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Publiziert am: 22.02.2025
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Epidemiologie, Pathophysiologie und Therapie des Charcot-Fußes (diabetisch-neuropathische Osteoarthropathie, DNOAP)
Verfasst von: Armin Koller und Ralf Lobmann
Die diabetisch-neuropathische Osteoarthropathie (DNOAP) ist eine schwerwiegende Komplikation beim Patienten mit Diabetes mellitus, die aufgrund der Neuropathie eine schmerzfreie nichtinfektiöse Zerstörung von Knochen und Gelenken des Fußes darstellt. Bereits Charcot erkannte die grundlegenden Prozesse des nach ihm benannten Fußbefundes mit: „massiver Gelenkdestruktion, Subluxation, Dislokation und Entzündung“. Pathophysiologisch liegen eine neurovaskuläre sowie neurotraumatische Komponente zugrunde. Der Charcot-Fuß wird bis heute häufig übersehen und ist deshalb auch nicht selten Ursache von Amputationen.
Die diabetisch-neuropathische Osteoarthropathie – die auch als Charcot-Fuß bekannt ist – wurde erstmals 1831 durch J. K. Mitchell im Rahmen einer Tuberkulose mit Rückenmarksschädigung beschrieben. Erst 1868 berichtete J. M. Charcot dies bei einem Patienten mit Syphilis (Tabes dorsalis) und 1883 erfolgte durch ihn die Erstbeschreibung bei einem Patienten mit Diabetes mellitus. 1936 wurde durch W. R. Jordan die endgültige Assoziation mit dem Diabetes hergestellt (Sanders 2004).
Definition und Epidemiologie
Als diabetisch-neuropathische Osteoarthropathie (DNOAP) bezeichnet man eine aufgrund der Neuropathie schmerzfreie, nichtinfektiöse Zerstörung von Knochen und Gelenken des Fußes. Insbesondere Betroffene mit einem länger bestehenden, schlecht eingestellten Diabetes mellitus mit peripherer sensomotorischer und/oder autonomer Neuropathie sind von einem Charcot-Fuß häufig betroffen. Das mittlere Alter liegt bei 40 bis 55 Jahren, wobei Männer etwas häufiger als Frauen betroffen zu sein scheinen.
Der Charcot-Fuß ist eine häufig übersehene Komplikation des Diabetes mellitus.
Die tatsächliche Inzidenz und Prävalenz einer Osteoarthropathie bei Diabetes mellitus sind nicht bekannt, vor allem, weil das Fehlen von Schmerzen bei peripherer Neuropathie oft den Zeitpunkt der Vorstellung beim Arzt verzögert. Frühere Studien an verschiedenen Bevölkerungsgruppen haben Prävalenzraten von 0,04 % der Betroffenen mit Diabetes mellitus in 7 auf Fußpflege spezialisierten Zentren in England ermittelt (Metcalf et al. 2018). In einem regionalen Referenzzentrum in Irland wurden deutlich höhere Raten beobachtet, nämlich über 0,3 % der an Diabetes mellitus Erkrankten (O’Loughlin et al. 2017) bis hin zu 0,53 % aller Menschen mit Diabetes mellitus in einer nationalen Registerstudie in Dänemark (Svendsen et al. 2021). Die International Diabetes Foundation rechnet anhand dieser Daten, dass weltweit etwa 1,6 Mio. Menschen mit DNOAP leben, mit einer Inzidenz von 160.000 neuen Fällen pro Jahr. Daten der Arbeitsgemeinschaft Fuß der DDG zeigen, dass in (allerdings) spezialisierten Zentren in bis zu 14 % der Fälle eine Charcot-Veränderung diagnostiziert werden konnte (IDF-Atlas 2021; Lobmann et al. 2007).
Pathophysiologie
Die DNOAP ist eine Erkrankung, die auf dem Boden einer diabetischen Polyneuropathie entsteht und diese auch als Voraussetzung für ihre Entstehung benötigt, d. h. ohne Polyneuropathie keine DNOAP.
Pathophysiologisch liegen eine neurovaskuläre sowie neurotraumatische Komponente zugrunde. Aktuelle Forschungen zeigen, dass – ausgehend von der zugrunde liegenden Neuropathie – Kaskaden der Zytokinaktivierung und Inflammation eine wichtige Rolle spielen.
Die neurovaskuläre Komponente (n. Charcot) sieht die DNOAP als Folge eines erhöhten peripheren Blutflusses durch die autonome Sympathektomie. Diese autonome Sympathektomie verursacht eine Störung der normalen regulatorischen Prozesse mit einer Öffnung arteriovenöser Shunts und Vasodilatation. Der Blutfluss der unteren Extremität ist damit erhöht, und dies korreliert mit einer erhöhten Aktivität der die Knochensubstanz abbauenden Osteoklasten. Eine dadurch vermehrte Demineralisation des Fußes erhöht die Anfälligkeit für Subluxationen, Frakturen und Einbrüche des Mittelfußgewölbes.
