenöffnung von 1–2 mm zu erzielen, schwerste kongenitale Ptosis, wegen der offensichtlichen Deprivationsamblyopie Entscheidung zur umgehenden Frühoperation. Unten: nach beidseitiger Frontalissuspension mit 10 Wochen Pupille beidseits frei, Kind entwickelte sich seit der Operation sehr gut, später noch Augenmuskeloperation erfolgt
Klinisch können folgende Formen unterschieden werden:
Einfache kongenitale Ptosis
Bei der einfachen kongenitalen Ptosis treten keine zusätzlichen Lid- oder Augenmuskelstörungen auf. Außer den oben genannten Symptomen Lidheberschwäche und Lid Lag zeigt sich in der Regel eine fehlende Deckfalte.
Die meisten Fälle treten sporadisch auf. Autosomal-dominante oder autosomal-rezessive oder X-chromosomale Vererbung sind möglich (Wu et al. 2022).
Bei der einseitigen Form kann es durch die (partielle) Verlegung der Pupille zu einer Stimulus-Deprivations-Amblyopie kommen. Darüber hinaus finden sich überproportional häufig Refraktionsfehler (v. a. Astigmatismus), die ebenfalls zu einer Amblyopie führen können.
Eine objektive Refraktionsbestimmung (Skiaskopie in Zykloplegie) zum Ausschluss eines Astigmatismus sollte Bestandteil der Diagnostik bei kongenitaler Ptosis sein.
Nach einer umfassenden Untersuchung sollten daher als Erstmaßnahmen ggf. eine Refraktionskorrektur sowie eine Okklusionstherapie erfolgen.
Liegt keine Kopfzwangshaltung vor und entwickelt sich die Sehschärfe seitengleich, kann die operative Korrektur der Lidsenkung zwischen dem 4.–6. Lebensjahr durchgeführt werden.
Eine zeitnahe Frühoperation ist angezeigt
  • bei einer Kopfzwangshaltung bei beidseitigem Befund,
  • bei einer Kopfzwangshaltung unter Okklusionstherapie bei einseitigem Befund,
  • bei vollständiger Pupillenokklusion (die auch unter Okklusion des Partnerauges nicht aufgehoben werden kann).
Kongenitale Ptosis mit Hebereinschränkung
Aufgrund des gemeinsamen embryologischen Ursprungs des Levatormuskels und des oberen geraden Augenmuskels ist der M. rectus superior in ca. 15 % der Fälle ebenfalls vom Degenerationsprozess betroffen (Hubner 2012). Dies führt aufgrund des Hebungsdefizits zum Tieferstand des Auges und zu Reduktion bzw. komplettem Fehlen des Bell-Phänomens. Unter Umständen ist zusätzlich zur Augenlidoperation eine Augenmuskeloperation indiziert.
Synkinetische Ptosis
Bei horizontalen oder vertikalen Bewegungen des Unterkiefers (z. B. beim Kauen oder Trinken) kommt es zu einer bewegungssynchronen Mitbewegung des Oberlids. Dieses als Marcus-Gunn-Phänomen bezeichnete Symptom ist stets einseitig und vermutlich durch eine Fehlinnervation zwischen dem 3. und 5. Hirnnerven bedingt. Operativ ist eine sorgfältige Durchtrennung des Levatorkomplexes in Kombination mit einer Frontalissuspension geeignet, die Mitbewegungen zu minimieren und die Ptosis zu kompensieren.
Blepharophimose-Syndrom
Ein Blepharophimose-Syndrom ist eine seltene autosomal-dominant vererbte, fast immer beidseits auftretende Erkrankung (Verdin et al. 1993).
Klinische Zeichen sind (Abb. 5):
  • ausgeprägte Ptosis mit schlechter bis sehr schlechter Levatorfunktion,
  • fehlende Deckfalte,
  • verdicktes und vertikal verkürztes Oberlid,
  • horizontal verkleinerte Lidspaltenbreite mit einem Telekanthus (Verlagerung des medialen Kanthus nach lateral),
  • inverser Epikanthus (Verlängerung der unteren Lidfalte im Verhältnis zur oberen),
  • lateral betonte Unterlidretraktion bis hin zum Ektropium.
Therapeutisch folgt nach Korrektur des Epikanthus (s. Abschn. 3.7) und ggf. Telekanthus in der Regel eine Frontalissuspension (s. Abschn. 4.3.4).
Fibrose-Syndrom
Die kongenitale Fibrose der extraokularen Muskeln (CFEOM) ist ein seltenes Krankheitsbild mit Ptosis aufgrund einer ein- oder beidseitigen Fibrosierung des Levatormuskels und komplexen Augenmotilitätsstörungen aufgrund einer ein- oder beidseitigen Fibrosierung äußerer Augenmuskeln, welches seit 2002 den „Congenital Cranial Dysinnervation Disorders“ (CCDD) zugeordnet wird (Gutowski et al. 2003). Die klinischen Symptome sind nicht progredient.
Bei ausgeprägter Kopfzwangshaltung ist eine Frühoperation im 1. Lebensjahr angezeigt. Die Schieloperation sollte vor der Lidkorrektur durchgeführt werden (Van Swol et al. 2023). Aufgrund der operativ kaum zu verändernden eingeschränkten Beweglichkeit sind die Erfolgsaussichten begrenzt.

