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Klinische Angiologie
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Publiziert am: 04.02.2025 Bitte beachten Sie v.a. beim therapeutischen Vorgehen das Erscheinungsdatum des Beitrags.

Arterielle Verschlusskrankheit der hirnversorgenden Arterien – Epidemiologie und spezielle Pathophysiologie

Verfasst von: Felix Schlachetzki und Michael Czihal
Verschlussprozesse der hirnversorgenden Arterien sind eine häufige Ursache für ischämische Hirninfarkte. Für das Verständnis von Erkrankungen der hirnversorgenden Arterien sind Grundkenntnisse der zerebrovaskulären Hämodynamik sowie der Pathomechanismen der arterio-arteriellen Embolie bei Atherosklerose bedeutsam. Dieses Kapitel stellt epidemiologische Aspekte und Prinzipien der Pathophysiologie von Stenosen und Verschlüssen hirnversorgender Arterien nicht als Eingefäßerkrankung, sondern im Kontext eines zusammenhängenden Gefäßsystems dar. Diese Betrachtungsweise bildet die Grundlage für das Verständnis der Ergebnisse von Therapiestudien zur Revaskularisation stenosierender Erkrankungen der hirnversorgenden Arterien, die in weiteren Kapiteln ausgeführt werden.

Einleitung

Verschlussprozesse der hirnversorgenden Arterien sind eine häufige Ursache für ischämische Hirninfarkte. Die wesentlichen Grundlagen der Pathophysiologie – Atherosklerose als emboligene Gefäßerkrankung und Kollateralfluss als protektiver Faktor – wurden schon sehr früh erkannt: Nach Thomas Willis wurde vor ca. 400 Jahren der basale Hirnarterienkranz benannt (Teive et al. 2022). Im Jahr 1905 veröffentlichte Hans Chiari seine post-mortem Untersuchungen zu Thrombosen der A. carotis interna und postulierte, dass hier Embolien entstehen und sich lösen können, sodass Schlaganfälle auftreten (Morris et al. 2017).
Dieses Kapitel stellt epidemiologische Aspekte und Prinzipien der Pathophysiologie von Stenosen und Verschlüssen hirnversorgender Arterien nicht als Eingefäßerkrankung, sondern im Kontext eines ganzen arteriellen Gefäßsystems des Gehirns dar. Diese Betrachtungsweise bildet die Grundlage für das Verständnis der Ergebnisse von Therapiestudien zur Revaskularisation stenosierender Erkrankungen der hirnversorgenden Arterien, die trotz im Laufe der Jahrzehnte verbesserten Materialen und Techniken gefäßchirurgischer und endovaskulärer Verfahren allenfalls für die chirurgische Sanierung symptomatischer, hochgradiger Stenosen der A. carotis interna (ACI) eine Überlegenheit gegenüber der konservativen Therapie zeigt (North American Symptomatic Carotid Endarterectomy Trial Collaborators et al. 1991) (Kap. „Stenosen und Verschlüsse der extrakraniellen A. carotis“).

