Tumoren im Bereich der Sehbahn
Das Optikusscheidenmenigeom (OSM) ist eine seltene Erkrankung und betrifft hauptsächlich Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Als typisch gilt eine einseitige, schmerzlose, langsam progressive Sehverschlechterung. Klinisch imponiert das Bild einer kompressiven Optikusneuropathie, wobei neben einem relativen afferenten Pupillardefizit (RAPD) funduskopisch eine Papillenschwellung oder aber einer Optikusatrophie sowie retinochoroidalen Shuntgefäßen vorhanden sind. Die Diagnose wird mit neuroradiologischer Bildgebung gestellt. Therapeutisch kann mit einer fraktionierten Bestrahlung der klinische Befund stabilisiert, manchmal auch verbessert werden.
Die Gliome des Sehnervs manifestieren sich meist in der ersten Lebensdekade und treten entweder isoliert oder im Rahmen einer Neurofibromatose Typ 1 (NF1) auf. Ähnlich wie beim OSM steht klinisch eine schmerzlose Sehverschlechterung im Vordergrund, die funduskopisch je nach Lokalisation des Glioms und Diagnosezeitpunkt von einer Papillenschwellung und -abblassung begleitet wird. Die meist vorhandene Protrusio bulbi ist von variabler Ausprägung. Die Diagnose wird neuroradiologisch gestellt. Patient:innen mit Neurofibromatose sollten regelmäßig auf das Vorhandensein eines Sehnervenglioms gescreent werden. Therapeutisch hat sich in den letzten Jahren eine Chemotherapie als Behandlungsoption durchgesetzt.