Die neurotraumatische Komponente (n. Volkmann) beinhaltet eine durch die sensomotorische Neuropathie bedingte kontinuierliche Fehlbelastung mit repetitiven kleineren Traumata – die nur teilweise wahrgenommen werden (Jeffcoate und Game, 2022). Dies wird gefolgt von einer chronischen Destruktion von Weichteil- und Knochenstrukturen. Subluxationen, instabile Bänder und Gelenke i. S. einer Gefügedilatation sind dann die Folge. Der Verlust der schützenden sensorischen Informationen durch die periphere Neuropathie erlaubt die fortgesetzte Belastung einer bereits frakturierten und geschädigten Extremität. Dies leitet über zu den aktuellen Theorien, die dem nukleärenTranskriptionsfaktor kappa B (NF-κB) und dem RANK/RANKL/OPG-Zytokininsystem (RANKL = Receptor Activator of NF-κB-Ligand) eine wichtige Rolle zuweisen.
Die unbalancierte Freisetzung dieser proinflammatorischen und entzündungshemmenden Zytokine führt zur Stimulation der Osteoklastenbildung (Uccioli et al. 2010; Mabilleau et al. 2008). Im entzündeten Fuß kommt es so zu einer gezielten Rekrutierung, Proliferation und Differenzierung von Osteoklastenvorläufern hin zu hochaggressiven Osteoklasten mit erhöhter Resorptionsaktivität (Petrova et al. 2015). Dieser Entzündungsprozess kann in Kombination mit den mechanischen Kräften, die beim Gehen auf einen neuropathischen Fuß einwirken, zu Bänderrissen oder -schwächungen, Gelenkverrenkungen und/oder Fuß-/Knöchelfrakturen führen (Abb. 1).
Abb. 1
Rolle von RANKL (Receptor Activator of NF-κB-Ligand) im Rahmen der Knochendestruktion beim Charcot-Fuß
Ein Charcot-Fuß kann aktiv oder inaktiv sein. Die aktive Phase wiederum kann akut mit ausgeprägter Rötung, Schwellung und Überwärmung auffallen oder weniger akut mit einer nur geringen Zunahme von Hauttemperatur und milder bis moderater Schwellung.
Die Bezeichnung „chronisch“ darf sprachlich nicht im Sinne von „inaktiv“ verstanden werden. Auch ein chronischer Charcot-Fuß kann aktiv sein.
Die Erkrankung kann sogar völlig unbemerkt verlaufen und erst durch den Zufallsbefund einer abgelaufenen Erkrankung auf Röntgenaufnahmen auf sich aufmerksam machen. Die aktive Periode kann mehrere Monate anhalten und wäre dann korrekt als „chronisch aktiv“ zu bezeichnen. Das inaktive Stadium wird nach vorherrschender Lehrmeinung charakterisiert durch eine Temperaturdifferenz des betroffenen Gelenkabschnittes von weniger als 2° Celsius zur Gegenseite. Aber auch eine inaktive Neuroarthropathie kann aufgrund einer Defektheilung mit inkongruenten Gelenkflächen lebenslang ein gewisses Maß an Schwellung und Überwärmung in Abhängigkeit von der mechanischen Belastung zeigen.
Die Krankheitsaktivität wird anhand der Rötung und Schwellung sowie insbesondere der Messung der Hauttemperatur beurteilt, wobei diese dann als relevant erhöht gilt, wenn die Hauttemperatur im Vergleich zur nicht betroffenen Seite einen Temperaturunterschied von mehr als 2 °C aufweist.
Der Charcot-Fuß imponiert bereits in der Blickdiagnose durch eine typische reaktive Hyperämie mit deutlicher Schwellung. Je nachdem, wie fortgeschritten die ggf. bereits vorhandene Destruktion der knöchernen Strukturen ist, ist eine Aufhebung des Fußgewölbes (Plattfuß) durch Zusammensintern des Mittelfußes sichtbar (Zimny 2005; Varma 2013).
Ein akuter Charcot-Fuß kann zum Teil schwer von einer Infektion oder einem Erysipel unterschieden werden. Gerade in den Anfangsstadien, in denen noch keine knöchernen Destruktionen äußerlich oder röntgenologisch sichtbar sind, werden Fußschwellungen nicht selten als vermeintliches Torsionstrauma o. Ä. bagatellisiert. Weitere Differenzialdiagnosen sind die Osteomyelitis, ein Abszess, eine neuropathische Fraktur oder eine tiefe Beinvenenthrombose. Insbesondere die Differenzialdiagnose zur bakteriellen Osteomyelitis ist relevant und im klinischen Alltag oft nicht einfach zu stellen (Donegan et al. 2013).