Epidemiologie

In Deutschland ereignen sich jedes Jahr ca. 275.000 Schlaganfälle, davon ca. 200.000 erstmalige Ereignisse. Etwa jeder 3.–4. Patient stirbt an den Folgen innerhalb des ersten Jahres nach dem Schlaganfall. Dementsprechend sind Schlaganfälle in Deutschland die dritthäufigste Todesursache und nicht zuletzt eine Hauptursache von Behinderung im Erwachsenenalter (S3-Leitlinie Schlaganfall 2023). Vor dem Hintergrund deutlich steigender Schlaganfallraten in den letzten Jahrzehnten, auch mitbedingt durch die deutliche Zunahme der Adipositas als kardiovaskulärem Risikofaktor, ist mit einer auch zukünftig weiter steigenden Inzidenz zu rechnen (GBD Stroke Collaborators 2021).
Ischämischer Schlaganfall
Unter dem Terminus „ischämischer Schlaganfall“ werden gefäßbedingte Erkrankungen des Gehirns zusammengefasst, deren gemeinsames Merkmal eine plötzlich auftretende Schädigung von Hirngewebe aufgrund eines Gefäßverschlusses ist.
Sie machen etwa 85 % aller Schlaganfälle aus und sind von den hämorrhagischen Schlaganfällen infolge intrakranieller (meist intrazerebraler) Blutung abzugrenzen (Kap. „TIA und ischämischer Schlaganfall“).
Die Einteilung ischämischer Schlaganfälle nach der Ursache bildet das Grundgerüst für Entscheidungen bezüglich der medikamentösen (in erster Linie antithrombotischen) Therapie und bezüglich des Einsatzes revaskularisierender Maßnahmen zur Sekundärprophylaxe. Im Jahr 1993 war es H. P. Adams, der eine Klassifikation mit Einteilung ischämischer Schlaganfälle nach vermuteter Genese vorstellte (sog. TOAST-Klassifikation) (Adams et al. 1993). Gemäß dieser Klassifikation lassen sich ischämische Schlaganfälle in 5 Gruppen einteilen:
  • arterio-arteriell embolisch,
  • kardioembolisch,
  • mikroangiopathisch,
  • seltene spezifische Ursache (z. B. Dissektion, zerebrale Vaskulitis),
  • kryptogen.
Generell wird der Anteil an arterio-arteriell embolisch bedingten Schlaganfällen auf bis zu 20–25 % geschätzt. Jedoch bestehen sowohl eine deutliche Altersabhängigkeit als auch geografische/genetische Unterschiede (O’Donnell et al. 2016; Schoberl et al. 2017). So ist beispielsweise der Anteil an Patienten mit Stenosen > 50 % großer hirnversorgender Arterien in der 2.–4. Lebensdekade sehr gering. In Südamerika wurden nur 4 % der ischämischen Schlaganfälle dieser Ätiologie zugeordnet, während dies in Indien 31 % waren (O’Donnell et al. 2010). Mögliche bzw. wahrscheinliche, arterio-arteriell embolisch bedingte Schlaganfälle werden in der TOAST-Klassifikation allerdings nur bei Stenosen > 50 % angenommen. Am häufigsten sind diese am Abgang der ACI lokalisiert; die Prävalenz von > 50 %igen Abgangsstenosen der ACI in der Allgemeinbevölkerung wird auf ca. 4 % beziffert (S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose 2022).
Nach dem Vorbild der TOAST-Klassifikation, die erst ab einem Stenosegrad von 50 % großer hirnversorgenden Arterien diese als Ursache arterio-arterieller Embolien in Gehirn definierten, waren < 50 % Stenosen u. a. für die ESUS („embolic stroke of undetermined source“) Working Group 2014 keine relevante Emboliequelle und postulierten, dass kryptogene Schlaganfälle nach extensiver kardiologischer Untersuchung, dem MR-tomographischen Ausschluss einer Mikroangiopathie und eben dem Ausschluss eines Stenosegrades > 50 % hirnversorgender Arterien von einer Antikoagulation profitieren würden (Hart et al. 2014). Allerdings konnte keine Studie mit einem direkten oralen Antikoagulans einen Benefit gegenüber einer Thrombozytenaggregationshemmung zeigen, was evtl. an