Erworbene Ptosis im Kindesalter

Myasthenie und Horner-Syndrom finden sich nahezu ausschließlich bei Erwachsenen und werden daher hier nicht explizit behandelt.

Mechanisch bedingte Ptosis

Ätiologie/Klinisches Bild
Die erworbene Desinsertion der Levatoraponeurose beim jüngeren Patienten kann folgende Ursachen haben:
  • Raumforderungen (z. B. kapilläres Hämangiom im Oberlidbereich) können mechanisch zu einer Behinderung der Levatorfunktion führen.
  • Postentzündlich: Stark ausgeprägte entzündungsbedingte Schwellung kann in einer Dehiszenz der Levatoraponeurose vom Tarsus resultieren.
  • Postoperativ: Eine Dehiszenz der Levatoraponeurose kann ebenfalls durch starke Schwellung und/oder durch (iatrogene) mechanische Dehnung hervorgerufen werden.
  • Nach langjährigem Tragen von Kontaktlinsen wird die häufige Dehnung des Oberlids beim Einsetzen und Herausnehmen als Ursache der Dehiszenz der Aponeurose angenommen (Hwang und Kim 2015).
Die erworbene komplizierte traumatische Ptosis entsteht durch Verletzungen der Lider mit möglicher variabler Kombination von Nerven- und Muskelschädigungen, häufig durch Trauma, evtl. kombiniert mit penetrierenden Augenverletzungen und/oder Orbitafrakturen, seltener iatrogen, z. B. nach Traumachirurgie oder anderen orbitalen Eingriffen. Das chirurgische Vorgehen muss individuell adaptiert geplant werden.
Therapie
Liegt pathophysiologisch eine einfache Dehiszenz der Aponeurose vom Tarsus zugrunde, ist die operative Korrektur einfach durch eine Reinsertion auf dem Tarsus zu erreichen.

Neurogene Ptosis/Okulomotorius-Parese

Ätiologie

Der M. levator palpebrae wird vom Ramus superior des N. oculomotorius versorgt. Da der Nerv einem unpaaren Kerngebiet entspringt, führen nukleäre Läsionen zu einer beidseitigen symmetrischen Ptosis. Weitaus häufiger sind periphere Nervenausfälle verursacht durch vaskuläre Ursachen, Tumoren oder Traumata.

Klinisches Bild

Es finden sich neben der Ptosis Motilitätsstörungen sowie ggf. eine efferente Pupillenstörung. Eine spontane Regeneration kann in Abhängigkeit von der Ursache auftreten, meist ist sie jedoch unvollständig oder es kommt zur Fehlregeneration.