Die frühzeitige Diagnose sowie eine dann prompte Therapieeinleitung sind entscheidend, um einen funktional belastbaren Fuß zu erhalten und eine Amputation zu vermeiden. Die Betroffenen stellen sich häufig spät im Krankheitsprozess vor, da aufgrund der begleitenden Neuropathie die Gewebe- und Knochenveränderungen schmerzarm ablaufen.
Die Verdachtsdiagnose einer DNOAPstellt sich, wenn bei Menschen mit diabetischer Neuropathie eine Schwellung und/oder Rötung sowie eine Überwärmung des Fußes, primär oft ohne Schmerzen, vorliegen (Tab. 1; Abb. 2a, b).
Tab. 1
Klinische Hinweise auf das Vorliegen einer akuten diabetischen Neuroosteoarthropathie sind eine periphere oder autonome Neuropathie mit:
- Rötung
- Überwärmung
- Schwellung
- Schmerzen
- Hauttemperaturdifferenz > 2 °C
- Fußdeformitäten (meist erst nach Wochen bis Monaten)
- Positives MRT-Knochenmarksignal in der Akutphase, später konventionelle Röntgendiagnostik positiv
Abb. 2
Klinischer Aspekt eines Charcot Fußes (rechts)
Klassifikationen beziehen sich auf den klinischen Verlauf, die Lokalisationen und Schweregrade des Charcot-Fußes sowie auf zusätzliche Kriterien wie Ulzerationen, Weichteilinfektionen und Osteomyelitis.
Einteilung nach Stadien (Eichenholtz, Levin)
Die Charcot-Neuroarthropathie kann in 4 Stadien eingeteilt werden:
Stadium 0 (Inflammation) ist charakterisiert durch das Erythem, das Ödem, die Überhitzung bei noch fehlenden strukturellen Veränderungen. Im Röntgenbild sind Knochenveränderungen noch nicht feststellbar, wobei erste Instabilitäten bereits auftreten können.
Das Stadium 1 (Development) ist durch Knochenresorption und -fragmentation, verbunden mit einer Gelenkdislokation, gekennzeichnet. Schwellung, Überwärmung und Rötung persistieren, erste radiologisch fassbare Veränderungen im Bereich der Gelenke, Debris-Formierung, eine ossäre Fragmentation oder Gelenkdysfunktionen sind nachweisbar.
Im Stadium 2 (Konsolidierung) kommt es durch die gesteigerte Knochenaktivität zur Konsolidation mit Osteosklerose und der Fusion der Knochendestruktionen. Feststellbar sind nun die Absorption von kleinen Knochenfragmenten, die Fusion von Gelenken und die Sklerosierung des Knochens.
Im Stadium 3 (Rekonstruktion) findet sich eine zunehmende Osteogenese und eine progressive Knochenfusion. Heilung und neue Knochenbildung gehen voran. Die Deformierungen, insbesondere Subluxationen und Dislokationen, sind nun permanent (Zimny 2005; Varma 2013; Donegan et al. 2013; Wukich et al. 2023).
Im Stadium 4 finden sich ein deformiertes Fußskelett mit hohem Risiko eines Ulkus bzw. einer Wundinfektion. Der Fuß ist schmerzlos.
Für die Diagnostik notwendig ist ein konventionelles Röntgenbild, um die sog. 5 D der radiologischen Manifestation der DNOAP (s. Tab. 2) zu beurteilen. Die Röntgenaufnahmen sollen die anteroposteriore (a.p.), die medial schräge und die laterale Projektion umfassen.
Tab. 2
5 D der radiologischen Manifestation der DNOAP
1. Distension der Gelenke
2. Dislokation der Gelenke und Knochen
3. Debris des Knochens
4. Desorganisation von Gelenken und Knochen
5. Dichteerhöhung des Knochens
Wichtig
Idealerweise sollten Röntgenaufnahmen im Stehen („belastet“) durchgeführt werden, denn ohne Belastung sind Fehlstellungen, die erst in stehender Position deutlich zu erkennen sind, möglicherweise maskiert.
Im Stadium O durchzuführen ist bei der DNOAP eine MRT, weil das native Röntgenbild dann häufig noch nicht aussagekräftig ist.
Im MRT zeigen sich bereits im Stadium 0 erste pathognomonische Zeichen des Charcot-Fußes, wie z. B. ligamentäre Disruptionen, kortikale Destruktionen, Gelenkdeformitäten sowie eine Signalanhebung im Sinne eines Knochenödems (Abb. 3), das pathognomisch für den Charcot-Fuß ist. Mit guter bis ausgezeichneter Sensitivität und Spezifität kann das MRT sowohl Frühzeichen der Entzündung demaskieren, aber auch zuverlässig die Remission und somit den Therapieerfolg anzeigen (Chantelau und Richter 2013; Chantelau et al. 2018; Gooday et al. 2023).