emboligenen atherosklerotischen Läsionen ohne relevante Lumenstenosierung (< 50 %) gelegen haben könnte (Harloff and Schlachetzki 2018; Hart et al. 2018; Diener et al. 2019). In diesem Zusammenhang konnte eine Reihe von Studien seitdem zeigen, dass atherosklerotische Läsionen mit einem Stenosegrad unter 50 % keinesfalls immer nur Marker eines allgemein erhöhten kardiovaskulären Risikos sind. Freilinger et al. beispielsweise fanden in 37 % der Läsionen mit Stenosegrad unter 50 % komplizierte Plaques mittels hochauflösender MR-Tomografie (Freilinger et al. 2012). Die 2022 veröffentlichte CAPIAS-Studie konnte mit verfeinerter MR-Technik gar bei 104 von 196 Patienten mit kryptogenem Schlaganfall und ACI-Stenosen <50 % Charakteristika einer vulnerablen Plaque (s. auch Abschn. 3.4) identifizieren und ein erhöhtes ipsilaterales Schlaganfallrisiko im Verlauf feststellen (Kopczak et al. 2022).
Vor diesem Hintergrund wird auf der einen Seite ersichtlich, dass die Klassifikation von arterio-arterieller Emboliequellen nach Stenosegrad um den Begriff der vulnerablen Plaque oder emboligenen Atherosklerose erweitert werden sollte (Saba et al. 2024a). Auf der anderen Seite ist die Prävalenz atherosklerotischer Veränderungen der A. carotis in der Allgemeinbevölkerung sehr hoch. So fand die populationsbasierte Hamburg-City-Health-Studie eine Prävalenz atherosklerotischer Plaques der A. carotis bei Menschen zwischen 45 und 74 Jahren (n = 10.000, medianes Alter 63 Jahre) von 35,3 % (Männer) bzw. 23,4 % (Frauen) (Behrendt et al. 2023). Trotz oder gerade wegen der hohen Prävalenz empfehlen zahlreiche Guidelines kein breites Screening auf asymptomatische ACI-Stenosen, allenfalls bei selektionierten Hochrisikopatienten zur frühzeitigen Optimierung der Primärprävention (Paraskevas et al. 2024). Detaillierte Ausführungen zu den Charakteristika vulnerabler Plaques, den Mechanismen der Plaqueruptur und Methoden zur Identifikation vulnerabler Plaques finden sich in Abschn. 3.4.
Kardioembolische Schlaganfallursachen (Vorhofflimmern, persistierendes Foramen ovale) werden im Kap. „Ischämischer Schlaganfall“ thematisiert. Zu den seltenen Ursachen von Schlaganfällen, die insbesondere auch für Gefäßmediziner relevant sind, zählen die Dissektionen der extrakraniellen hirnversorgenden Arterien (Kap. „Dissektionen der extrakraniellen hirnversorgenden Arterien“). Mikroangiopathien als Schlaganfallursachen werden hingegen in diesem Buch nicht abgehandelt.
Circa 20 % aller ischämischen Schlaganfälle bleiben ohne sichere Ursache und verbleiben kryptogen bzw. „of undeterminded source“. Der Anteil kryptogener Schlaganfälle steigt, je jünger der Patient ist, auf über 40 % bei Patienten in der 2. Lebensdekade, und der Begriff kryptogen schließt sowohl fehlende Ursachen als auch mehrere konkurrierende Ursachen mit ein (Adams et al. 1993; Schoberl et al. 2017).

Spezielle Pathophysiologie

Das menschliche Gehirn erhält ca. 750 ml Blut pro Minute und somit ca. 15 % des Herzminutenvolumens. Unter physiologischen Bedingungen besteht eine strenge Kopplung zwischen Hirndurchblutung und Hirnstoffwechsel bzw. -funktion. Somit muss die durch Herzleistung, arteriellen Mitteldruck, peripheren Gefäßwiderstand und intrakraniellen Druck determinierte Hirndurchblutung in engen Grenzen bedarfsgerecht reguliert bzw. konstant gehalten werden (Autoregulation durch präkapilläre Arteriolen). Für das Verständnis von Erkrankungen der hirnversorgenden Arterien sind somit insbesondere Grundkenntnisse der zerebrovaskulären Hämodynamik essenziell.