Therapeutisches Vorgehen

Nach einem Zeitraum von 6–12 Monaten kann (nach evtl. vorheriger Schieloperation) eine Korrektur der Ptosis erfolgen.

Prinzipien der Ptosischirurgie (im Kindesalter)

Auswahl des Operationsverfahrens

Das operative Vorgehen wird vordergründig durch das Ausmaß der vorhandenen Levatorfunktion bestimmt (Chen et al. 2023). Daher ist es essenziell, diese durch Messung zu bestimmen oder bei Kindern, die sich nur ungenügend untersuchen lassen, näherungsweise zu schätzen (s. Abschn. 2).
Weiterhin spielt generell für die Planung einer Ptosischirurgie das Erfassen eines Hautüberschusses (Dermato- und/oder Blepharochalasis) und/oder eines Fettgewebsprolaps eine Rolle. Beides ist im Kindesalter typischerweise nicht vorhanden und muss daher auch nicht operativ adressiert werden.
Ptosischirurgie lässt sich auf drei grundlegende Prinzipien reduzieren:

Reinsertion des desinserierten Levatorkomplexes

Eine reine Levatorreinsertion ist nur bei einer Desinsertion, wie sie z. B. bei der kontaktlinsenassoziierten Ptosis zugrunde liegt, indiziert und wird daher im Kindesalter selten ausgeführt. Bei der Wahl eines anterioren Zugangs wird das Lid in der Deckfalte eröffnet. Wenn die Deckfalte nicht oder nicht mehr erkennbar ist, kann diese neu definiert werden, was auch aus ästhetisch-rekonstruktiven Gesichtspunkten immer in Symmetrie zur Gegenseite erfolgen sollte. Nach Durchtrennen des Orbikularismuskels kann sowohl der Tarsus als auch die Levatoraponeurose dargestellt werden. Eine gute Orientierungshilfe zum Auffinden der Sehne bietet der präaponeurotische Fettkörper. Bei guter Levatorfunktion und sichtbarer Desinsertion genügt eine Refixation der Levatoraponeurose auf dem oberen Tarsusdrittel. Eine reine „Faltung“ der Levatorsehne lässt sich schneller operieren, ist aber schwieriger zu revidieren und sollte daher vermieden werden. Physiologischer ist das Freilegen der Sehne, in der Regel nach Eröffnen des Septum orbitale, und die anschließende Reinsertion.

Sehnenverkürzende Verfahren (Levatorresektion) bei leicht bis mittelgradig reduzierter Levatorfunktion

Da bei angeborener Ptosis die Levatorfunktion typischerweise reduziert ist, wird im Kindesalter häufiger eine Levatorresektion als eine reine Reinsertion notwendig (Abb. 8). Dazu kann derselbe Zugang wie bei einer Levatorreinsertion genutzt werden, es wird nur die Aponeurose weiter nach kranial präpariert, als für die Reinsertion erforderlich ist. Die Eröffnung des Septum orbitale ist jetzt obligat. Nach Resektion des gewünschten Sehnenanteils wird diese ebenfalls auf dem Tarsus reinseriert. Für den Fall eines postoperativen Übereffektes sollte ein gewisser Überschuss an Sehne erhalten werden, um ggf. eine Rücklagerung zur Wiederherstellung des Lidschlusses zu ermöglichen. Die Liddeckfalte kann durch Einzelknopf- oder auch fortlaufende Nähte, die den darunterliegenden Levatorkomplex teilweise mit fassen, wiederhergestellt oder neu geschaffen werden. Dabei sollte auf Symmetrie zum Partnerauge geachtet werden.
Abb. 8
Rechtsseitig einseitige kongenitale Ptosis mit deutlich reduzierter Levatorfunktion, kompensatorische Brauenhebung, nach Levatorresektion in Primärposition symmetrische Lidspaltenweite, im Abblick noch Lid Lag erkennbar, postoperativ Brauensymmetrie

