Geschlechtersensible Gefäßmedizin
Bei der Betrachtung geschlechtsassoziierter Einflussfaktoren auf die Entstehung von Erkrankungen bilden sowohl genetische als auch umweltbezogene Faktoren und ihre Interaktion (Epigenetik) ein komplexes Zusammenspiel. Moderne Methoden der Genomanalyse haben in den letzten Jahren durch genomweite Assoziationsstudien zu einem deutlichen Erkenntnisgewinn in der Rolle des biologischen Geschlechts Sex in der Pathophysiologie beigetragen. Gleichsam wirkt das soziale Geschlecht Gender auf vielfältige Weise bereits präpartal als auch im Laufe des Lebens auf die Entstehung und klinische Ausprägung von Erkrankungen, ebenso wie auf die Perzeption und den Umgang mit der Erkrankung ein. Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die zugrunde liegenden Mechanismen geschlechtsspezifischer Einflüsse auf Erkrankungen allgemein, und anhand von Beispielen aus dem gefäßmedizinischen Bereich im Speziellen.