Physikalische Grundsätze der Hämodynamik als Grundlage des Verständnisses zerebrovaskulärer Erkrankungen und deren physiologischer Kompensation

Die Hirndurchblutung wird einerseits vom Druckgradienten zwischen arteriellem Mitteldruck und venösem Druck und andererseits vom Widerstand des zerebralen Gefäßbettes bestimmt (Ohmsches Gesetz). Gemäß dem Hagen-Poiseuille-Gesetz wird der Strömungswiderstand determiniert durch den Gefäßradius, die Viskosität und die Länge des Gefäßes. Da der Strömungswiderstand direkt proportional zur vierten Potenz des Gefäßradius ist, hat dieser den stärksten Einfluss auf den Blutfluss. Das Hagen-Poiseuille-Gesetz gibt allerdings die In-vivo-Verhältnisse nur sehr vereinfacht wieder, da der Blutfluss pulsatil ist, die Gefäßwände elastisch sind und Reflexionsphänomene der Pulswelle hinzukommen. Auch ist der Anteil der Makrozirkulation am peripheren Widerstand gering: dieser wird viel stärker durch die Widerstandsgefäße (Arteriolen und Kapillarbett) determiniert (Widder und Hamann 2018).
Von großer praktischer Bedeutung ist der Zusammenhang zwischen Volumenstromstärke, Gefäßquerschnitt und Strömungsgeschwindigkeit. Damit der Volumenstrom konstant bleibt, müssen sich Gefäßquerschnitt und Strömungsgeschwindigkeit gegensätzlich verhalten (Kontinuitätsgesetz, Abb. 1). Die maximale Strömungsgeschwindigkeit in einer Stenose ist dabei umgekehrt proportional zum Quadrat des verbliebenen Restdurchmessers. Eine Querschnittsreduktion des Gefäßlumens im Sinne einer Stenose hat also eine Zunahme der Strömungsgeschwindigkeit in der Stenose zur Folge (Widder und Hamann 2018). Die quantitativen Unterschiede im Einfluss konzentrischer vs. exzentrischer Stenosen auf die Strömungsgeschwindigkeiten sind im Kap. „Anatomie und Physiologie des arteriellen Systems“ dargelegt.
Abb. 1
Kontinuitätsgesetz als Grundlage der Konstanz der Stromstärke im stenosierten Gefäßsegment. (Widder und Hamann 2018). v Strömungsgeschwindigkeit; d Gefäßdurchmesser
In gesunden Arterien herrscht eine laminare Strömung vor. Bei stenosebedingter Strömungsbeschleunigung kommt es auch im Bereich der gefäßwandnahen Strömungsfäden zu einer Flussbeschleunigung, mit resultierender Zunahme der Reibung mit der Gefäßwand. Überschreitet die gefäßwandnahe Strömungsgeschwindigkeit einen durch die sog. Reynolds-Zahl determinierten Grenzwert resultieren Turbulenzen. In der Gefäßmitte verbleibt eine laminare Restströmung (Jet-Strömung). Betrachtet man die in die Bestimmung der Reynolds-Zahl eingehenden Parameter, kann eine turbulente Strömung somit nicht nur durch eine Stenosierung, sondern auch durch eine Hyperperfusion oder eine erheblich reduzierte Blutviskosität (z. B. schwere Anämie) bedingt sein. Poststenotisch, aber auch im Bereich von Gefäßerweiterungen, Gefäßgabeln oder -biegungen können darüber hinaus Ablösungsphänomene entstehen. Höhergradige Stenosen der hirnversorgenden Arterien weisen also beide Arten von Strömungsstörungen auf. Während im Stenosemaximum neben der zentralen Jet-Strömung gefäßwandnah Turbulenzen zu beobachten sind, herrschen poststenostisch aufgrund des Kalibersprungs Ablösungsphänomene, d. h. rekurrente poststenotische Strömungsanteile, vor (Abb. 2) (Widder und Hamann 2018).
Abb. 2
a Laminarer Fluss in der gesunden Arterien. b Zentraler Jet, Turbulenzen und Ablösungsphänomene im stenosierten Gefäßsegment. (Widder und Hamann 2018)
Tipp
Die zerebrovaskuläre Hämodynamik lässt sich durch reine Lumendiagnostik wie CT-Angiografie unzureichend einschätzen, da hämodynamische Einschränkungen durch Kollateralkreisläufe kompensiert werden können. Hier helfen u. a. die Perfusions-CT bzw. -MRT, die dynamische MR-Angiografie inkl. der flusssensitiven Time-of-flight-Angiografie sowie die intraarterielle digitale Subtraktionsangiografie weiter. Gerade die Perfusionsmessung eignet sich, um die Effizienz von Kollateralkreisläufen abzuschätzen. Als zentrales diagnostisches Element für die alltägliche Routine ist jedoch die Dopplersonografie bzw. Farbduplexsonografie der intra- und extrakraniellen Arterien die Methode der Wahl und bildet in vivo und nichtinvasiv die speziellen Strömungsverhältnisse und Kollateralisationswege ab.
Hämodynamische Grundsätze
  • Ohmsches Gesetz (dt. Physiker Georg Simon Ohm [1789–1854]): Es beschreibt den Zusammenhang zwischen Druckdifferenz, Widerstand und Volumenstromstärke.
$$ I=\Delta p/R $$
Mit I = Stromstärke (Flussvolumen), Δp = Druckgradient, R = Strömungswiderstand.
  • Hagen-Poiseuille Gesetz (dt. Ingenieur Gotthilf Hagen [1797–1884] und frz. Physiologie Jean Poiseuille [1797–1864]): Der Volumenstrom bei laminarer Strömung ist umgekehrt proportional zur vierten Potenz des Gefäßradius (Einheit: l/min).
$$ R\sim l/{d}^4 $$
Mit l = Länge der Stenose, R = Strömungswiderstand der Stenose, d = Gefäßdurchmesser (unter der Annahme einer konstanten Viskosität des Blutes).
  • Kontinuitätsgesetz: Die Stromstärke ist in jedem Bereich eines Gefäßsystems konstant hoch.
$$ I=\pi /4\cdotp d02\cdotp v0=\pi /4\cdotp d2\cdotp v= konstant $$
Mit I = Stromstärke (Flussvolumen), v = Strömungsgeschwindigkeit, d = Gefäßdurchmesser.
  • Reynolds-Zahl (brit. Physiker Osbourne Reynolds [1842–1912]):
$$ \mathit{\operatorname{Re}}\sim d\cdotp v/\eta $$
Mit d = Gefäßdurchmesser, v = Strömungsgeschwindigkeit, η = Blutviskosität.
  • Bayliss-Effekt (brit. Physiologe William Bayliss [1860–1924]): „Myogene Autoregulation“: Sinkt der Blutdruck, muss der periphere Widerstand erniedrigt werden, um die Volumenstromstärke konstant zu halten.
  • Glagov-Effekt (US-amerikanische Pathologe Seymor Glagov [1925–2008]): Exzentrisches, positives Remodelling einer Arterie im Bereich einer atherosklerotischen Plaque zur Aufrechterhaltung des arteriellen Lumens. Bitte als Punkt ergänzen: Prinzip der kommunizierenden Röhren: Druckveränderungen, z.B. erniedrigte post-stenotische Drücke in einer Arterie wirken sich auf den Fluss bzw. Druck in der parallelgeschalteten Arterie aus. Besonders eindrucksvoll ist die beim Subclavian-Steal Phänomen in den Vertebralarterien zu beobachten (siehe auch Abbildung 4).