Suspensionsverfahren (Frontalissuspension, Frontalisschlinge) bei stark reduzierter oder nicht vorhandener Levatorfunktion

Die Frontalisaktivität und die daraus resultierende Brauenmotilität beträgt in der Regel 15–25 mm und diese wird automatisch unbewusst bei unzureichender Funktion des Levatormuskels zur Lidhebung genutzt. Das Prinzip der Frontalissuspension beinhaltet eine mechanische Verbindung zwischen Stirnmuskel und Oberlid, um so bereits durch minimale Brauenhebung auch eine Lidhebung herbeizuführen (Abb. 9).
Abb. 9
Rechtsseitig kongenitale Ptosis mit auf 3–4 mm reduzierter Levatorfunktion, fehlende Oberliddeckfalte (oben), nach Frontalissuspension (unten) Lidspalten- und weitgehende Deckfaltensymmetrie
Das Verfahren nach Fox nutzt eine rhombenförmige Schlingenführung, das Verfahren nach Crawford zwei im Oberlid dreiecksförmige Schlingen, die ebenfalls unter dem M. orbicularis durchgeführt werden und das Augenlid mit der Augenbraue verbinden. Dabei können technisch sehr unterschiedliche Materialien wie autologe Fascia lata oder alloplastisches Material (Mersilene-Netz, -Faden, Supramid etc.) benutzt werden.

Postoperative Komplikationen nach Ptosischirurgie

Überkorrektur mit fehlendem Lidschluss und evtl. konsekutiver Keratopathie ist eine häufige passagere Komplikation. Das Auftreten ist umso wahrscheinlicher, je schlechter die Levatorfunktion präoperativ war. Medikamentöse Hornhautpflege oder der vorübergehende Einsatz therapeutischer Kontaktlinsen hilft, während der Rückbildungsphase Komplikationen zu vermeiden. Ein permanentes Lidschlussdefizit bedingt meist eine operative Revision.
Unterkorrektur ist ebenfalls möglich und in der Regel nur durch einen weiteren Eingriff zu beheben.

Lidretraktion

Ätiologie

Die Oberlidretraktion ist das Kardinalsymptom einer endokrinen Orbitopathie, die im Kindesalter vorkommen kann, aber selten ist (Abb. 10).
Abb. 10
3-jähriges Kind mit linksseitiger Oberlidretraktion, 1,5 mm Exophthalmus links, kinderärztlich Hyperthyreose festgestellt, später Thyreoidektomie erfolgt, unter lokaler pflegender Therapie gute Rückbildung der Lidzeichen

Klinisches Bild

Lagophthalmus (inkompletter Lidschluss) ist die Folge einer ausgeprägten Oberlidretraktion.

Therapie

Konservative hornhautpflegende Therapie steht an erster Stelle. Die transkutane Durchtrennung aller Lidschichten im Sinne einer kompletten Blepharotomie oder die Rücklagerung des Levatorkomplexes mit oder ohne Interponat führt zur Normalisierung des Lidschlusses.

Ektropium

Ätiologie/Klinisches Bild

Ein primäres Ektropium ist für das Kindesalter untypisch, eher handelt es sich um ein selten auftretendes Euryblepharon (s. Abschn. 3.5).
Sekundäre Formen durch Vernarbung der vorderen Lidlamelle sind möglich.

Therapie

Die operative Therapie richtet sich nach der Ursache. In der Regel wird bei Desinsertion des lateralen Lidwinkels eine laterale Zügelplastik (Kanthopexie) notwendig.

Entropium

Ätiologie

Ein primäres Entropium ist für das Kindesalter untypisch, ein Epiblepharon (s. Abschn. 3.6), welches zu Trichiasis führt, kann ein Entropium vortäuschen. Sekundäre Formen durch Vernarbung der hinteren Lidlamelle sind möglich.