Abb. 3
Kernspinuntersuchung des rechten Fußes mit deutlichem Knochenmarksödem im Bereich der Mittelfußknochen
Wenn kein MRT zur Verfügung steht oder nicht möglich ist, sollte ein CT-Scan (ggf. SPECT-CT) aufgrund der besseren räumlichen und kontrastreichen Auflösung erwogen werden (Ahluwalia et al. 2020). Ein PET-CT kann die anatomischen Lokalisationen deutlich besser hervorheben und ist insbesondere indiziert in der Differenzialdiagnostik des Charcot-Fußes zur Osteomyelitis, was besonders schwierig sein kann, wenn ein Charcot-Fuß mit einem plantaren Ulkus in Kombination (und damit der erhöhten Wahrscheinlichkeit einer koinzidenten bakteriellen Infektion) auftritt. Alternativ kann auch eine Knochenszintigrafie erwogen werden (Zimny 2005).
Einteilung nach Lokalisation (Sanders und Frykberg)
In der chirurgischen Gemeinschaft hat sich vor allem die anatomische Einteilung nach Sanders und Frykberg durchgesetzt. Dabei betrifft, etwas vereinfacht wiedergegeben, der Typ I die Metatarsophalangealgelenke, Typ II das Lisfranc-Gelenk, Typ III das Chopart-Gelenk, Typ IV das obere Sprunggelenk (OSG) und das Subtalargelenk und Typ V den Kalkaneus (Sanders und Mrdjenovich 1991). Es gibt dabei zahlreiche Variationen und auch nicht immer einheitliche Destruktionsmuster, trotz identischer oder ähnlicher anatomischer Lokalisation.
Die radiologisch erkennbaren Knochenveränderungen können atrophischer Natur (Sanders Typ I) sein oder pseudarthrotisch nach Trauma. Insuffizienzfrakturen betreffen häufig den Kalkaneus (Sanders Typ V) oder die Metatarsalia (Sanders Typ II). Impressionsfrakturen des Talus (Sanders Typ IV) erinnern an Spätstadien von avaskulären Nekrosen, wie die gelegentlich zu beobachtende isolierte Destruktion des Os naviculare (Sanders Typ III). Hinzu kommt, dass mehr oder weniger reine Dislokationen von Gelenken (insbesondere bei Sanders Typ II und III) und die von Eichenholtz beschriebenen Gelenkfrakturen und Mischformen das bunte Bild abrunden. Dabei können ein oder mehrere Gelenklinien betroffen sein, an einem oder beiden Füßen.
Konservative Therapie der akuten DNOAP
Ziel der Behandlung ist es, die Zeit bis zur Remission zu verkürzen und/oder die Entwicklung oder Verschlimmerung von Fußdeformitäten zu verhindern, die Progression einzudämmen sowie weitere Fußdeformitäten und folgende Fußulzera zu vermeiden.
Ruhigstellung und Entlastung
Bei Verdacht auf eine aktive DNOAP sollte sofort eine kniehohe Ruhigstellung/Entlastung des Fußes eingeleitet werden.
Es hat sich gezeigt, dass eine frühzeitige Erkennung, Ruhigstellung und reduzierte Belastung des erkrankten Fußes die Entwicklung einer Deformität minimieren (Chantelau 2005; Wukich et al. 2011).
Diese Entlastung kann mittels passagerer Immobilisation oder protektivem Gips (Total Contact Cast, TCC) bzw. individuell angefertigter oder vorkonfektionierter Orthese (z. B. VACO®ped Diabetic, KingsWalker etc.) so lange erfolgen, bis die Akutphase abgeklungen ist. Dies kann oft Monate dauern und erfordert von Behandelten und Behandlern viel Geduld. Gerade beim Einsatz von konfektionierten Orthesen ist mit einer Therapiedauer von bis zu 6 Monaten zu rechnen. Sofern ein TCC zur Anwendung kommt, ist dieser alle 1 bis 2 Wochen zu wechseln, um Nebenwirkungen (Hautirritationen, Ulzera oder Druckstellen) beim gefühllosen neuropathischen Bein auszuschließen.
Der Grundgedanke hinter der Entlastung einer aktiven DNAOP ist, dass die erhöhte mechanische Belastung eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung des zugrunde liegenden entzündlichen Krankheitsprozesses spielt, was zu einer fortschreitenden Knochenzerstörung, der Entwicklung von Fraktur(en) und (Sub-)Luxationen führt (Abb. 4).