Zerebrovaskuläre Autoregulation und Kompensationsmechanismen auf zellulärer Ebene mit Penumbra-Konzept

Mechanismen der Autoregulation dienen der Konstanthaltung der Hirndurchblutung. Von hervorragender Bedeutung ist hier der Bayliss-Effekt (myogene Autoregulation), der das Verhalten der an glatten Muskelzellen reichen Widerstandsgefäße bei Änderungen des Perfusionsdrucks beschreibt. Bei einem Anstieg des Perfusionsdrucks kommt es, vermittelt über Dehnungsrezeptoren, zur Kontraktion der glatten Muskelzellen mit resultierender Vasokonstriktion. Bei Abfall des Perfusionsdrucks, z. B. hinter einer hämodynamisch relevanten Stenose, resultiert dementsprechend ein entgegengesetzte Reaktion mit Relaxation und resultierender Vasodilatation (Beispiel in Abb. 3). Jedoch ist diese myogene Autoregulation nur innerhalb eines bestimmten arteriellen Mitteldrucks (bei Normotonikern ca. 50–150 mmHg) sowie nur hinter noch nicht subtotalen Stenosen ohne Kollateralkreisläufen effektiv darin, Schwankungen des Perfusionsdrucks auszugleichen. Außerhalb dieser Grenzen geht die Autoregulation verloren, es resultiert dann eine passive Abhängigkeit der Hirndurchblutung vom Blutdruck (Widder und Hamann 2018).
Abb. 3
Zufallsbefund bei Patientin mit Spannungskopfschmerz, unbehandelter Hypertonie und familiärer Hypercholesterinämie. a Time-of-flight-MRA der intrakraniellen Arterien mit fehlender Darstellung der rechten A. cerebri media. b Zerebrales MRT (FLAIR-Sequenz) ohne Infarkte (kortikal und Marklager). c Niederfrequenter Fluss in der A. cerebri media rechts im transkraniellen Duplex, der unterhalb der Schwelle konventioneller TOF-MRA liegt. d Abrupte Flusszunahme in der linken A. cerebri media mit Fluss bis 2 m/s als Hinweis auf Stenose auch der linken A. cerebri media, vergleiche die Lumina der proximalen A. cerebri media links mit den dilatierten peripheren M2-Ästen
Die maximale Dilatation der präkapillären Arteriolen deutet auf einen verminderten Perfusionsdruck bei fehlender Kollateralisation über den Circulus Wilisii bzw. einen rasch zunehmenden Stenosegrad der ACI hin. Letztlich ist die Autoregulation abhängig von den Kollateralkreisläufen, die folglich in einer neurovaskulären Ultraschalluntersuchung regelhaft mituntersucht werden sollten (Arning et al. 2010). Neurosonografisch äußert sich eine stark kompromittierte Autoregulation, d. h. die maximale Dilatation der präkapillären Arteriolen ipsilateral zur ACI-Stenose, durch einen pseudovenösen Fluss (z. B. peak-systolisch < 50 cm/s in der A. cerebri media mit RI < 0,5) oder eben durch eine fehlende Autoregulation in der A.cerebri media aus.
Tipp
Noch einflussreicher auf die zerebrale Autoregulation als die Änderung des Perfusionsdrucks ist die Änderung des CO2-Partialdrucks, mit Vasodilatation bei Hyperkapnie und Vasokonstriktion bei Hypoxie. Den Einfluss des CO2-Partialdrucks auf die zerebrovaskuläre Autoregulation macht man sich in der dopplersonografiebasierten Messung der zerebrovaskulären Reservekapazität zunutze. Eine aufgehobene zerebrale Autoregulation der ipsilateralen A. cerebri media, ausgedrückt durch eine fehlende Variabilität des Blutflusses in der Hyperventilations-/Apnoe-Testung, ist der zweitstärkste Prädiktor zukünftiger Schlaganfälle bei asymptomatischen Stenosen der ACI (Odds Ratio 3,1–12,6) (Kim et al. 2023). Auch sind diese Patienten mit einem höheren Risiko eines Hyperperfusionssyndroms nach Revaskularisierung behaftet.
Wenn die intrazerebralen Widerstandsgefäße maximal dilatiert sind, führt jede Abnahme des Perfusionsdrucks zu einer Verminderung der Hirndurchblutung. Diese kann bis zu einem bestimmten Grad noch durch eine Zunahme der Sauerstoffextraktionsrate auf zellulärer Ebene kompensiert werden, bevor zunächst ein Zusammenbruch des Funktionsstoffwechsels (neurologische Symptome, potenziell reversibel) und danach des Strukturstoffwechsels (Zelltod, neurologische Symptome mit nur noch bedingter Reversibilität für wenige Stunden). Das ischämische Areal, in dem die Hirndurchblutung unterhalb die Funktionsschwelle gefallen ist, bei dem der Strukturstoffwechsel aber noch intakt ist, wird auch als Penumbra bezeichnet. Dieses umfasst kreisförmig den Infarktkern, ist vital gefährdet, aber bei rechtzeitiger Reperfusion prinzipiell überlebensfähig (Ringleb et al. 2016).
Determinanten der Größe der Penumbra sind neben der Dauer des Perfusionsstopps:
  • Ausmaß der regionalen Minderperfusion,
  • Lokalisation des Gefäßverschlusses,
  • Status der Kollateralversorgung.
Das Penumbra-Konzept spielt eine zentrale Rolle in der Akutdiagnostik und den auf dieser fußenden Therapieentscheidungen für Reperfusionsstrategien des akuten ischämischen Schlaganfalls (Kap. „Ischämischer Schlaganfall“).

