Molekulares Tumorboard – Prostatakarzinom
Molekulare Tumorboards tragen überall in der Onkologie der Entwicklung Rechnung, dass Tumoren mit derselben Histologie im gleichen Organ auf unterschiedlichem genetischen Hintergrund entstehen können. Die rapiden Entwicklungen der molekularen Onkologie ermöglichen es heute, viele dieser genetischen Veränderungen mit einer zielgerichteten Therapie zu behandeln. Diese Therapien können der konventionellen Systemtherapie mit Chemotherapie überlegen sein. Allerdings fehlt für viele seltene Veränderungen die Evidenz über Einzelfälle hinaus. Aufgabe der molekularen Tumorboards ist es, diese Therapien und die Evidenz zu diskutieren, um eine möglichst valide Therapieempfehlung zu geben. Bei Prostatakarzinom hat die Ära der zielgerichteten Therapien kürzlich mit der Zulassung der PARP-Inhibitoren für BRCA1/2 defiziente Tumoren begonnen. Eine molekulare Testung und Vorstellung im molekularen Tumorboard ist somit für das mCRPC indiziert und sollte jedem Patienten angeboten werden. Weitere zielgerichtet behandelbare genetische Veränderungen des Tumors werden sicherlich in den nächsten Jahren hinzukommen.