Abb. 4a, b
Klassischer „Rockerbottom“-Fuß (Wiegefuß) als mögliches Endstadium einer diabetischen Osteoarthropathie. Klinischer Aspekt (a) und korrespondierendes Röntgenbild (b)
Nach ausreichender Entlastung des Fußes kann, sobald die Temperaturdifferenz < 2° Celsius beträgt, eine langsame und moderat zu steigernde Belastung des Fußes in einem diabetesadaptierten, mindestens knöchelhohen orthopädischen Maßschuh (OMS) mit diabetesadaptierter Fußbettung (DAF) erfolgen (Zimny 2005; Wukich et al. 2023; Guven et al. 2013).
Medikamentöse Therapieoptionen
Die Pathophysiologie der DNOAP geht mit einer lokalisierten erhöhten Knochenresorption, Osteopenie und Osteoporose einher, die in Summe zu einer Schwächung der knöchernen Struktur führen können. Daher konzentriert sich der Einsatz verschiedener pharmakologischer Therapien auf die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Knochenbildung und -resorption.
In der IWGDF-Leitlinie von 2023 wurden mehrere Substanzen diskutiert, die entweder potenziell die Knochenresorption in der frühen Entzündungsphase der Erkrankung hemmen, z. B. Bisphosphonate, Calcitonin und Denosumab, oder die Knochenbildung anregen (Parathormon) oder entzündungshemmend wirken (Methylprednisolon). Allerdings konnte für keine der Substanzen eine hinreichende Evidenz belegt werden, sodass ein genereller Einsatz nicht empfohlen wurde, auch wenn Bisphosphonate in den frühen Stadien der Behandlung die Remineralisierung des Fußes mit unterstützen; auch die Temperaturerhöhung sowie die beim Charcot-Fuß in 50 % der Fälle vorliegende Schmerzhaftigkeit der Extremität bildeten sich hierunter deutlich zurück. Angesichts ihrer Bedeutung für die Knochenheilung, des Fehlens größerer Nebenwirkungen und der relativ geringen Kosten sollte jedoch eine Vitamin-D- und Kalzium-Supplementierung während der Behandlung der aktiven DNOAP in Betracht gezogen und gemäß den (inter-)nationalen Leitlinien für die Supplementierung bei Personen mit Vitamin-D-Mangel und/oder unzureichender Kalziumzufuhr (oder dem Risiko eines solchen) verordnet werden (Raspovic et al. 2024).
Die Akutphase der DNOAP ist eine Domäne der konservativen Therapie. Chirurgische Therapieverfahren betreffen ganz überwiegend Umstellungsosteotomien sowie rekonstruktive Eingriffe. Aber auch bei Instabilität der Fuß- und Sprunggelenke und/oder einer Deformität mit hohem Risiko für die Entwicklung eines Geschwürs in der Entlastungsvorrichtung oder Schmerzen, die durch eine Orthese nicht ausreichend beherrscht werden können, ist ein chirurgischer Eingriff in Betracht zu ziehen.
Chirurgische Therapie
Grundlegende Regeln
Infizierte Charcot-Füße stellen ein eigenes Krankheitsbild dar und werden nach den Regeln der septischen Chirurgie behandelt.
Der diabetische Patient ohne Polyneuropathie kann nach einem Trauma nach den allgemeinen Grundsätzen der Unfallchirurgie behandelt werden.
Der diabetisch-neuropathische Patient mit adäquatem Fußtrauma wird im Operationssaal ebenfalls nach traumatologischen Regeln behandelt, erfährt aber im Anschluss unbedingt ein Rehabilitationsprotokoll, welches die Notwendigkeit einer verlängerten Zeit der Entlastung und einer durch Orthesen geschützten Mobilisierung berücksichtigt, analog der postoperativen Nachbehandlung von Charcot-Füßen
Der diabetische Patient mit neuroarthropathischen Frakturen benötigt zusätzlich spezielle chirurgische Techniken mit stabilen Implantaten sowie rigider interner oder externer Fixation.
Wann ist eine chirurgische Therapie indiziert?
Persistierende oder rezidivierende Ulzerationen sowie eine mangelnde Versorgung mit Schuhen oder Orthesen stehen dabei an erster Stelle. Prinzipiell liegen dabei immer mechanische Probleme zugrunde, die zurückgeführt werden können auf eine Deformität, Instabilität oder beides zusammen.
