Retinoblastom: Klinik, Genetik, Therapie
Retinoblastome sind die häufigsten malignen intraokularen Tumoren weltweit und treten überwiegend innerhalb der ersten 2 Lebensjahre und nur äußerst selten nach dem 8. Lebensjahr auf. Retinoblastome entstehen nach Verlust beider Allele des RB1-Gens auf Chromosom 13q, entweder im Rahmen einer germinalen oder einer somatischen Mutation. Klinische Leitsymptome sind Leukokorie und Strabismus, die in der großen Mehrzahl der Patienten zur Diagnose führen. Unbehandelt sind Retinoblastome in der Regel letal durch extraokulares Wachstum in die Orbita, in den Sehnerv und Ausbreitung im Zentralnervensystem. Augen mit einem Retinoblastom, in denen keine verwertbare Funktion erhalten werden kann, sollten deshalb enukleiert werden. In der bulbuserhaltenden Therapie des Retinoblastoms stehen heute lokale Verfahren (intraarterielle Chemotherapie, intraokulare Chemotherapie, lokale Brachytherapie sowie Kryo- und Laserbehandlung) im Vordergrund. Häufigste Differenzialdiagnosen sind M. Coats und PFV („persistent fetal vasculature“) sowie andere intraokulare Tumoren wie insbesondere Astrozytome.