Primäre und sekundäre Kollateralkreisläufe und Arteriogenese

Aus der Embryonalentwicklung ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten der Kollateralentwicklung. Während die Aa. carotides communes und internae sich aus der 3. Kiemenbogenarterie entwickeln und keine Kollateralaussprossung möglich ist, können sich an den Vertebralarterien, die embryologisch eigentlich longitudinale Anastomosen zwischen zervikalen Intersegmentalarterien sind, unter hypoxämem Milieu diese wieder ausbilden (Ertl et al. 2011; Rosen und Bordoni 2024). Grundsätzlich kann die Kollateralversorgung steno-okklusiver Prozesse in primäre Kollateralen (Kollateralen erster Ordnung, Circulus Wilisii) und sekundäre Kollateralen (Ophthalmikakollaterale, leptomeningeale/kortikale Anastomosen) untergliedert werden (Liebeskind 2003). Die natürliche Kollateralversorgung wird dann aktiviert, wenn der Gefäßwiderstand der betroffenen Arterie (z. B. der ACI) den einer funktionellen Kollateralarterie (z. B. A. carotis externa zur Ophthalmikakollaterale) übersteigt. Patientenbeispiele einer Kollateralisierung über den Circulus Wilisii bei Verschluss des Truncus brachiocephalicus finden sich in Abb. 4. Varianten des Circulus Willisii finden sich in knapp über 50 % aller Patienten (davon 25 % Hypoplasien) und sind wichtig für die Pathophysiologie zerebrovaskulärer Ereignisse und deren Therapieplanung (Abb. 5) (Iqbal 2013). Auf weitere, seltene embryonale Varianten insbesondere karotido-basiläre Arterien (z. B. A. trigemina primitiva, A. otica, A. hypoglossa primitiva) kann hier aufgrund des Übersichtcharakters des Artikels nicht eingegangen werden (Kap. „Anatomie und Physiologie des arteriellen Systems“).
Abb. 4
Blutfluss bei Verschluss des Truncus brachiocephalicus ohne (ae, k klinische Symptomatik: „drop attacks“) und mit (fj, l Zufallsbefund bei Abklärung Blutdruckseitendifferenz) primären Kollateralen. a Kontrast-MR-Angiografie mit Verschluss des Truncus brachiocephalicus (roter Pfeil) und fehlendem A1-Segment der rechten A. cerebri anterior (gelber Pfeil, korrespondierend zu Abb. 3e). b Kontrast-MRT mit Darstellung des fetalen Abgangs der rechten A. cerebri posterior. c Klinisch asymptomatischer hämodynamischer Infarkt an der Grenzzone der A. cerebri media und posterior rechts. d Komplette Flussumkehr in der A. vertebralis rechts. e Fast pseudovenöser Fluss in der rechten A. carotis interna. f Computertomografie-Angiografie mit Zufallsbefund eines Truncus-brachiocephalicus-Verschlusses (roter Pfeil). g Flussumkehr in der rechten A. cerebri anterior via A. communicans anterior. h Auf die Sonde zugerichteter Kollateralfluss der A. communicans posterior in die distale ACI rechts. i Komplette Flussumkehr in der A. vertebralis rechts. j Pendelfluss in der ACI rechts durch den Kollateralfluss durch die Aa. communicantes ant. et post. k Ohne Kollateralen: Fluss in der A. cerebri media pseudovenös trotz Hyperventilation-Valsalva-Provokation (nach 10 s Valsalva mittlerer Maximalfluss [TAMX] 40 cm/s und RI 0,35; 10 s nach Ende Valsalva TAMX 45 cm/s, RI 0,37). l Normofrequenter Fluss in der A. cerebri media (TAMX 57 cm/s, RI 0,59). Die Fälle illustrieren die Bedeutung von Kollateralen bei Verschluss des Truncus brachiocephalicus, welcher zu einer klinischen Symptomatik mit bildgebendem Korrelat führt (Patient 1) oder zu einem klinisch asymptomatischen Befund führt (Patient 2). Die Kollateralsituation ist auch bei revaskularisierenden Eingriffen mit zu bedenken
Abb. 5
Anatomie der Hirnbasisarterien (Circulus Willisii) mit anatomischen Varianten. a Normale Konfiguration. b Fehlendes A1-Segment auf der linken Seite, beide Aa. cerebri anteriores werden von rechts versorgt; zusätzlich fehlende A. communicans posterior rechts, die ACI versorgt ohne Kollateralen vom Circulus arteriosus Willisii die A. cerebri media und die A. cerebri anterior bds. c Komplette Dissoziation von vorderer und hinterer Zirkulation durch Aplasie beider Aa. communicantes posteriores. d Direkt in der A. cerebelli inferior posterior endende A. vertebralis auf der rechten Seite. (Ringleb et al. 2016)
Auch sekundäre Kollateralen sind variabel angelegt und werden analog zu primären Kollateralen über inflammatorische Prozesse erweitert. Unter physiologischen Bedingungen führen geringe Druckgradienten entlang der Kollateralen zu einem minimalen Nettofluss. Daher bleiben die Kollateralen klein und transportieren kaum Blut. Eine Arterienverengung führt zu hämodynamischen Veränderungen und erhöht den Druckgradienten entlang der Kollateralen. Durch die Scherkräfte bzw. den vermehrten Blutfluss wird das Endothel zur Expression verschiedener Adhäsionsmoleküle, wie z. B. des interzellulären Adhäsionsmoleküls (ICAM-1), angeregt. Aus dem Blut stammende Leukozyten, einschließlich Monozyten, durchwandern das so aktivierte Endothel, ziehen weitere Leukozyten an und sezernieren eine Vielzahl von Wachstumsfaktoren und Chemokinen, um die Proliferation glatter Muskelzellen zu stimulieren und Kollateralen durch Erweiterung suffizienter zu machen. Dabei ist diese Arteriogenese, anders als die Angiogenese, nicht notwendigerweise von einer Hypoxie abhängig (Schaper und Scholz 2003). Zu beachten ist, dass die Perforansarterien (z. B. lentikulostriatäre und pontine Arterien) funktionelle Endarterien sind, somit keine endogenen Kollateralen besitzen und in der Konsequenz Basalganglien und Pons weniger hypoxiegeschützt sind.