Eine Klassifikation mechanischer Probleme darf alle Gesichtspunkte hinsichtlich Metabolismus oder MRT-Signalen vernachlässigen. Ort und Schweregrad von Deformität und Instabilität sind die einzig relevanten klinischen Befunde. Eine einfache und gleichzeitig umfassende chirurgische Einschätzung muss folgende Befunde berücksichtigen:
Lokalisation der Charcot-Veränderungen
Dominante Ebene der Deformität
Progression der Deformität
Redressierbarkeit der Fehlstellung
Art der Gelenkdestruktion
Vor diesem Hintergrund muss der Chirurg entscheiden, ob Rückfuß oder Mittelfuß involviert sind, ob die Deformität rigide oder instabil ist, ob die koronare, sagittale oder transversale Ebene betroffen ist. Einen Ausschlag in Richtung Operation ergeben dabei Beteiligung des Rückfußes, Hypermobilität und primär koronare Ebene der Deformität. Auch eine Progression der Deformität trotz aller konservativen Mühen bei der Behandlung spricht für eine chirurgische Lösung. Zu guter Letzt sind es pathologische Dislokationen, die ebenfalls nicht dauerhaft durch eine geschlossene Reposition und Gipsanlage zu beheben sind. Diese Sonderform der Neuroarthropathie ist üblicherweise gekennzeichnet durch eine solide Knochenstruktur, sodass sämtliche bewährte Methoden der Osteosynthese verwendet werden können.
Was macht den Charcot-Fuß so besonders?
Beim Charcot-Fuß handelt es sich grundsätzlich um eine Erkrankung des Knochens und der Gelenke, aber die zugrunde liegende Neuropathie hat auch Einfluss auf das Weichgewebe (Andreasen et al. 2009). Die Muskulatur bietet oftmals nicht die notwendige aktive Stabilisierung der Gelenke. Muskuläre Dysbalancen, sei es durch Schwäche oder durch erhöhten Tonus, setzen den Charcot-Fuß zusätzlichen deformierenden Kräften aus, auch wenn die wissenschaftlichen Daten zu diesem Thema uneinheitlich sind (Abb. 5). Die Neuropathie hat dabei vor allem einen negativen Einfluss auf die Knochenheilung. Änderungen des Knochenstoffwechsels führen zu einer verlängerten Heilungszeit (Beeve et al. 2019; Henderson et al. 2019), die knöcherne Fusion braucht in vielen Fällen die doppelte der sonst üblichen Zeit. Mechanischer Stress während der Heilungsphase verstärkt das Problem und führt zu einer weiteren Verzögerung der knöchernen Durchbauung, sodass stabile Fixationsmechanismen für einen längeren Zeitraum als in der Traumatologie sonst üblich zum Einsatz kommen müssen.
Abb. 5
„Bag of Bones“
Was macht die Charcot-Patienten so besonders?
Indirekt hat die Neuropathie auch Einfluss auf das Verhalten der Erkrankten. Der Verlust der schützenden Schmerzwahrnehmung (LOPS, Loss Of Protective Sensation) kann die zu frühe Belastung einer noch nicht durchbauten Osteosynthese zur Folge haben. Im Körperschema werden die Füße nicht mehr vollständig repräsentiert, was von Risse prägnant philosophisch als „Leibesinselschwund“ bezeichnet wurde. Im Resultat sind die Wahrnehmung der Füße und das Krankheitsbewusstsein stark vermindert. Der Charcot-Fuß ist definitiv eine somatische Erkrankung, aber auch psychische Faktoren sind mitverantwortlich für die Aggravation eines initialen Problems. Wenn ein Arzt vor diesem Hintergrund seine Patienten weder versteht, noch in ihrer Besonderheit annimmt, liegt das Problem mit der sog. Non-Compliance womöglich eher bei ihm selbst (Risse 1999).
Welche Missverständnisse gibt es (immer noch) um den Charcot-Fuß?
„Charcot-Füße sind immer gut durchblutet.“
Zur Beziehung zwischen Charcot-Neuroarthropathie und Ischämie gibt es widersprüchliche Angaben. Vorherrschend ist die Auffassung, dass beim Charcot-Fuß keine Relation zur arteriellen Verschlusskrankheit (AVK) besteht und Charcot-Füße seltener revaskularisiert werden müssen als Füße mit Ulkus (Zhao et al. 2017). Andererseits wird über eine Prävalenz der AVK von 40 % bei Betroffenen mit Charcot-Fuß berichtet, sodass im Rahmen der präoperativen Diagnostik auf jeden Fall auch eine Abklärung der Gefäßsituation zu erfolgen hat.
Betroffene, deren aktive Phase des Charcot-Fußes schon einige Jahre zurückliegt, können mit zunehmendem Alter eine AVK entwickeln. Ist eine pAVK bereits bekannt, genügt die klinische Untersuchung allein nicht, sondern ist im Gegensatz zur Angiografie mit einer höheren Amputationsrate nach chirurgischen Rekonstruktionen assoziiert (Cates et al. 2019). Bei zusätzlichem Fußulkus steigt die Wahrscheinlichkeit einer gleichzeitig vorliegenden relevanten Gefäßerkrankung.
Die Zusammenarbeit zwischen Gefäßmedizinern und Fußchirurgen erfordert dabei eine gute Absprache hinsichtlich der Reihenfolge der Maßnahmen.