Klinisches Bild

Durch die narbige Verkürzung der hinteren Lidlamelle, bestehend aus Konjunktiva und Tarsus, kommt es zu einer Einwärtsdrehung des Lidrandes.
Weltweit betrachtet spielt ein Trachom die größte Rolle, eine prinzipiell behandelbare Infektion der Bindehaut mit Chlamydia trachomatis, welche unbehandelt zur Schrumpfung der Conjunctiva tarsi und damit sekundär zu Trichiasis führt. Reiben der Wimpern auf der Hornhaut führt zunächst zu Fremdkörpergefühl. Unterbleibt auch die Behandlung der nachfolgenden sekundären Keratitis, resultieren dichte weißliche stromale Narben und Erblindung im Sinne des Gesetzes.
Eine Inspektion der Bindehaut des Oberlides und des Unterlides ist daher bei jedem Entropium-Patienten unerlässlich.

Therapie

Konservative hornhautpflegende Therapie steht zunächst an erster Stelle. Definitive Heilung ist in der Regel nur chirurgisch zu erzielen.

Fazialisparese

Ätiologie

Bei kompletter peripherer Fazialisparese resultiert auf der gelähmten Seite Lagophthalmus (fehlender Lidschluss). Da die Stirnmuskeln und der M. orbicularis oculi supranukleär durch beide Hemisphären versorgt werden, sind bei zentraler Fazialisparese Stirnrunzeln und Lidschluss möglich.
Eine Fazialisparese ist meist idiopathisch auftretend und seltener durch entzündliche Erkrankungen (z. B. Borreliose, Herpes zoster), Felsenbeinfrakturen oder im Kindesalter öfter durch Tumoren ausgelöst.
Ein seltenes angeborenes Syndrom ist das Möbius-Syndrom mit beidseitiger Lähmung der mimischen Muskulatur in Kombination mit intranukleären Lähmungen der Augenmuskeln, insbesondere einer Abduzensparese oder supranukleärer Blicklähmung.

Klinisches Bild

Bei aktivem Lidschluss bleibt die Lidspalte partiell offen. Durch fehlende Benetzung der Hornhaut kommt es zur Expositionskeratopathie mit inferioren punktförmigen Hornhauterosionen. Nachfolgend kann es zu Hornhautinfektionen und Ulzeration kommen mit Perforationsgefahr oder Narbenbildung.

Therapie

Konservativ werden tagsüber gelförmige Tränenersatzmittel und zur Nacht Dexpanthenol AS ggf. in Kombination mit einem Uhrglasverband genutzt.
Operativ gibt es am Oberlid die Möglichkeit einer Lidbeschwerung („lid loading“) mit prätarsal fixiertem Gold- oder meist Platinimplantat. Am Unterlid kann eine laterale Zügelplastik oder eine geringfügige Tarsorrhaphie helfen, den Lidschluss wiederherzustellen.

Lidfunktionsstörungen

Blepharospasmus ist im Kindesalter ungewöhnlich und wird hier nicht behandelt.
Einseitiger „Blepharospasmus“ sollte immer zum sorgfältigen Ausschluss eines (subtarsalen) Fremdkörpers führen.

Lidmyokymie

Ätiologie/Klinisches Bild

Lidzuckungen (Orbikulariskontraktionen) treten als kontinuierliche und feine Kontraktionen auf, die hauptsächlich das untere Augenlid betreffen. Die Ursachen für diesen Zustand sind nicht genau bekannt, aber die Manifestation wird mit Stress, Müdigkeit und Koffeinkonsum in Verbindung gebracht und betrifft daher nur sehr selten das Kindesalter. 2–3 % der Kinder mit einem Neuroblastom weisen einen Myoklonus auf.

Therapie

Augenlidmyokymie klingt in der Regel spontan ab.
Die Behandlung umfasst konservative Maßnahmen mit Ruhe, Beruhigung und reduziertem Koffeinkonsum. Wenn die Symptomatik trotz Vermeidung auslösender Faktoren wie Stress und Schlafmangel persistiert, sind ursächliche neurologische Erkrankungen auszuschließen.
Literatur
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