Genetische Aspekte von Fertilitätsstörungen und sexueller Dysfunktion
Genetische Aspekte von Fertilitätsstörungen und sexuellen Dysfunktionen können sehr vielfältig sein und sollten deshalb zuerst im Rahmen einer genetischen Beratung in der Humangenetik ausführlich mit dem Ratsuchenden besprochen werden. In der Regel schliesst sich daran dann zuerst eine Analyse des Chromosomenbildes in den Leukocyten an. Molekulare Analysen beschränken sich in der klinischen Routine auf die Diagnostik von sehr häufig vorkommenden Mutationsereignissen wie AZF Gen-Deletionen auf dem Y-Chromosom und die Sequenzanalyse des CFTR Gens bei Vorliegen einer CBAVD. Analyse der Gene des Kallmann-Syndroms werden bei klinisch festgestellter Hypoplasie des Bulbus olfactorius durchgeführt. Damit werden aber in der Regel in nur 30 % der Fälle die Ursache für die männliche Infertilität und/oder Gonadendysgenesie des Patienten erfasst. Die molekulare Diagnostik von Exon-Sequenz-Varianten mit potenzieller Assoziation an diese Pathologien erscheint nur sinnvoll, wenn dann auch eine Genom-weite Familien-Studie möglich ist. Optimal wäre wenn der klinische Phänotyp einer bereits bekannten homogenen Patienten-Gruppe zugeordnet werden kann.