Klinisch relevante Gefäßstenosen oder -verschlüsse müssen vor einer geplanten größeren Fußoperation behandelt werden, um postoperative Komplikationen, wie Wundheilungsstörungen bis hin zu Nekrosen, zu vermeiden. Nach Revaskularisierungen sieht sich der Fußchirurg den Problemen ausgesetzt, dass er nicht unter einer Blutsperre operieren darf und die meist doppelte Thrombozytenaggregationshemmung das Blutungsrisiko perioperativ erhöht. Dies ist vermeidbar, wenn gefäßmedizinische Interventionen mit niedriger Dringlichkeit erst nach der Rekonstruktion des Charcot-Fußes erfolgen.
„Der Charcot-Fuß im ausgebrannten Stadium zeigt keine Temperaturdifferenz.“
Es wird weithin anerkannt, dass eine Arthrose oder auch eine Pseudarthrose im Bereich des Fußes während oder nach einer Belastungsphase mit Schwellung und auch Temperaturanstieg reagieren. Vor diesem Hintergrund erscheint es unlogisch, dass eine Neuroarthropathie im sog. ausgebrannten Stadium ohne lokale Temperaturerhöhung verlaufen soll, hinterlässt doch der Krankheitsprozess häufig inkongruente Gelenke und pseudarthrotische knöcherne Fusionen.
Es ist gängige Praxis, bei einer Hauttemperaturdifferenz von im Vergleich zur Gegenseite weniger als 2 °C vom Gehgips auf eine Maßschuhversorgung überzugehen. Es macht aber einen Unterschied, an welcher Stelle des Fußes gemessen wird. Streng genommen kann man nicht das OSG und die kleinen Gelenke des Fußes hinsichtlich ihrer Wärmeerzeugung und der daraus gezogenen therapeutischen Konsequenzen gleichstellen. Bislang überzeugten keine Verfahren damit, diese Unsicherheit auszugleichen (Rajapakse et al. 1981).
„Der weiche Knochen beim Charcot-Fuß erfordert besonders massive Implantate.“
Das Vorhandensein einer Neuropathie korreliert mit Komplikationen bei der Knochenheilung nach fußchirurgischen Eingriffen bei Diabetikern. Ob die Ursache dafür in einem neuropathisch verändertem Knochenstoffwechsel zu suchen ist oder ob die nicht empfundenen Schmerzen zu einer zu frühen und zu starken Belastung von Osteosynthesen führen, ist nicht abschließend geklärt. Auf jeden Fall setzt ein repetitiver mechanischer Stress eine entzündliche Kaskade in Gang, welche über proinflammatorische Zytokine zu einer vermehrten Knochenresorption führt. Auch die Knochendichte im Bereich des Fußes kann herabgesetzt sein. Die reduzierte Knochenfestigkeit führte zur Einführung sog. „Superconstruct“-Techniken, bei denen die Strecke der knöchernen Fusion über das zerstörte Gelenk hinaus auf nicht betroffene Gelenke ausgedehnt wird. Hierfür wird das stabilste Material ausgesucht, das der Weichteilmantel noch toleriert. Andererseits sind nachweislich gute funktionelle Ergebnisse auch ohne Verwendung massiver Implantate und ausgedehnter Versteifungen zu erzielen. Die eigene Technik sieht nach entsprechender knöcherner Rekonstruktion das Belassen eines Fixateurs für rund 8 Wochen vor. Zur Anwendung kommt dabei in der Regel ein Stangenfixateur, der, wie auf dem Modell gezeigt, in der Form eines Kastens mit 4 durchgehenden Pins mit zentralem Gewinde an Fuß und Unterschenkel befestigt wird (Abb. 6).
Abb. 6
Holzmodell mit montiertem Kastenfixateur (Box Frame)
Nach Entfernung des Fixateurs folgt nach einer kurzen Abschwellphase im Unterschenkelgips (oder auch TCC) die Anpassung einer individuellen Unterschenkelorthese, welche über mehrere Monate konsequent bei Belastung des Fußes getragen werden muss, bevor im Anschluss die Versorgung mit Maßschuhen erfolgen kann. Die Dauer der orthetischen Nachbehandlung hängt auch von der Lokalisation des osteoarthropathischen Prozesses ab. Im Bereich der Fußwurzel können 3–4 Monate ausreichen, im Bereich des Rückfußes sind es hingegen selten weniger als 6 Monate (Abb. 7a–f).