Atherosklerose und vulnerable Plaque

Atherosklerose bezeichnet einen komplexen Prozess, der durch eine endotheliale Dysfunktion, Cholesterinablagerungen sowie eine chronische Entzündung in den Gefäßwänden der Arterien gekennzeichnet ist und zu deren Verengung und vermindertem lokalen Blutfluss führt. Eine lokale Inflammation wird ausgedrückt durch verstärkt exprimiert nachweisbare proinflammatorische Biomarker wie Zytokine und Adhäsionsmoleküle, lipidassoziierte Marker wie oxidiertes Low-Density-Lipoprotein (LDL) sowie proteolytische Enzyme wie die Matrixmetalloproteinasen, die die Extrazellulärmatrix degradieren. Dabei scheint z. B. Glykoprotein VI und lipidgeladenen Schaumzellen eine besondere Bedeutung zuzukommen (Galindo et al. 2023; Slater et al. 2024). Detaillierte Ausführungen zur Pathophysiologie der Atherosklerose finden sich im Kap. „Pathophysiologie der Atherosklerose“. Auf die angeborenen und die modifizierbaren vaskulären Risikofaktoren wird ebenfalls an anderer Stelle eingegangen (Kap. „Management kardiovaskulärer Risikofaktoren“).
In der neurovaskulären Medizin ist die Atherosklerose als eine degenerative Erkrankung mit teils schubweiser (Stenose-)Progredienz zu verstehen, die ein hohes Risiko für ein ischämisches Ereignis beinhaltet. Die Plaqueruptur mit Exposition der subendothelialen Matrix ist der stärkste Reiz für eine intraluminale Thrombusbildung, die entweder lumenverschließend in Abwesenheit von suffizienten Kollateralen zu ischämischen Infarkten führen oder in die zerebrale Mikrozirkulation embolisieren kann (Libby et al. 2011).
Prädilektionsstellen im Bereich der hirnversorgenden Arterien sind generell alle Bifurkationen und Abgänge größerer Arterien. Atherosklerotische Veränderungen finden sich häufig in den folgenden Lokalisationen:
  • Vordere Zirkulation: Karotisbifurkation, ACI im intrakraniellen Verlauf, A. cerebri media im M1-Segment.
  • Hintere Zirkulation: S1-Segmente der Aa. subclaviae, Abgänge und Zusammenflüsse der Aa. vertebrales und A. cerebri posterior am P1-P2-Übergang.
Stenosen des Truncus brachiocephalicus, der A. carotis communis und der A. cerebri anterior sind hingegen eher selten, die der erstgenannten extrakranialen Arterien kommen z. B. infolge Strahlenschaden vor (Kap. „Postaktinische Gefäßpathologien“).
Mithilfe eines exzentrischen, positiven Remodellings kann ein von einer atherosklerotischen Plaque betroffenes Segment dem Lumenverlust mit Stenosierung entgegenwirken (Glagov-Phänomen, Abb. 6) (Glagov et al. 1987).
Abb. 6
Beispiel einer 40-%-ACI-Stenose nach (hämodynamischen) NASCET-Kriterien mit Glagov-Phänomen. a Farbduplexbild der ACI mit gutem perfundiertem Lumen. b Normofrequenter Fluss in der ACI. c Ausgeprägte Plaquebildung in der Bifurkation sowohl in die ACE als auch ACI. d Mäßig echogene, exzentrische morphometrisch mind. 60-%-Stenose durch Lumenerweiterung durch das Glagov-Phänomen. e Kolorierte Grafik der Stenoseprogression. (Aus Glagov et al. 1987)
Wenn an dieser Stelle dann auch zunächst noch keine hämodynamisch relevante Stenosierung vorliegt, so kann die Plaque ein hohes Volumen und damit korrelierend eine hohe Vulnerabilität aufweisen. Diese vulnerablen, auch als instabile Plaques oder Hochrisikoplaques bezeichneten, atherosklerotischen Läsion bergen ein substanzielles Risiko für ischämische Ereignisse, obwohl sie häufig einen Stenosegrad von unter 50 % erreichen (und somit der TOAST/ESUS-Klassifikation ischämischer Schlaganfälle entgehen).
Neben dem hohen Plaquevolumen sind morphologische Kriterien vulnerabler Plaques Mikrokalzifikationen, Neovaskularisationen, lipidreiche nekrotische Kerne, Intraplaque-Hämorrhagien, oberflächliche Plaqueulzerationen und Plaquerupturen (Miceli et al. 2024). Verschiedene Bildgebungsverfahren können genutzt werden, um vulnerable Plaques zu identifizieren, haben unterschiedliche Kriterien, sind sehr unterschiedlich verfügbar und in ihrer Sensitivität bzw. ihrem positiv prädiktiven Wert nicht abschließend gegeneinander getestet worden (Dakis et al. 2023). Insbesondere moderne MRT-Bildgebung ermöglicht die Charakterisierung von Plaques mit diesen Eigenschaften, vornehmlich an der A. carotis communis und interna (Kopczak et al. 2022; Saba et al. 2024b). Auf bildgebenden Verfahren fußende, multimodale Analyseansätze erlauben neben der Stenosequantifizierung auch eine morphologische Bewertung atherosklerotischer Läsionen.
Tipp
Ein solcher Score, der Plaque-RADS-Score, reicht von Grad 1 (völlige Abwesenheit von Plaques) bis Grad 4 (komplizierte bzw. „vulnerable“ Plaque) (Saba et al. 2024a). Eine erste, retrospektive große Studie mit Anwendung bei 1378 Patienten (Nachbeobachtungszeit knapp unter 5 Jahren, 987 asymptomatische und 391 symptomatische Stenosen) zeigte, dass der Karotis-Plaque-RADS-Score die prognostische Genauigkeit sowohl für asymptomatische Personen als auch für Patienten mit einem Schlaganfall in der Vorgeschichte gegenüber der reinen Stenosegraduierung signifikant verbesserte, insbesondere auch für Stenosen < 50 % (s.o.) (Huang et al. 2024).
Im Folgenden sind Befunde aufgeführt, die auf eine Plaquevulnerabilität hindeuten:
Lipidreicher nekrotischer Kern (LRNC)
Atherosklerotische Plaques beginnen als Lipidstreifen, bei denen sich Lipidmaterial in der Intima der Arterienwände ablagert. Makrophagen nehmen dieses Lipidmaterial auf und bilden sog. Schaumzellen. Eine übermäßige Ansammlung solcher Zellen führt schließlich zur Zelllyse und Nekrose, was zur Bildung extrazellulärer Lipidpools führt, die sich schließlich zu einem „lipid rich necrotic core“ (LRNC) zusammenschließen (Benson et al. 2023). Ein LRNC scheint das früheste sichtbare Merkmal anfälliger Plaques zu sein und ist in der MRT im Vergleich zur benachbarten Muskulatur auf fettunterdrückten T1-gewichteten Bildern in der Regel leicht hypo- bis leicht hyperintens (Pakizer et al. 2024).
Intraplaque-Hämorrhagie (IPH)