Abb. 7a–f
a, b DNOAP Typ III nach Sanders mit talonavikulärer Luxation und Deformität in der Transversalebene (präoperativ). c, d DNOAP Typ III nach offener Reposition und Fixateuranlage zur subtalaren und talonavikulären Arthrodese. e, f DNOAP Typ III 5 Monate nach Entfernung des Fixateurs mit durchbauter Arthrodese
Der in Abb. 7a–f gezeigte Fall ist geeignet, die weitverbreitete Auffassung infrage zu stellen, dass die schlechte Knochenheilung bei Betroffenen mit Neuropathie oder schon bestehender Neuroarthropathie stets die Verwendung besonders massiver Implantate und langstreckige Fusionen erfordert. Vom Standpunkt der Wissenschaft gesehen gibt es allerdings keinen Nachweis der Überlegenheit einer speziellen Operationsmethode.
Nicht die Art der Stabilisierung ist der entscheidende Punkt, sondern deren Dauer. Die korrekte Nachbehandlung sowie die Führung des Behandelten sind wichtiger als Überlegungen zur Auswahl der Implantate.
Nachsorge
Wie bereits eingangs dargestellt, ist bei der postoperativen Nachbehandlung aufgrund der verzögert ablaufenden Knochenheilung anders vorzugehen als bei Standardverfahren in der Unfallchirurgie. Das trifft sowohl auf interne als auch auf externe Fixationsverfahren zu, da in beiden Fällen die knöcherne Fusion nach 6–8 Wochen noch nicht als sicher abgeschlossen betrachtet werden darf.
Zu früh einwirkende Biege- oder Torsionsmomente im Bereich der Arthrodesen können zu einem Implantatversagen oder Frührezidiv der Deformität führen.
Der Behandlungserfolg hängt von der Geduld und stringenter Nachbehandlung ab. In der vulnerablen Phase wird der Unterschenkel im Hilfsmittel eingeschlossen. Bei weitgehender Wiederherstellung einer physiologischen Geometrie des Fußes kann dieses industriell vorkonfektioniert sein, bei stärker ausgeprägter residualer Deformität muss eine individuelle Maßanfertigung erfolgen, da ansonsten das Risiko von Druckschäden unvertretbar hoch ist. Alternativ kommt die Versorgung mit einem Unterschenkelgehgips (TCC) infrage, der auch geschalt werden kann. Der Belastungsaufbau im Hilfsmittel hat stufenweise zu erfolgen, um im Falle von Problemen sofort eine Pause einzulegen und langsamer vorzugehen. Die Belastungsstufen werden nach Minuten oder Metern gewählt, nicht nach Gewichtskraft (Koller et al. 2007; Koller und Kersken 2013).
Aufgrund ihrer Polyneuropathie ist eine Teilbelastung für Patienten mit Charcot-Fuß definitiv unmöglich. Sie können nur „ganz oder gar nicht“, was die Notwendigkeit von Orthesen in der Nachbehandlung erklärt.
Zusammenfassung
Zusammenfassend ist der Charcot-Fuß eine potenziell verheerende Komplikation des Diabetes mellitus, die im ungünstigen Verlauf zur Amputation führen kann. Daher ist es wichtig, an den Charcot-Fuß bei entsprechender Klinik unbedingt frühzeitig zu denken bzw. ihn zu er-/kennen!
Nach Diagnose des Charcot-Fußes ist die unmittelbare und konsequente Entlastung der betroffenen Extremität unabdingbar. Hinzu kommt die Schulung des Betroffenen und des familiären Umfeldes, um das Krankheitsempfinden zu stärken, welches bei dem nicht schmerzhaften und wenig bedrohlich erscheinenden lokalen Befund oft nur mäßig ausgeprägt ist.
In Abhängigkeit von der Therapietreue und der Compliance des Betroffenen kann hier eine Abheilung und Rekonstruktion des Fußes erzielt werden, wobei in der Regel schon bestehende Deformierungen – ohne operative Maßnahmen – nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Neben der interdisziplinären und interprofessionellen Behandlung muss vor allem die Neuropathie mit ihren Auswirkungen auf das Verhalten der Erkrankten und auf den Knochenmetabolismus beachtet werden, was auch fußchirurgisch eine besondere Herangehensweise erfordert.
Nach der Akutphase wird ein orthopädischer Maßschuh mit individuell gefertigten Einlagen notwendig, wobei der Schuh als mindestens knöchelhoher Stiefel gearbeitet werden muss, um eine notwendige Stabilisierung im Knöchelbereich zu gewährleisten.
Die Behandlung erfordert ein beachtliches initiales Management und eine spezialisierte Nachsorge, wie sie oft nur in spezialisierten Zentren (z. B. den zertifizierten Einrichtungen zur Behandlung des diabetischen Fußes der Deutschen Diabetesgesellschaft) gewährleistet werden können (Lobmann et al. 2014).
Erklärung zu konkurrierenden Interessen
Der/die Autor(en) hat/haben keine Interessenkonflikte zu erklären, die für den Inhalt dieses Manuskripts relevant sind.
Literatur
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