Pathophysiologisch wird angenommen, dass die IPH durch den Zusammenbruch unreifer Neovaskulaturen verursacht wird, die sich häufig entlang der Oberfläche einer Plaque ausbreiten. Die IPH ist nach wie vor der am besten validierte bildgebende Marker für eine Hochrisikoplaque in der Halsschlagader. Sie trägt wesentlich zum schnellen Plaquewachstum mit potenzieller Plaqueruptur bei, wird mit ipsilateralen neurologischen Symptomen in Verbindung gebracht und scheint das das Risiko für zukünftige Schlaganfälle zu erhöhen (Kassem et al. 2020; Pakizer et al. 2024). Eisensensitive MRT-Sequenzen erlauben nicht nur im Gehirn für die Detektion von Mikroblutungen, sondern können in atherosklerotischen Plaques diese in vivo darstellen.
Verlust der Integrität der fibrösen Kappe
Faserige Kappen bilden sich schon früh während der Entwicklung atherosklerotischer Plaques, in denen Zellen der glatten Muskulatur in Richtung des Gefäßlumens wandern. Die Kappe hat eine schützende Funktion: Sie trennt die weichen Plaquebestandteile, z. B. LRNC und IPH, vom Blut im Gefäßlumen. Eine dicke, gut ausgebildete Kappe kann in der Regel pulsierenden hämodynamischen Kräften standhalten und ist ein Marker für Plaquestabilität, während eine dünne oder zerrissene Kappe ein Hochrisikomerkmal darstellt, das auf zukünftige ischämische Ereignisse hindeutet. Insbesondere kann eine Rissbildung der Kappe zu Fissuren, Ulzerationen oder Rupturen führen und die thrombogenen Komponenten einer Plaque sowohl Thrombozyten als auch Gerinnungsfaktoren im Blutkreislauf aussetzen, und somit das Schlaganfallrisiko erhöhen (Kopczak et al. 2022).
Ulzerationen
Eine Plaqueulzeration ist ein Defekt in der fibrösen Kappe einer Plaque, der als Einbuchtung, Erosion oder Rissbildung der luminalen Oberfläche der Plaque von mindestens 1–2 mm definiert ist. Die Prävalenz von Ulzerationen bei symptomatischen Stenosen ist mit ca. 1/3 relativ hoch, was die Überlappung zur akuten Plaqueruptur unterstreicht (Pakizer et al. 2024). Diese Defekte sind auf eine Schwächung der Kappe zurückzuführen, die oft durch lokale Entzündungen oder hämodynamischen Stress verursacht wird. Ulzerationen sind eher in dem Teil der Plaque zu finden, der proximal zum Stenosemaximum liegt.
Plaqueechogenität bzw. -densität, Plaquevaskularisation und Stenoseprogression
Die Tromso-Studie untersuchte den Zusammenhang der Plaqueechogenität in der Sonografie zum ipsilateralen Schlaganfall- und allgemeinen vaskulären Risiko (Mathiesen et al. 2001). Anhand des Vergleichs der Echogenität des M. sternocleidomastoideus konnte gezeigt werden, dass Patienten mit echoarmen ACI-Stenosen mit < 25 % echoreichen Anteilen das höchste vaskuläre Risiko haben, gefolgt von rein echoarmen Plaques, während vorwiegend echoreiche Plaques eher eine gewisse Stabilität anzeigen (Kim et al. 2023). Ein weiteres Merkmal einer gefährlichen Plaque ist die Plaquevaskularisation, die mittels kontrastgestützter Sonografie nachgewiesen werden kann (Saito et al. 2014).
Ein positives Randsaumzeichen („carotid artery plaque rim sign“), das eine adventitielle Kalzifikation in der CT-Angiografie beschreibt (sog. Typ-6-Plaque), war in einer Studie bei 89 der 99 Fälle (90 %) mit Nachweis dieses Zeichens mit einer Symptomatik assoziiert. Die Prävalenz dieser Typ-6-Plaques war bei jüngeren Patienten höher (Saba et al. 2022).
Zwei Studien (ACSRS und ACST-1) assoziierten eine Stenoseprogression mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko, wobei große Progressionen mit höherem Risiko für vaskuläre Ereignisse einhergingen (Halliday et al. 2010; Kakkos et al. 2014; Kim et al. 2023).
Mikroembolien
Mikroembolisignale (MES) sind neurosonografische Biomarker für einen drohenden Schlaganfall und basieren auf der erhöhten Reflektivität von Embolien gegenüber roten Blutkörperchen. Sie erscheinen als „zirpende“ Signale im Dopplerspektrum, sind u. a. immer unidirektional und bewegen sich nicht schneller als die laminare Strömung (Beispiel in Abb. 7) (Ringelstein et al. 1998). Mikroembolien werden durch endothelialen Plasminogenaktivator lysiert (endogene Lyse), mit zunehmender Dauer steigt das Schlaganfallrisiko.
Abb. 7
Mikroembolisches Signal ipsilateral einer klinisch asymptomatischen, hochgradigen ACI-Stenose. a Schwer verkalkte, ca. 80- bis 90-%-Abgangsstenose der ACI links. b Detektion eines mikroembolischen Signals (Pfeil) während der Ableitung der ipsilateralen A. cerebri media links. Mikroembolische Signale (hier trotz Thrombozytenaggregationshemmung) zeigen eine hochvulnerable Plaque an
Als Mikroemboliedetektion bezeichnet man die in der Regel 30- bis 60-minütige Dauerableitung mittels transkranieller Duplexsonografie einer mittleren Hirnarterie, während inzidentelle Mikroembolien auch während eine routinemäßigen transkraniellen Doppler-/Duplexsonografie auffallen können.
Tipp
Die Detektion von einem Mikroembolisignal (MES) bei asymptomatischen 70-%-Stenosen deutet auf ein erhöhtes ipsilaterales TIA-/Schlaganfallrisiko, aber auch ein generelles kardiovaskuläres Risiko hin (Markus et al. 2010). In einer Metaanalyse von 5 Studien durch Kim et al. betrug die gemittelte Odds Ratio (OR) von Patienten mit MES 7,5 (1,44–31) (Kim et al. 2023) und ist somit stärkstes Risikomerkmal asymptomatischer ACI-Stenose.

Fazit

In Ermangelung überzeugender Studien zur revaskularisierenden Therapie bei asymptomatischen steno-okklusiven Prozessen hirnversorgender Arterien (Kap. „Stenosen und Verschlüsse der extrakraniellen A. carotis“, „Stenosen und Verschlüsse der intrakraniellen hirnversorgenden Arterien“) ist ein fundiertes Wissen über die anatomischen und pathophysiologischen Grundlagen des zerebrovaskulären Systems essenziell für die individualisierte Therapieplanung. Da asymptomatische Stenosen kaum einmal hämodynamisch bedingte Komplikationen erzeugen, ist die Kenntnis von Kriterien „vulnerabler Plaques“ sehr bedeutsam.
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